Die Offensivabteilung um Alassane Plea hat mächtig Sand im Getriebe. Foto: Dirk Päffgen.

Die nächste Pleite für Borussia Mönchengladbach. Beim FC Augsburg unterlagen die Borussen mit 0:1 und kommen in der Tabelle nicht vom Fleck. Das dem so ist, liegt vor allem an der Tatsache, dass der Offensivmotor gehörig stottert. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von unsrem Partner, der Kessels GmbH – Schweißen & Gase – aus Mönchengladbach.

Außer Spesen nichts gewesen – so ist die Dienstreise der Borussen in die Universitätsstadt Augsburg zu betiteln – weil man nach dem langersehnten ersten Saisonsieg gegen Arminia Bielefeld bei den bayrischen Schwaben gerade offensiv abermals herzlich wenig auf die Kette bekam. Zehn Torschüsse gaben die Borussen ab, einer davon fand den Weg aufs Tor. Das ist zu wenig für eine Mannschaft, die die Ambitionen hat, um die oberen Plätze mitzuspielen.

Das VollGAS-Pedal wiederfinden

Ziel dieser Analyse ist es, sich spezielle Umschaltsituationen des Spiels, VollGAS-Momente eben, herauszusuchen. Doch die sind seit Saisonbeginn Mangelware. Oftmals, so auch in Augsburg, blitzen die Offensivqualitäten der Fohlenelf auf, verpuffen aber spätestens im letzten Drittel. In Augsburg war es auch so, dass man sich mitunter ordentlich nach vorne spielte, dann aber das nötige Tempo und die Durchschlagskraft auf der Strecke lassen. Da fehlt es an den nötigen Ideen, den Gegner mit VollGAS-Ideen zu knacken und in die Knie zu zwingen.

Es fehlt an Wucht und Tempo, wenn es in die entscheidenden Zonen geht. Alassane Plea ackert und versucht, bleibt aber oftmals glücklos. Wobei man auch sagen muss, dass es eben an der nötigen ‚Fütterung‘ fehlt. Auch ist es ersichtlich, dass vor allem ein Marcus Thuram vorne fehlt. Der Franzose kann mit seinem Körper und seiner Technik den Unterschied machen, Lücken reißen, und ist gut für ein Tor oder auch für ein Herausholen eines Elfmeters. Die Borussen müssen schnell ihre Qualitäten in der Offensive wiederfinden und aufs Gaspedal drücken.

Auch bei Standards und Kontern fehlt es an VollGAS

Gleiches gilt für die Standardsituationen. Sechs Ecken hatten die Borussen in Augsburg, dazu Freistöße. Keine(r) davon kam gefährlich in die Zone. Auch hier besteht erheblicher Arbeitsbedarf für Hütter, damit sich die Gegner auch davor wieder fürchten. Was da im Moment auf den Rasen gebracht wird, ist ebenso zu wenig wie die offensive Darbietung insgesamt.

63 Prozent Ballbesitz hatte die Fohlenelf in Augsburg, herausgekommen ist dabei viel zu wenig. Stichwort Umschaltspiel: Lediglich der Angriff, der dann zum vermeintlichen Tor von Plea führte, hatte etwas von dem, was Borussia imstande ist zu leisten. Das ist zu wenig. Ebenso wie die Punktzahl nach fünf Spieltagen. Mit nur vier Punkten steht die schwächste Bilanz seit der Saison 2015/16, in der Lucien Favre nach fünf Niederlagen zum Auftakt seinen Rücktritt erklärte.

Natürlich brennt nach fünf Spieltagen noch nicht gänzlich die Hütte, aber es ist alarmierend. Yann Sommer hat nach dem Spiel exakt den Nerv getroffen und den Finger in die Wunde gelegt. Von zu wenig Kreativität und keinen Ideen, sprach Borussias Nummer eins. Punkt! Vor allem spielerisch muss also schnell die VollGAS-Wende her – und zwar schon nächste Woche. Damit es gegen den BVB nicht die nächste Pleite gibt…