Acht vielversprechende Talente tummeln sich regelmäßig im Training von Borussia Mönchengladbach. Ihr Werdegang, ihre bisherige Erfahrung und die aktuelle Situation sind dabei jedoch völlig unterschiedlich. Nur eines haben sie gemeinsam: Sie alle hoffen darauf, irgendwann regelmäßig unter Dieter Hecking spielen zu dürfen. Im ersten Teil beschäftigen wir uns heute mit Cuisance, Bénes und Poulsen.


 

Die größte Erfahrung haben Michael Cuisance (30 Spiele) und László Bénes (12 Spiele) im Trikot von Borussia vorzuweisen. Die vergangene Saison konnte Cuisance nutzen und durch seine unbekümmerte Art auf dem Platz auf Anhieb überzeugen. Als Shootingstar zeigte er sein Können und wurde von den Fans mit dem Titel ’Spieler der Saison’ belohnt. Geschuldet waren seine vielen Spielanteile auch der Tatsache, dass sich die Verletztenmisere des VfL durch die komplette Saison zog und Dieter Hecking froh sein konnte, einen fitten Cuisance im Kader zu haben. 

Bénes mit Verletzungspech

Denn eigentlich hätte es die Spielzeit von László Bénes werden sollen, der sich dann allerdings nach dem ersten Spieltag der Saison 2017/18 einen Mittelfußbruch zuzog, durch dessen Folgen er im restlichen Verlauf der Runde nur noch zehn Minuten dem Feld stand. Topfit meldete er sich zu Beginn der Vorbereitung auf die aktuelle Saison zurück. Dann bremste ihn ein Muskelfaserriss erneut aus und warf ihn zurück. Während sich im Kader von Dieter Hecking langsam die Mannschaft formte, konnte Bénes nur zusehen. Ende September lief er in der U23 beim 1:0 Erfolg gegen Rot-Weiß Essen auf und spielte nach langer Zeit nochmal über 90 Minuten für Borussia durch. Drei Wochen zuvor sammelte er mit einem wichtigen Tor in der U21-Nationalmannschaft ebenfalls über die volle Distanz Spielpraxis und Selbstvertrauen. Gestern Abend bezwangen die Slowaken mit Bénes, der 77 Minuten spielte, Estland mit 2:0. Bénes muss aktuell Spieltag für Spieltag hoffen, nicht auf der Tribüne zu sitzen. Lediglich in Augsburg wurde er für den Kader nominiert, was angesichts der großen Konkurrenz jedoch nicht verwunderlich ist.

Cuisance mittendrin im Konkurrenzkampf 

Ähnliches gilt für den eben schon angesprochenen Michael Cuisance, der ebenfalls Geduld aufbringen muss, aber immerhin in allen sieben Bundesligaspielen zum 18er-Kader gehörte und es auf drei Kurzeinsätze schaffte. Für einen, der gerade erst seinen 19. Geburtstag feierte, eigentlich nichts Ungewöhnliches, sondern eine Auszeichnung. Trotzdem ist die Situation für Cuisance neu, denn die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld hat sich verschärft und er muss auf den Moment warten, an dem Dieter Hecking ihn erneut von der Leine lässt. Dass das im Laufe der Saison passieren wird, ist fast sicher. Nicht vergessen darf man allerdings, dass der hochtalentierte Franzose durch die U19-EM einen Großteil der Vorbereitung verpasste und sich im neuen Spielsystem erst noch zurechtfinden und sein Spiel darauf anpassen muss. Dies machen seine Kollegen, zu denen unter anderem Neuzugang Florian Neuhaus gehört, bisher hervorragend, weshalb Cuisance hartnäckig auf seine Chance warten muss.

Poulsen als Perspektivspieler

Neuzugang Andreas Poulsen soll als Linksverteidiger in erster Linie von Oscar Wendt lernen und ihm Dampf machen, um diesen Platz perspektivisch einnehmen zu können. Wendt verteidigt seine Stammposition bisher sehr souverän, weshalb Poulsen aktuell an den Wochenenden in der U23 von Arie van Lent aufläuft. In den ersten beiden Bundesligaspielen stand der Däne, der gestern 19 Jahre alt geworden ist, zwar im Kader, profitierte dort aber noch vom verletzungsbedingten Ausfall des Defensivspielers Michael Lang. Mit der U21-Auswahl Dänemarks erreichte Poulsen, der 90 Minuten spielte, gestern Abend ein 1:1 Unentschieden.

Für alle drei gilt gleichermaßen: Sollte sich ein Konkurrent verletzen oder es zu ersten Gelbsperren im Laufe der Saison kommen, können sie schneller auf dem Platz stehen als es derzeit den Anschein haben mag.