Im Schlussspurt der Bundesliga zeigte sich Yann Sommer in sehr guter Form, bewahrte die Borussia das eine oder andere Mal mit tollen Paraden vor Gegentoren. Als gesetzte Nummer eins fährt Sommer zur Weltmeisterschaft nach Russland. Doch zuvor stehen für ihn und seine Gladbacher Kollegen Nico Elvedi, Denis Zakaria und Josip Drmic noch zwei Trainingslager an.

Im letzten Bundesligaspiel den SC Freiburg fischte Yann Sommer in der Anfangsphase einen Kopfball von Nils Petersen aus dem Eck und unterstrich damit seine aufsteigende Form der letzten Woche. »Ich fühle mich im Moment sehr gut. Ich glaube, das sieht man auch. In der Vorrunde war es für mich ein Auf und Ab. Daher bin ich sehr froh, dass die Rückrunde viel besser war und ich mich gut fühle.«

Statt in den Urlaub geht es für Sommer jetzt zur Schweizer Nationalmannschaft. Von Dienstag bis Donnerstag versammelt Nationaltrainer Vladimir Petkovic ein 15-Mann-Aufgebot zu einem Kurztrainingslager.  Im Anschluss daran nehmen 26 oder 27 Spieler (27.05. bis 08.06.) am WM-Trainingslager teil, ehe die endgültigen 23 WM-Teilnehmer bis zum 4. Juni benannt sein müssen.

WM als Nummer eins

Ganz sicher mit dabei sein wird Yann Sommer, der seit dem Rücktritt von Diego Benaglio nach der letzten Weltmeisterschaft der gesetzte Torhüter ist. »Erstmal freuen wir uns sehr auf das Turnier. Das ist für uns alle und das ganze Land ein Highlight. Wir haben viel Qualität in der Mannschaft. Ich möchte nicht zu große Prognosen wagen, aber natürlich haben wir ein Ziel. Wir wollen die Gruppe gut meistern und dann einen Schritt weiter kommen«, blickt der 29-jährige voraus.

Vor vier Jahren erlebte Sommer die WM in Brasilien als Nummer zwei und erlebte das Geschehen auf dem Rasen stets von der Bank aus. »Eine WM an sich ist toll, egal ob man spielt oder nicht. Die ganze Welt schaut auf dieses Turnier und freut sich. Es wird eine große Euphorie herrschen. Auch damals in Brasilien war es eine tolle Erfahrung, die ich machen durfte, auch wenn ich als Nummer zwei dabei war. Ich habe hinter Benaglio viel gelernt. Jetzt ist es eine schöne Situation, wenn man zwischen den Pfosten steht und ein Turnier als Nummer eins erleben darf. Darauf freue ich mich natürlich sehr«, so Sommer.

Bereit für die »harten Spiele«

Blickt man auf das Teilnehmerfeld der diesjährigen Weltmeisterschaft gelten die Belgier, wie standesgemäß bei jedem Turnier, als Geheimfavorit. Aber auch der Schweiz trauen viele Experten eine größere Überraschung zu. Spätestens nach den Playoffs, in die die Schweizer trotz der beeindruckenden Bilanz von neun Siegen aus zehn Spielen mussten, ist das Selbstvertrauen groß. »Die Mannschaft ist definitiv reifer geworden. Das hat man vor allem in den Playoffs gesehen, als wir gegen Nordirland gespielt haben. Wir haben eine tolle Quali gespielt. Das war eine tolle Prüfung für die Mannschaft, die auch mit viel Druck verbunden war und die wir super gemeistert haben«, lobt Sommer. »Das hat uns gezeigt, dass wir für die harten Spiele und entscheidenden Momente bereit sind. Das ist ein wichtiger Punkt, der auch für ein Turnier sehr entscheidend sein kann. Da kommt es auf Details an, wie clever eine Mannschaft auftritt, dass sie Erfahrung zeigt auf dem Platz. Ich glaube, dass diese zwei Spiele der Mannschaft viel gebracht haben.«