VollGAS-Analyse nach Dortmund: Borussia belohnt sich – zu spät?

Kapitän Rocco Reitz war mit einer Vorlage am Siegtreffer von Haris Tabaković beteiligt. Foto: Dirk Päffgen

Beim Sieg von Gladbach gegen den BVB brachen zum Schluss alle Dämme. Dabei hätten sich die Borussen deutlich früher belohnen können. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von unserem Partner, der Kessels GmbH – Schweißen & Gase aus Mönchengladbach. 

Es war der lang ersehnte und hoch verdiente Heimsieg von Borussia Mönchengladbach gegen den Namensvetter aus Dortmund. Schon in der ersten Hälfte machten die Borussen einen besseren Eindruck als zuletzt im zweiten Durchgang beim Null zu Null zu Gast beim VfL Wolfsburg. Denn: Gladbach wirkte aggressiver, präsenter und hungriger als die Gäste aus Dortmund.

Gladbach in xGoals deutlich überlegen

Und das, obwohl sich beide Mannschaften unter dem Strich nach 90 Minuten den Ballbesitz gerecht aufteilten. Was die Mannschaft von Eugen Polanski daraus machte, sprach für sich: 2,20 zu 0,49 xGoals fiel die Statistik zugunsten der Gladbacher aus – eine deutliche Steigerung zur Vorwoche, in der es nur 0,51 xGoals waren. Und ein Zeichen für die Chancenqualität, die die Borussen gegen den BVB hatten.

Oder eben: Liegen ließen. Denn bei aller Ekstase gibt es auch etwas zu kritisieren. Nämlich, dass Gladbach schon deutlich früher den Sack hätte zumachen können, sich mal wieder offensiv zu verhalten zeigte. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die wohl beste Gelegenheit ohnehin erst kurz vor Spielende kam – also genau dann, als Haris Tabaković den Borussia-Park ohnehin erlöste.

Reitz mit bester Chance

Es war Rocco Reitz, der aus gut elf Metern nach einer flachen Hereingabe von Franck Honorat links am Tor vorbeizog. Später machte er es dann mit einem tollen Assist für Tabaković wieder gut. Es bleibt aber der Eindruck, dass auch mehr Tore möglich gewesen wären – 12 Torschüsse waren es insgesamt, die auf oder in Richtung des Kastens von Gregor Kobel flogen. Interessant: Sieht man sich weitere Werte an, beispielsweise die Zweikampfstatistik, mutet die Partie wieder ausgeglichen an. Hier hat Gladbach mit 49 Prozent gewonnenen Duellen das knappe Nachsehen. 

Dennoch waren sich alle Beteiligten einig: Der Sieg für die heimische Borussia war verdient. Eine Szene fiel sorgte im Nachhinein jedoch noch für Aufsehen. Als Nico Schlotterbeck in der 56. Minute die gelbe Karte sah, hätte eigentlich Kevin Stöger verwarnt werden müssen für eine Schwalbe. Es wäre Stögers zweite Gelbe gewesen, und somit auch der Platzverweis. Wie die Partie dann ausgegangen wäre, das müssen sich Polanski und Co. nicht fragen. Etwas Glück war also dabei beim verdienten Heimsieg – das Glück des Tüchtigen möchte man sagen.