Erleichterung bei Eugen Polanski und den Fohlen nach dem Sieg gegen Union Berlin. Foto: Dirk Päffgen
Etwas Luft hat sich Borussia Mönchengladbach nach dem Sieg gegen Union Berlin verschafft. Dabei zeigen besonders zwei Werte die nach wie vor bestehenden Probleme auf. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von unserem Partner, der Kessels GmbH – Schweißen & Gase aus Mönchengladbach.
Dass der Heimsieg von Borussia Mönchengladbach gegen Union Berlin erst in der Nachspielzeit eingetütet wurde, war sowohl Sinnbild für die vergangenen Wochen als auch eine Erinnerung daran, dass die Borussen doch noch gewinnen können. Zu oft war Gladbach offensiv nicht fähig, den Ball über die Linie zu bringen, nun hat es in letzter Minute also doch geklappt.
Mohya-Debüt ein Erfolg
Sieht man sich die Zahlen nach dem Spiel an, geben diese einen treffgenauen Eindruck davon, wie sich die Partie auf dem Platz abgespielt hat. Auffällig ist, dass die Borussen mit 60 Prozent Ballbesitz erneut ein Ballbesitzplus hatten – das scheint angesichts der körperbetonten, wenig attraktiven Spielweise von Union eigentlich logisch, doch hat Borussia in dieser Saison auch in Heimspielen schon einmal dem Gegner den Ball überlassen, um über Konter gefährlich werden zu können.
Das hätte auch insofern gepasst, als dass Eugen Polanski in Wael Mohya einiges an Tempo auf den Platz gebracht hat, erstmals durfte der 17-Jährige von Anfang an spielen. Und Mohya zahlte das Vertrauen mit einer guten Leistung zurück. So war das Talent bis zu seiner Auswechslung in der 72. Minute Teil einer Offensive, die es immer wieder probiert hat, aber beinahe an ihrem Chancenwucher verzweifelt wäre.
Gladbachs Flanken ins Leere
Mit 3,02 xGoals beendeten die Borussen das Spiel, bei Union zeigte sich das komplette Gegenteil, die Gäste erreichten gerade einmal 0,14 xGoals. Das spricht einerseits für die Gladbacher Kollektivverteidigung, andererseits auch gegen die Leistung der Berliner, die nach eigener Aussage ihr schlechtestes Saisonspiel machten. Der zuletzt viel kritisierten Borussen-Defensive dürfte es gutgetan haben, dass den Gästen lediglich fünf Flanken gelangen. Eine Leistung, für die sowohl Joe Scally als auch Linksverteidiger Jens Castrop ein Lob erhalten dürfen.
Dabei war Gladbach seinem Gegner in der Kategorie Flanken weit überlegen: 28 hohe Bälle schlugen die Borussen vor das gegnerische Tor – einen Abnehmer fand davon keiner. Nur 21 Prozent der Flanken kamen überhaupt an. Noch stärker zeigt sich das Problem an den 21 Torschüssen, von denen bekanntermaßen nur einer den Weg in das Tor fand. Immerhin kam Union zu lediglich sechs Abschlüssen.
Borussia kann doch noch gewinnen
Immerhin, so werden die Fans sagen, sind die Dämme im Borussia-Park in der Nachspielzeit gebrochen. Kevin Diks war es, der am Samstag gleich mehrfach offensiv in Erscheinung trat: Einmal als Abseits-Torschütze, einmal als Pechvogel bei seinem Kopfball über das freie Tor hinaus und schließlich als Matchwinner. Möchte man das Spiel in positiver Erinnerung behalten, was die Borussen in der aktuellen Situation freilich tun werden, nimmt man das als Fazit: Borussia kann doch noch gewinnen, auch wenn es sich um einen Lucky-Punch handelte.
Dies würden Polanski und Co. erst recht für die kommende Partie unterschreiben. Denn am Freitag empfängt der FC Bayern die Borussen in der Allianz-Arena. In seiner aktuellen Verfassung käme alles andere als ein Sieg des Rekordmeisters einem kleinen Wunder gleich. Für die kommenden Wochen dürfte es Borussia primär darum gehen, in München nicht völlig unter die Räder zu geraten – und vielleicht einen Beweis dafür zu erbringen, dass im Fussball „alles möglich“ ist.


