Rocco Reitz verlässt die Borussia im Sommer in Richtung Leipzig. Foto: Dirk Päffgen
Es war nur eine Frage der Zeit, bis aus den Gerüchten eine offizielle Meldung werden würde: Rocco Reitz wechselt zur neuen Saison zu Ligakonkurrent RB Leipzig. Wie Reitz und Borussias Head of Sports Rouven Schröder zum Wechseln begründen.
Eine Ausstiegsklausel von rund 25 Millionen Euro hatte Rocco Reitz in seinem Arbeitspapier bei Borussia Mönchengladbach wohl verankert. Dass sein neuer Verein RB Leipzig diese Summe nicht zu zahlen bereits sein würde, davon war zuletzt medial immer mehr die Rede. Am heutigen Montag, da der Reitz-Wechsel offiziell bekanntgegeben wurde, bestätigt sich die Annahme. Laut Bild erhält Borussia 18 Millionen Euro fix, weitere drei Millionen können als leicht erreichbarer Bonus hinzukommen. Reitz unterschreibt in Leipzig bis 2031. Der Kicker berichtet unterdessen von einer Ablösesummen, „die inklusive Boni die 20-Millionen-Euro-Marke knackt.“
Reitz teuerster Akademie-Spieler Borussias
Dass die Summe dennoch in die Vereinshistorie eingeht, erklärte Borussias Head of Sports Rouven Schröder. »Die Ablösesumme, die wir für Rocco erhalten werden, ist die höchste, die Borussia je für einen selbst ausgebildeten Spieler generieren konnte. Der frühe Zeitpunkt der Einigung hilft uns sehr bei unseren Planungen«, sagte er. Und Schröder versicherte: »Dass Rocco bis zum Ende der Saison alles in seiner Macht stehende tun wird, um unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen, darüber kann es angesichts seines Charakters und seiner Vita keinen Zweifel geben.«
Reitz selbst sagte, er könne die Kritik an seiner Entscheidung nachvollziehen, doch werde er sich nun voll und ganz auf das Sportliche fokussieren. »Ich habe mich entschieden, ab Sommer einen neuen Abschnitt in meiner Karriere zu beginnen. Natürlich kann ich verstehen, dass der eine oder andere meinen Entschluss, den Verein zu verlassen, nicht nachvollziehen kann«, wird er auf der Vereins-Homepage zitiert. »Ich kann versprechen, dass ich mich in jedem verbleibenden Spiel mit allem, was ich habe, zerreißen werde – vor allem im Derby jetzt am Wochenende«, versicherte Reitz.
Wie reagieren die Gladbach-Fans?
Dabei verkörpert er genau das, was Borussia als Leitbild herausgegeben hat. Denn Reitz durchlief alle Jugendmannschaften in Gladbach, nachdem er als Siebenjähriger zum Verein gekommen war. Nach einer zweijährigen Leih-Station beim belgischen Erstligisten VV St. Druiden stieg er bei Borussia in der Saison 2023/24 zum Leistungsträger auf und wurde in der laufenden Saison zum Vize-Kapitän ernannt. Nun schließt sich eben dieser in RB Leipzig dem Verein an, der unter den Gladbach-Fans wohl am kontroversesten gesehen wird.
Es ist damit zu rechnen, dass sein Schritt aus der aktiven Fanszene heraus mehr als kritisch betrachtet wird – womöglich darf sich Reitz am kommenden Samstag ausgerechnet im Derby beim Erzrivalen 1. FC Köln einiges für dieses Schritt anhören. Auch, wenn er sich im Umgang mit seinem Wechsel tadellos verhalten hat. Bleibt zu hoffen, dass alle Beteiligten dem Klassenerhalt Borussias Priorität zuordnen.

