Eugen Polanski sollte über Änderung der Formation nachdenken. Foto: Dirk Päffgen
Nach wie vor stehen die Fans von Borussia Mönchengladbach unter dem Eindruck des Last-Minute-Ausgleichs gegen Mainz 05. Doch hat das Spiel auch offenbart, welche Optionen Eugen Polanski im Abstiegskampf noch hat. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von unserem Partner, der Kessels GmbH – Schweißen & Gase aus Mönchengladbach.
Als Schiedsrichter Tobias Welz am vergangenen Sonntag einen Hinweis vom VAR bekam, auf Abseits zu entscheiden beim vermeidlichen 1:1, hätte er wohl nicht gedacht, dass er knapp zehn Minuten später noch auf den Punkt zeigen wird. Denn beim Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Mainz 05 waren besonders die Schlussminuten am ereignisreichsten. Der aberkannte Mainzer Ausgleichstreffer und der Elfmeter, der den tatsächlichen Ausgleich bedeutete, kündigten sich aber durch einige Vorzeichen an.
Gladbach trotz Heimspiel kaum gefährlich
Denn auch, wenn Gladbach und Mainz durch das Unentschieden nach wie vor nur drei Punkte trennen, haben die Gäste phasenweise gespielt wie eine Spitzenmannschaft – zumindest ließen die Borussen die Mainzer so aussehen wie eine. Gladbach kam auf gerade einmal 38 Prozent Ballbesitz im gesamten Heimspiel, nur jedes vierte Dribbling war erfolgreich, nicht eine einzige Ecke hatten die Borussen über die komplette Spieldauer. Auf der Hand liegen demnach personelle Änderungen, um frischen Wind reinzubringen.
Die personelle Lage würde das zulassen, sie ist vor Wolfsburg ähnlich wie vor dem Mainz-Spiel. Allerdings mussten dabei Jens Castrop und Kevin Diks mit muskulären Problemen ausgewechselt werden. Beide werden wohl spielen, wenn es die Umstände zulassen. Es gibt aber auch gute Neuigkeiten: Robin Hack könnte die zuletzt »mausetote« Offensive, wie es Moritz Nicolas ausdrückte, zumindest von der Bank beleben. Für einen Startelf-Einsatz dürfte es aber noch zu früh sein.
Darf Honorat wieder beginnen?
Auch Nathan Ngoumou könnte wieder im Kader stehen, ein langer Einsatz ist bei ihm aber nicht zu erwarten. In Hack und Ngoumou hätte Polanski also zwei Register, die er im Zweifel ziehen könnte. Schließlich hat sich Borussia gegen Mainz gerade einmal 0,62 xGoals erspielt, die Gäste kommen auf 2,32, aus denen beide Mannschaften jeweils ein Tor machten. Effizienz hin oder her – der Wert auf Seiten der Borussen zeigt, dass nach vorne viel zu wenig geschieht.
Nun sollte Gladbach aber auch vor potentiellen Einwechslungen ein besseres Gesicht zeigen als das am Sonntag vor allem in Hälfte zwei der Fall war. Franck Honorat durfte gegen Mainz nicht starten, für ihn begann Hugo Bolin, der möglicherweise wieder auf der Bank Platz nehmen muss. Und ein Honorat in Normalform würde den Borussen sicher Auftrieb geben, allen voran Haris Tabakovic dürfte es nach Flanken dürsten.
Polanski sollte über Änderung der Formation nachdenken
Dazu passend könnte eine Änderung der Grundformation eine Option sein, von der Polanski vermutlich aber keinen Gebrauch macht. Schließlich sagte er auf der Pressekonferenz vor dem Wolfsburg-Spiel, dass die Formation »zweitrangig« sei, da jeder Spieler offensiv und defensiv eingebunden ist. Dennoch: ein Abrücken von der Dreierkette birgt die Chance, dass beispielsweise in einem 4-2-3-1 mehr Offensivpower entfacht werden kann.
Hinter Tabakovic könnten dann schließlich Bolin, Honorat und beispielsweise Castrop spielen, dahinter könnten Rocco Reitz und Philipp Sander die Doppelsechs bilden, wenn Yannik Engelhardt auf der Bank Platz nehmen würde. All diese Gedankenspiele zeigen, dass Polanski noch ein paar Register ziehen kann – im Abstiegskampf entscheidet das eben darüber, wer bis zum Schluss zittern muss und wer das Saisonfinale weniger unter Druck angehen kann.
