VollGAS-Analyse nach Heidenheim: Gladbachs alarmierende Schwäche in Zahlen

Niedergeschlagene Borussen nach dem Remis gegen Heidenheim. Foto: Dirk Päffgen

Einen wichtigen Befreiungsschlag verpasste Borussia Mönchengladbach am Samstag gegen den FC Heidenheim. Doch die schwache Leistung hat messbare Gründe: Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von unserem Partner, der Kessels GmbH _ Schweißen & Gase aus Mönchengladbach.

Frank Schmidt ist nicht für Polemik bekannt. Der Trainer des FC Heidenheim wird allgemein geschätzt für seine passenden Worte, und ebenso zutreffend war sein Fazit nach dem 2:2 zwischen Heidenheim und Borussia Mönchengladbach. »Wir hätten es am Ende verdient gehabt«, sagte er gegenüber der Sportschau über die Leistung seiner Mannschaft. »Wir müssen vor der Halbzeit in Führung gehen, haben das Spiel komplett kontrolliert, verdient das 2:1 gemacht und zwei, dreimal verpasst, für die Vorentscheidung zu sorgen. Gladbach ist wenig eingefallen«, kommentierte er die Leistung der Borussen, die sich phasenweise erschreckend schwach präsentierten. 

Nur ein Drittel aller Dribblings erfolgreich

Und das, obwohl Heidenheim das Tabellenschlusslicht ist und auch nach dem Remis noch acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz hat, Gladbach hingegen nur fünf Punkte Vorsprung – es hätten sieben sein können. So blieben die Bigpoints im Abstiegskampf aus. Und das hat messbare Gründe. Nur 0,73 xGoals produzierten die Borussen am Samstag, trotz Heimvorteil und Formstärke zuvor. Heidenheim kam immerhin auf 1,13 xGoals, die sie aus 17 Torschüssen gewannen, bei Gladbach waren es 15. Besonders alarmierend ist Borussias schwacher Dribbling-Wert: Nur 35 Prozent aller Dribblings waren erfolgreich, bei Heidenheim waren es mit 77 Prozent mehr als doppelt so viele.

Zudem gewann Borussia gegen Heidenheim weniger Zweikämpfe (45 Prozent). Auch beim Ballbesitz war es nahezu ausgeglichen, hier hatte Gladbach mit 51 Prozent nur knapp die Nase vorn – deutlich zu wenig für den Anspruch einer eigentlich spielstarken Mannschaft. Zumindest ist das die Erwartungshaltung, wegen der sich die Borussen damals von Trainer Adi Hütter getrennt haben, dessen Spielstil eher auf Pressing beruhte. Nun ist Hütters Entlassung beinahe schon vier Jahre her, doch etabliert hat sich der Ballbesitzfußball in Gladbach auch unter Polanski nicht.

Gladbach so schwach wie unter Seoane

Die Wahrheit lautet, dass Polanski nur 0,03 Punkte pro Spiel besser ist als sein Vorgänger Gerardo Seoane, dem im Schnitt 1,13 Zähler pro Partie als Gladbach-Trainer gelangen. Zu defensiv eingestellt seien die Borussen gewesen, so lautete einer der Vorwürfe nach der Leistung am Samstag, die von den Rängen mit Pfiffen bewertet wurde. Doch alleine am Trainer, das dürfte inzwischen klar sein, liegt es natürlich nicht. Es sind altbekannte Probleme, die Gladbach gegen Heidenheim zeigte. Hinzu kommen personelle Entscheidungen, die mitunter schwer nachvollziehbar sind, wie die Startelf-Nominierung Shuto Machinos, der zwar kämpfte, dem Gladbacher Spiel jedoch keinen Stempel aufdrücken konnte. 

Zu allem Übel wartet mit RB Leipzig Borussias Angstgegner in der kommenden Woche auf eine mindestens verunsicherte Mannschaft. Dass es in Leipzig klappt mit den drei Punkten darf bezweifelt werden, auch wenn Pessimismus noch nie geholfen hat. Es wird höchste Zeit, dass die Mannschaft alarmiert ist von ihren jüngst gezeigten Schwächen. Denn es wird noch einmal eng werden im Abstiegskampf – und mit einer Leistung wie gegen Heidenheim wird Gladbach das sichere Ufer zum Saisonfinale wohl kaum erreichen.