Alexander Blessin war in Köln in seinem Element. Foto: Ulrich Hufnagel.
Borussia Mönchengladbach hat das 101. Rheinische Derby verloren. Beim 1. FC Köln zeigten sich die Borussen im Vergleich zu den letzten Wochen zwar verbessert, standen am Ende aber erneut mit leeren Händen da. Es gibt aber auch durchaus Anlass, zuversichtlich zu bleiben. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von unserem Partner, der Kessels GmbH _ Schweißen & Gase aus Mönchengladbach.
Am Ende war es wie immer in der bisherigen Saison: Die Borussen schlenderten mit gesenkten Köpfen in ihre Fankurve und bedankten sich für die Support. Apropos. Der war von Teilen der Anhänger alles andere als VollGAS. Es flogen Feuerwerkskörper in die Zuschauerränge und es wurde eine Plexiglasscheibe, die zur Trennung dient, durchbrochen, nach der es zu unschönen Szenen kam. Sechs Menschen wurden verletzt, darunter ein Kind.
»Das will niemand sehen«
Erst als die Polzeit einschritt, beruhigte sich die Lage. Zuvor hatte Schiedsrichter Florian Badstübner die Partie kurzzeitig unterbrochen. Frustriert darf man durchaus sein, aber solche Szene gehören definitiv weder in ein Fußball-Stadion noch zum Sport generell. Insofern kann man sich da Borussias „Head of Sports“ uneingeschränkt anschließen.
»Wir brauchen nicht drum herumzureden. Das gehört nicht ins Stadion. Das hat uns alle erschrocken. Nicht umsonst wird ein Spiel dann auch unterbrochen«, verurteilte Rouven Schröder die Geschehnisse. »Das will niemand sehen. Gewalt grundsätzlich nicht. Böller haben da nichts zu suchen. Ich habe auch eine Familie und möchte im Stadion sicher sein.« Diesbezüglich kündigte der 50-Jährige eine Aufarbeitung an. Auch Alexander Blessin wird mit seiner Mannschaft diese bittere Niederlage aufarbeiten.
VollGAS-Start und ein Sonntagsschuss
Eigentlich waren die Fohlen gut und so ins Derby gestartet, wie es sein muss. Die Blessin-Truppe war gleich auf Empfang, zeigte sich gallig und erspielte sich Abschlüsse. Die Fohlen waren die bessere Mannschaft, verloren dann aber den Faden und kassierten durch einen Sonntagsschuss das 0:1.
Mit VollGAS-Einstellung zum Ausgleich
Kurzzeitig tat den Fohlen der plötzliche Rückstand weh, doch anders als in der Vergangenheit fielen sie dieses Mal nicht um, sondern krempelten die Ärmel hoch und schlugen in Person von Joe Scally zurück. Das war aufgrund des Engagements ein verdienter Ausgleich für die Borussen, die sich nicht hängen ließen. Dann war es Said El Mala, der an diesem Nachmittag den Unterschied machte und die Borussen am Ende mit leeren Händen dastehen ließ. Dass es vor diesem Treffer eine strittige Szene zwischen Daiki Hashioka und Krauß gegeben hatte, ist oft genug diskutiert worden. Diese Szene hätte auch gut und gerne als Foulspiel gewertet werden können. Dann hätte es diesen Treffer nicht gegeben.
Wie dem auch sei. Auch wenn der zweite Durchgang nicht gut war, so gab es dennoch Möglichkeiten, zumindest einen Punkt zu holen. Ohne Zweifel muss es aber offensiv insgesamt besser werden. Frischen Wind brachten da die Joker Wael Mohya, Zento Uno und Bundesliga-Debütant Fritz Fleck.
Noch nicht aller Tage Abend, Blessin geht voran
Unter dem Strich ging das Derby verloren und die Borussia steht nach fünf Spieltagen weiterhin mit leeren Händen da und steht gehörig unter Druck, endlich in die Punkte zu kommen, damit nicht gänzlich der Anschluss aus den Augen verloren wird. Zumal die Teams, die man eigentlich mit unten drin vermutet hatte, Punkte holen und stabiler wirken, als die Fohlenelf aktuell.
Fakt ist aber auch: Nach fünf Spieltagen ist noch keiner abgestiegen. Das Auftreten der Mannschaft in der Domstadt macht Hoffnung, dass es besser wird. Defensiv war das okay und die Fohlen haben sich gewehrt, sind nicht komplett zusammengefallen.
In diesem Zusammenhang: Borussia hat erst zum zweiten Mal die ersten fünf Spiele einer Bundesliga-Saison verloren. Zuvor war das nur 2015/16 passiert, damals erreichte die Borussia trotz null Punkten nach fünf Runden am Ende aber als Vierter sogar noch die Champions League! Natürlich war das eine andere Zweit und andere Spieler und die Königklase wird es diese Jahr sicher nicht werden, aber es zeigt, dass es generell machbar und möglich ist, sich aus einem solchen Sumpf zu ziehen.
Alexander Blessin hat weiterhin eine Mammutaufgabe und viel zu tun. Es ist zu schaffen und möglich, den Klub irgendwie in der Bundesliga zu halten – und nur darum geht es in dieser Saison. Dazu müssen alle VollGAS geben, Resilienz zeigen und zusammenhalten. Blessin lebt das vor und fordert das auch von seiner Mannschaft. Bestes Beispiel, als er die Mannschaft nach Schlusspfiff in Köln wieder zurück in die Kurve zu den Fans holte, als diese sie wegschicken wollte. Blessin weiß, dass es nur zusammen geht – im Verbund und im Klub. Auf geht’s!


