Gladbach vor Freiburg unter Zugzwang: »Im Endeffekt haben wir Null Punkte«

Eugen Polanski muss mit seiner Mannschaft dringend die ersten drei Punkte einfahren. Foto: Dirk Päffgen

Die sportliche Lage bei Borussia Mönchengladbach ist mindestens angespannt. Wie Trainer Eugen Polanski das Ruder rumreißen will und wie sich Sportchef Rouven Schröder über die Situation äußert.

Das Duell mit dem SC Freiburg wird für Borussia Mönchengladbach in vielerlei Hinsicht ein richtungsweisendes: Nach zwei Auftaktniederlagen stehen die Borussen schon zu Beginn der neuen Spielzeit unter Zugzwang – und das gegen einen Gegner, bei dem sie zuletzt im Jahr 2008 gewonnen haben. Damals trafen beide Klubs noch in der zweiten Liga aufeinander, Gladbach setzte sich mit 3:2 durch. 

Etwas weniger turbulent, dafür jedoch mit drei Punkten dürfte der Wunsch von Eugen Polanski hinsichtlich der Ausbeute im Braisgau lauten. Nehmen würde er den Sieg aber so oder so. »Die Freiburger machen seit Jahren sehr, sehr viel richtig. Vieles von dem, was man bei ihnen sieht, wirkt sehr einfach. Aber genau das über Jahre auf demselben Niveau abzurufen, ist extrem schwer. Sie haben immer wieder die gleichen Muster, die gleichen Spielzüge und Abläufe«, sagte der Trainer auf der Pressekonferenz am Donnerstag. 

Polanski »geschockt« über Schlussphase gegen Elversberg

Trotzdem wolle er mit seiner Mannschaft die eigene Spielweise aufs Feld bringen, »um am Ende etwas mitnehmen zu können«. Dafür muss jedoch einiges besser laufen als bei der 3:4-Niederlage gegen die SV Elversberg – auch wenn Polanski auch positive Schlüsse ziehen wollte. »Was Energie, Laufleistung und Intensität angeht, war in den ersten 65 Minuten vieles vorhanden«, sagte er. »Dementsprechend hat uns das, was in den letzten 25 Minuten passiert ist, geschockt. Wir haben das Spiel durch individuelle Fehler aus der Hand gegeben. Das darf nach einer 3:1-Führung nicht passieren. Jetzt geht es darum, diese Fehler zu korrigieren und die Dinge, die wir gut gemacht haben, über 90 Minuten abzurufen«, fügte er an.

Bekanntermaßen werden Enzo Leopold, Jens Castrop, Yukhym Konoplia und neuerdings auch Nicolas Kühn nicht dabei sein können, ebenfalls ist Daiki Hashioka nicht im Kader. Neuzugang Zento Uno soll indes über die U23 an die Profis herangeführt werden. »Zento hat am Donnerstag erstmals bei der U23 trainiert, damit er die Jungs kennenlernt. Am Samstag wird er dann aller Voraussicht nach sein erstes Regionalligaspiel bestreiten«, sagte Polanski. Ob Mathieu Nguefack wieder auf der Sechs starten wird, ließ der Trainer aber offen. »Natürlich gibt es zwei, drei Dinge, die er deutlich besser machen kann. Wir dürfen aber nicht erwarten, dass ein Spieler bei seinem Startelfdebüt fehlerfrei agiert«, nahm er den Youngster in Schutz.

Gladbach: Kleindienst erhält Schröders Rückendeckung

Im Fokus stand nach der Niederlage aber auch ein anderer Akteur für sein Auftreten neben dem Platz: Tim Kleindienst, Kapitän und Wortführer, legte nach der Partie im Interview nach und forderte, dass seine Mitspieler »weniger TikTok gucken«. Eine Äußerung, die im Kontext der Emotionen stand, für die Sportchef Rouven Schröder Verständnis zeigte. »Wir wollen Tim in dieser Rolle haben, dass er sich äußert, dass er vorangeht und dass er emotional ist. Das haben wir alle in der vergangenen Saison vermisst. Dass er den Finger in die Wunde legt, wollen wir«, sagte Schröder. 

Mit der Leistung ist schließlich auch er nicht zufrieden. »Im Endeffekt haben wir null Punkte. Genau das stört uns maßlos , weil wir ehrgeizig sind. Es waren keine mannschaftstaktischen, sondern individuelle Fehler, die dazu geführt haben, dass wir die beiden Spiele verloren haben. Jetzt müssen wir daran arbeiten, dass das Ergebnis stimmt und dass wir positiv in die nächste Aufgabe gehen«, forderte er.