Haris Tabaković und die Borussen bemühten sich zwar, strahlten jedoch keine Torgefahr aus. Foto: Dirk Päffgen
Keiner der zwanzig Torschüsse von Borussia Mönchengladbach fand den Weg in das Gehäuse von Eintracht Frankfurt. Dabei bereitet die Niederlage auch aus anderen Gründen Sorgen – und erinnert an eine alte Weisheit. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von unserem Partner, der Kessels GmbH – Schweißen & Gase aus Mönchengladbach.
15 Prozent – so groß war der Anteil an Torschüssen, die Borussia Mönchengladbach im Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt auf das Tor der Gastgeber brachte. Drei von insgesamt 20 Torschüssen also, die sich die Fohlen herausspielten. Diese Zahl zeigt, dass die Eintracht den Borussen am Samstag genug Raum ließ, etwas Zählbares mitzunehmen. Die Fußballweisheit, dass Chancen alleine nicht ausreichen, muss einmal mehr zitiert werden am linken Niederrhein.
Viele Mühen, kaum Gefahr
Es ist ein bisschen wie bei beim „Schrotschussprinzip“. So bezeichnet man eine Vorgehensweise, bei der breit gestreut, aber ungenau agiert wird. Dabei zeigt auch der Vergleich zwischen xGoals und xAssists, also den möglichen Torvorbereitungen, dass Gladbach die alles entscheidende Qualität gefehlt hat, nämlich Effizienz. 1,43 erwartete Assists standen nur 1,19 erwarteten Toren gegenüber – bei der Eintracht war es umgekehrt, dort reichten 1,03 xAssists und 1,64 xGoals zu drei Treffern. Wirkliche Anstrengungen mussten die Gastgeber für ihren Sieg also nicht aufbringen.
Schließlich brachten sie nur zwölf Torschüsse zustande, acht davon kamen jedoch auf das Tor von Moritz Nicolas, zwei Drittel also. Die Diskrepanz zwischen Frankfurts Zielstrebigkeit und Gladbachs Nachlässigkeit entschied das Spiel, nicht etwa eine Frankfurter Überlegenheit. Das zeigt auch der Ballbesitz von 56 Prozent zugunsten der Borussen, die in den vergangenen Spielen ihrem Gegner meist den Ball überließen, diesmal aber die Kontrolle übernahmen.
Gladbach in der Passstatistik top
Vor diesem Hintergrund ist es keine Überraschung, dass Gladbach auch in anderen wichtigen Statistiken die Nase vorn hatte. Acht zu eins lautete das Eckenverhältnis aus Sicht der Mannschaft von Eugen Polanski, die mit insgesamt 16 Flanken viermal so viele hohe Bälle wie die Eintracht zustande brachte. Bei den gewonnen Zweikämpfen hatten die Gastgeber jedoch mit 54 Prozent ein leichtes Plus, deutlich mehr waren es bei den erfolgreichen Dribblings, nämlich 64 Prozent für die SGE.
Dass die Borussen es unermüdlich probierten, zeigt die Passstatistik. 463 zu 379 fiel diese zu Gunsten Gladbachs aus, 90 Prozent der Bälle kamen auch an – eigentlich ein Spitzenwert. Denn mit diesem führt der FC Bayern die Liga im Schnitt aller Teams an. Bei Borussia liegt der Mittelwert bei 83 Prozent angekommenen Pässen pro Spiel, diesen Wert übertrafen die Fohlen am Samstag deutlich.
Mohya macht es vor
Was tun also, wenn man eigentlich gut im Spiel ist und die Einladung des besser besetzten Gegners nicht annimmt, auswärts etwas Zählbares zu holen? Diese Frage werden sich Polanski und Co. mehr als einmal gestellt haben. Qualitätsmängel sind ein Teil der Wahrheit, schließlich fehlen in Robin Hack und Tim Kleindienst die wohl wichtigsten Offensivspieler nach wie vor. Es spricht Bände, dass der eingewechselte Wael Mohya die beste Möglichkeit des Spiels hatte, als er von der Strafraumgrenze einfach mal abzog und SGE-Keeper Kaua Santos all sein Können abverlangte.
Es wird mehr von diesem Mut brauchen, wenn Gladbach am Sonntag in Freiburg entgegen aller Statistiken etwas mitnehmen möchte. Möglicherweise kann der 17-jährige Mohya selbst dazu beitragen. Schließlich fehlt Kapitän Rocco Reitz gelbgesperrt, ein Platz im Mittelfeld wird also frei. Das Schrotschussprinzip sollte die Mannschaft dann abgelegt haben – Borussia wartet seit fast zwei Jahrzehnten auf einen Auswärtssieg im Breisgau.


