Denis Zakaria ist Dreh- und Angelpunkt des Gladbacher Spiels. Foto: Dirk Päffgen/ Fohlen-Hautnah

In der vergangenen Saison zeigte sich Borussia Mönchengladbach im Mittelfeld bestens eingespielt. Das lag zum einen an der Tatsache, dass Denis Zakaria und Co. schon seit längerem zusammenspielen und zum anderen an der Breite des Kaders. Dennoch hat Borussia nach zwei Abgängen noch Handlungsbedarf. 

Zakaria ist die Säule des Spiels 

Seit 2017 ist Denis Zakaria jetzt bei Borussia zu Hause und aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken. 12,00 Millionen Euro Ablöse ließen sich die Fohlen damals die Dienste des Schweizer Nationalspielers kosten, ein gutes Investment. Denn sein Marktwert ist seitdem ständig gestiegen, liegt aktuell laut ‚transfermarkt.de‘ bei 40,00 Millionen Euro. Insofern verwundert es nicht, dass laut der ‚Rheinischen Post‘ Manchester City ernsthaftes Interesse am 23-Jährigen haben soll. 

Doch Max Eberl stellte schon vor einigen Wochen klar, dass man in diesem Sommer alle Top-Stars am Niederrhein halten kann. Der Vertrag von Zakaria läuft noch bis Juni 2022, die Fohlen haben also alles selbst in der Hand. Und Eberl würde gut daran tun, auch wenn man die Einnahmen gebrauchen kann, den Schweizer auch über den Sommer hinaus zu halten. Die Champions League steht bevor, da braucht es im Mittelfeld einen ‚Anker‘ wie Zakaria. In der abgelaufenen Saison hat ‚Zak‘ nochmal eindeutig unter Beweis gestellt was er für ein großer Fußballer ist. Noch viel wichtiger: Vermutlich kann er bei Borussia bis auf die Torhüterposition zumindest defensiv überall spielen. 

Hofmann und Neuhaus springen in die Bresche 

Doch mittlerweile ist Borussia nicht mehr so extrem von einem Spieler abhängig: Der Ausfall des Schweizers zum Saisonende ließ schon schlimmeres befürchten, doch es waren im Mittelfeld vor allem Florian Neuhaus und Jonas Hofmann, die das Heft in die Hand nahmen. Neuhaus blühte nach einer eher unglückliche Hinrunde regelrecht auf und stand mit Ausnahme seiner Gelbsperre im Geister-Derby immer auf dem Platz. Unvergessen: Sein Traum-Tor gegen Mainz. 

Jonas Hofmann hat in der Rückrunde sogar alle Spiele absolviert und sich mittlerweile unter Marco Rose etabliert. Mit seiner Laufstärke war Hofmann auch ein Garant für die Umsetzung der neuen Spielidee von Marco Rose. Im Schlussspurt war auf den 28-Jährigen verlass, denn er hatte mit drei Toren und einer Vorlage in den letzten drei Spielen maßgeblichen Anteil am erreichen der Champions League. 

Damit hat Hofmann in der Rückrunde Laszlo Bénes verdrängt, der in der Hinrunde noch ordentlich Spielzeit bekam. Doch Borussias Trainer hatte angedeutet, dass der junge Slowake hier und da noch an sich arbeiten muss. Trotzdem ließ er in der Hinrunde sei Können aufblitzen und könnte für die Fohlen in naher Zukunft, allen voran bei dem straffen Spielplan, wieder eine wichtige Rolle spielen. 

Ebenfalls ‚Mr. Zuverlässig‘: Lars Stindl. Borussias Kapitän drehte in der Schlussphase der Saison mit drei Toren auch nochmal richtig auf und riss vor allem als Leader seine Mannschaftskollegen mit. Ein Beweis dafür, wie wertvoll der inzwischen 31-Jährige für Borussia ist. Apropos wichtig: Das ist auch nach wie vor Christoph Kramer. Der Weltmeister von 2014 ist im Mittelfeld einem höheren Konkurrenzkampf als die Jahre zuvor ausgesetzt und profitiere auch von Zakarias Ausfall, dadurch bekam der 29-Jährige wieder mehr Spielzeit. Kramer ist allerdings ein anderer Spielertyp als Neuhaus oder Hofmann, denn die Nummer sechs kümmert sich verstärkt um die Defensivarbeit. 

Nach zwei Abgängen: Wer kommt noch zu Borussia? 

Trotz all der Qualität in der Breite des Kaders muss Max Eberl nach den Abgängen von Fabian Johnson und Tobias Strobl handeln. Denn dadurch hat Marco Rose im Mittelfeld zwei Optionen weniger zur Verfügung, im Hinblick auf die englischen Wochen ein nicht unerheblicher Fakt. Ein heißer Kandidat: Hannes Wolf. Der Österreicher arbeitete schon in Salzburg mit Rose zusammen und kennt seinen Spielstil. Allerdings kann Borussia in diesem Sommer keine großen Investitionen tätigen und strebt deshalb ein Leihgeschäft mit anschließender Kaufoption an. 

Laut ‚Sky‘ ist auch der erst 17-Jährige Pedri ein Kandidat bei den Fohlen. Pedro González López steht aktuell noch beim spanischen Zweitligisten UD Las Palmas unter Vertrag und wechselt zur neuen Saison zum FC Barcelona, doch die Katalanen wollen den Nachwuchsspieler direkt wieder verleihen. Inwiefern dieser Transfer Sinn ergibt kann man absolut nicht beurteilen, denn Pedri hat sich bisher nicht auf einem höheren Niveau präsentieren können. Außerdem besitzt der 17-Jährige auch noch keine Erfahrung auf internationalen Parkett wie der Champions League oder Europa League. Borussia ist also auf der Suche nach dem letzten Puzzlestück um im Mittelfeld noch Feintuning zu betreiben…