Eugen Polanski und die Borussen müssen gegen Union Berlin gewinnen, um wieder etwas Luft zu haben. Foto: Dirk Päffgen
Borussia Mönchengladbach ist seit sieben Spielen sieglos und hat nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Im Heimspiel gegen Union Berlin müssen die Borussen also dringend gewinnen, um sich zumindest etwas Luft verschaffen zu können. Cheftrainer Eugen Polanski fordert dazu von seiner Mannschaft »intensiv aufzutreten und die Zweikämpfe anzunehmen.«
Vor dem Heimspiel gegen Union Berlin steht Borussia Mönchengladbach unter Zugzwang, Trainer Eugen Polanski benötigt dringend wieder ein Erfolgserlebnis, um sich im Kampf gegen den Abstieg – und um seinen Posten – Luft zu verschaffen. Dafür griff Polanski sogar zu einer Sondermaßnahme, ließ seine Mannschaft statt auf dem Trainingsplatz im Borussia-Park trainieren. »Ich erhoffe mir davon, einfach mal eine andere Atmosphäre zu bekommen. Und, dass wir auf das Tor, das wir am besten danach am Samstag bespielen, gespielt haben«, begründete er die Maßnahme.
Wichtiger sei jedoch gewesen, »eine klare Analyse zu machen und direkt wieder ins Training zu gehen, um in den Inhalten zu bleiben«, betonte Polanski. »Deshalb waren wir am Donnerstag bei uns im Stadion.« Mit dabei waren auch Rocco Reitz, der wieder normal ins Training eingestiegen ist, sowie Alejo Sarco, Giovanni Reyna und Robin Hack. »Bei Gio und Hacki sind wir aber noch vorsichtiger«, erklärte Polanski mit Blick auf das Heimspiel am Samstag. Dass der Kader nun wieder größer geworden ist, werde zu »harten Entscheidungen« führen – so könnte beispielsweise Florian Neuhaus, der zuletzt nur noch auf der Bank Platz nahm, gänzlich fehlen.
Borussias und die Systemfrage
Offen ist auch die Frage, in welcher Grundformation die Borussen agieren werden. Polanski wies jedoch darauf hin, dass es, egal in welchem System, auf die Grundprinzipien ankomme. »Es geht darum, in beiden Strafräumen konsequent zu sein, vor allem gegen den Ball gegen einen sehr intensiven Gegner«, bei dem es bekannt sei, wie sie spielen. »Gerade bei den Standardsituationen müssen wir extrem wach und klar sein«, sagte Polanski, der von seiner Mannschaft fordert, ebenso intensiv aufzutreten und die Zweikämpfe anzunehmen.
Auch Sportchef Rouven Schröder stellte klar, dass der Druck groß sei im Abstiegskampf und es »jetzt nicht mehr die Zeit für große Worte« sei. Viel sei analysiert und gesprochen worden – deshalb wisse auch jeder Einzelne, dass es nicht nur auf die fußballerischen Qualitäten ankomme, sondern auch auf das körperliche Dagegenhalten. »Es wird entscheidend sein, die Fans mitzunehmen und alles Drumherum auszublenden. Wir müssen uns frei machen und mit Klarheit auftreten. Wir sind gut genug für die Bundesliga, aber dafür müssen wir auch alles investieren«, sagte Schröder.
»Sorge ist ein Lebenszeichen«
Darüber hinaus könne er die Sorgen der Fans vor dem dritten Abstieg der Vereinsgeschichte verstehen. »Sorge ist ein Lebenszeichen. Wenn sich keiner mehr Sorgen macht, wäre es schlimmer«, weiß der Sportchef. Polanski pflichtete ihm bei: »Ich kann ihre Sorgen komplett nachvollziehen, denn ich bin hier aufgewachsen. Trotzdem haben die Fans in dieser Saison schon unheimlich viel Gespür für die Mannschaft gezeigt, auch nach Niederlagen«, sagte er und ist sich sicher: »Wenn wir die richtige Energie auf den Platz bringen, wird sich das auch auf die Fans übertragen.«

