VollGAS-Analyse nach Augsburg: Gladbach zeigt sein bekanntes Gesicht

Franck Honorat wirkte bei seinen 45 Minuten in Augsburg lustlos. Foto: Dirk Päffgen

Statistiker werden die Niederlage von Borussia gegen den FC Augsburg anders beurteilen als diejenigen, die das Spiel auch gesehen haben. Wo die Werte besonders von der Realität abweichen: Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von unserem Partner, der Kessels GmbH – Schweißen & Gase aus Mönchengladbach. 

Es war wohl nur ein seltener Ausreißer nach oben, der Borussia Mönchengladbach am vorletzten Sonntag gegen Borussia Dortmund gelang. Ein Spiel, das den Fans einiges an Euphorie gegeben hat – das hätte sich doch nachhaltig auf die Mannschaft übertragen müssen, möchte man meinen. Doch am Samstag gegen den FC Augsburg zeigte die Mannschaft eben das Gesicht, das die Fans in dieser Saison zu häufig sehen mussten. 

Honorats Auswechslung spricht Bände

Dabei täuscht der Ballbesitz von 63 Prozent über die enttäuschende Leistung hinweg. Mit dem Ball etwas anzufangen wusste Gladbach kaum, zu Spielbeginn probierte es Kevin Stöger zwar einige Mal, doch merkte man dem FCA insgesamt an, dass es für ihn noch um die Qualifikation für die Conference League geht – den Borussen hingegen schien das zusätzliche TV-Geld keine Motivation zu sein. Womöglich, weil sich der eine oder andere gedanklich schon verabschiedet hat: Franck Honorats Auswechslung zur Halbzeit spricht Bände. 

So gingen die Gastgeber verdient mit 3:1 als Sieger vom Platz. Mit 2,59 xGoals zu 1,14 xGoals auf Gladbacher Seite spiegelte sich das Ergebnis auch in der Chancenqualität wieder. Schaut man sich weitere Werte an, würde man gar meinen, die Partie sei ausgeglichen gewesen: Fast die Hälfte der Zweikämpfe gewann Gladbach (47 Prozent), dasselbe gilt für die Luftzweikämpfe, und bei den Torschüssen haben die Borussen mit 16 sogar einen mehr abgegeben als die Augsburger. 

Mohya mal wieder ein Lichtblick 

Dieser Interpretation der Daten widersprechen jedoch die Aussagen der Beteiligten nach der Partie, allen voran Rocco Reitz war fassungslos. Dabei war der Kapitän, der in der kommenden Saison bekanntermaßen für RB Leipzig auflaufen wird, noch einer der umtriebigeren Borussen – allerdings ging auch Reitz im allgemeinen Trott seiner Kollegen unter. Ausgenommen werden müssen Wael Mohya und Moritz Nicolas. Während Mohya mal wieder der Beste in der Offensive war, hielt Nicolas mal wieder das, was er halten musste. 

Dabei hätte die Partie noch höher ausgehen können: Der zweite Treffer durch Augsburgs Michael Gregoritsch wurde nur wegen einer Fußspitze im Abseits aberkannt; zudem hatte Kevin Diks direkt zu Beginn großes Glück, dass der VAR sein klares Foul im Strafraum nicht geahndet hat. Und auch das vierte Mal, als der Ball im Netz hinter Nicolas landete, wurde der Treffer wegen Abseits einkassiert. All das rüttelte Gladbach jedoch nicht wach.

Gladbach drohen schwere Zeiten

Es ist das bekannte Gesicht der Borussen, nicht nur in dieser Saison, sondern bereits unter Ex-Trainer Gerardo Seoane. Die Mannschaft ist nicht in der Lage, gute Leistungen zu konservieren, die Anfangsphase unter Polanski war da die einzige Ausnahme. Geht im Sommer kein grundlegender Ruck durch den Borussia-Park, stehen Borussia noch schwerere Zeiten bevor. Daran würde auch ein Sieg im letzten Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim nichts ändern.