Florian Neuhaus und die Borussen zeigten gegen Bremen gerade offensiv eine schwache Leistung. Foto: Dirk Päffgen
Mit einem Punkt im Gepäck trat Borussia Mönchengladbach die heimreise aus Bremen an. Bei der rund dreieinhalbstündigen Fahrt hatten die Borussen reichlich Zeit, über ihre Leistung nachzudenken. Vor allem offensiv war das alles, nur abermals kein VollGAS. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von unserem Partner, der Kessels GmbH – Schweißen & Gase aus Mönchengladbach.
Dass die Fohlenelf in buchstäblich letzter Sekunde den Ausgleich im Weserstadion kassierten und so mit dafür Sorten, dass Ex-Borussen-Coach Horst Steffen einen Tag danach seinen Job verlor, lag gerade in der Schlussphase in der Luft. Die Bremer drückten und wollten den Ausgleich, die Fohlen bettelten färtmloich insofern darum, weil sie sich zurückzogen und wenig dafür taten, diesen zu verhindern,
Sinnbildlich für die Offensichschwäche war die hundertprozentige Chance von Shuto Machino, der in der Nachspielzeit alleine vor Tierhüter Backhaus auftauchend scheiterte. Das wäre womöglich die Entscheidung gewesen im Weserstadion, doch stattdessen kamen die Bremer in der vierten Minuten der Nachspielzeit zum Ausgleich.
Der Ausgleich war die logische Folge eines Rückzugs, der mehr Unsicherheit als Stabilität ausstrahlte. Wer sich so sehr auf Verwaltung statt auf Initiative konzentriert, darf sich über Kontrollverlust nicht wundern.
VollGAS-Situation: Tabaković Führungstreffer
Das Führungstor? Eigentlich wie aus dem Nichts. Aber ein klasse Konter. Über Yannik Engelhardt und Rocco Reitz kam die Kugel zu Franck Honorat, der Coulibaly stehen ließ und dann flach in die Mitte zu Tabaković auflegte. Der Stürmer blieb dann eiskalt und schon zur Führung ein. Das war ein toller Spielzug, wie man ihn zuletzt selten sah.
Dass der Treffer nicht reichte, war dann typisch Borussia in diesen Wochen. Ansätze sind da, die Ideen sichtbar, die spielerische Qualität unbestritten. Aber sobald es darum geht, ein Spiel zu „töten“, Verantwortung zu übernehmen oder auch mal dreckig zu gewinnen, wird es dünn. Zu dünn für die eigenen Ansprüche.
Nicolas abermals in VollGAS-Form
Davon ab konnte man sich bei Moritz Nicolas bedanken, dass der Drops zu Gunsten der Bremer nicht schon vor dem Ausgleich gelutscht war. Borussias Keeper klärte unter anderm gegen Isaac Schmidt und Olivier Deman herausragend. Abermals eine starke Leistung von Nicolas, dem nur Sekunden zu seinem dann neunten ‚Zu-Null-Spiel‘ fehlte. Der 28-Jährige zeigte insgesamt fünf Paraden und wehrte 83 Prozent der Bälle ab – VollGAS-Quoten, die leider unter dem Strich nur bedingt belohnt wurden.
Das 1:1 bei Werder Bremen ist eines dieser Ergebnisse, bei denen man nach Abpfiff nicht so recht weiß, ob man zufrieden oder frustriert sein soll. Auf dem Papier ein Auswärtspunkt, im Spielverlauf eher zwei verlorene Zähler. Und genau da liegt das Problem dieser Borussia. Es war ein sogenanntes 6-Punkte-Spiel, dass man quasi verloren hat, weil man einen direkten Konkurrenten nicht hat schlagen können. So ist der Abstand auf den Relegationsplatz auf drei Punkte geschmolzen.
In den kommenden vier Spielen geht es gegen Leverkusen, in Frankfurt und Freiburg und zuhause gegen Union Berlin. Wenn man da nicht in allen Belangen VollGAS an den Tag legt, dann wird es düster werden. Allerdings fehlt im Moment der Glaube, dass der Turnerbund gelingen kann.

