In der aktuellen Ausgabe des Fohlenpodcast spricht Roland Virkus mit Moderator Christian Straßburger vor allem über seine Laufbahn als Jugendtrainer, in der er manches Talent über einige Jahre begleiten durfte. Er plaudert entspannt aus dem Nähkästchen und hat viele Anekdoten zu Spielern wie ter Stegen, Amin Younes, Marcell Jansen oder auch Yunus Malli, den Virkus gerne weiter im Trikot der Borussia gesehen hätte, parat.

Roland Virkus ist bei Borussia Mönchengladbach jedem ein Begriff. Fast 20 Jahre war er als Jugendtrainer beim VfL aktiv. Seit 2008 hat er die Seitenlinie gegen das Büro getauscht, denn mittlerweile ist er als Nachfolger von Max Eberl in der Funktion des Direktors für die Jugend und Amateure zuständig.

Goldener Jahrgang

In seiner Trainertätigkeit zuvor war er unter anderem Cheftrainer der U17 von Borussia Mönchengladbach. Auf die Frage nach seinem besten Jahrgang antwortet er wenig überraschend mit den 92-ern. Denn in diesem Team spielten unter anderem Marc-André ter Stegen, Julian Korb, Yunus Malli und Elias Kachunga. Auch Amin Younes, der als 93-er hochgezogen wurde, war Teil des Teams, das sich 2009 die Westdeutsche Meisterschaft sichern konnte.

Da ist es klar, dass er den Werdegang dieser Jungs bis heute sehr intensiv verfolgt. So auch den Weg von Amin Younes, der sich aktuell im Hickhack mit dem SSC Neapel befindet, wo er angeblich einen gültigen Vertrag ab dem 1. Juli unterzeichnet hat, was Younes dementierte. »Man beobachtet diese Spieler, die man selbst trainiert hat, natürlich nochmal genauer als andere. Es würde mir leidtun, wenn der Junge keinen adäquaten Verein finden würde. Das ist ein Unterschiedsspieler, den man gerne Fußball spielen sieht. Und ich hoffe, dass er für die neue Saison einen Verein findet«, erzählt Virkus.

»Das gibt’s ja gar nicht«

Aber auch an Julian Korb, den er einst vom MSV Duisburg an den Niederrhein lotste und dabei zunächst viel Überzeugungsarbeit leisten musste, da Korb eigentlich bei seinen Freunden bleiben wollte, erinnert er sich gerne zurück »In der Jugend wurde er gefeiert, wenn er im Abschlussspiel im Training mal ein Tor geschossen hat. Da hast du gedacht, du hättest die Deutsche Meisterschaft gewonnen, weil alle Jungs so gejubelt haben. Das war so der Running-Gag«, erinnert er sich. »Als die 1. Mannschaft in der Champions League in Manchester zur Pause geführt und Julian Korb das Tor gemacht hat, habe ich gesagt: Das gibt’s ja gar nicht. Der Korb schießt ein Tor in der 1. Mannschaft«, lacht er.

Gutes Wort bei Favre eingelegt

Doch bevor ein Spieler diesen Schritt ins Profiteam geht, liegt ein langer Weg hinter ihm, den Virkus bei einigen seiner Jungs jahrelang mitgegangen ist. Wenn es einer dann bis in die Bundesliga schafft, ist das ein stückweit sein Verdienst, auch wenn er das im Gespräch immer wieder bescheiden abstreitet. Bei Julian Korb segnete er das Vorhaben vom damaligen Cheftrainer Lucien Favre jedenfalls ab: »Alle etatmäßigen Rechtsverteidiger sind ausgefallen und Lucien Favre lief mir auf dem Hof entgegen und fragte mich, ob ich glaube, dass Julian Korb das spielen könnte. Dann habe ich gefragt, wie er denn die Position des rechten Verteidigers interpretiert. Er hat gesagt, dass er Ballbesitz generieren möchte und so wie er das beschrieben hat, habe ich gesagt: Jap, das traue ich ihm zu! Und dann war es gegen Eintracht Frankfurt, wo er dann sein erstes Spiel gemacht hat. Man ist dann auch ein bisschen stolz, dass der Junge die Aufgabe dann wirklich gut gemacht hat und sich dann so einen Platz erspielt hat«, blickt Virkus zurück.

Mainz statt Mönchengladbach

Julian Korb ging damals den Weg über die U23-Mannschaft, für die er 94 Spiele absolvierte. Doch nicht immer waren seine Schützlinge so geduldig, wie das Beispiel Yunus Malli zeigt. Virkus nennt die Gründe dafür, warum Malli den Durchbruch bei Borussia Mönchengladbach nicht geschafft hat.