In letzter Minute: Gladbach verliert Heimauftakt gegen Elversberg

Hugo Bolin mit dem Doppelpack gegen die SVE, Franck Honorat mit zwei Vorlagen. Foto: Dirk Päffgen

Im ersten Heimspiel der Saison muss sich Borussia Mönchengladbach gegen die SV Elversberg in letzter Minute geschlagen geben. Nach gutem Beginn übernahmen die Gäste zum Ende die Spielkontrolle und machten den Fehlstart der Borussen perfekt.

Borussias Trainer Eugen Polanski musste im ersten Heimspiel der Saison auf Jens Castrop (Schulter-OP), Daiki Hashioka (Nackenverletzung), Enzo Leopold (Kreuzbandriss), Yukhym Konoplia und Zento Uno (alle Trainingsrückstand) verzichten. Dafür stand Fabio Chiarodia und nahm zunächst ebenso auf der Bank Platz wie der am Deadline-Day verpflichtete Nicolas Kühn.

Im Vergleich zur Niederlage in Leipzig gab es drei Änderungen: Joe Scally rückte erstmals in dieser Saison in die Startelf und vertrat Hashioka auf der rechten Abwehrseite, Mathieu Nguefack kam zu seinem Bundesliga-Debüt und bekam im defensiven Mittelfeld den Vorzug vor Kevin Stöger. Zudem begann Franck Honorat anstelle von Robin Hack. Die Fohlenelf startete gegen den Aufsteiger mit einem Altersschnitt von 25,8 Jahren. Jünger war sie im Jahr 2026 bisher noch nicht.

Bolin und Nguefack besorgen die Führung

Die Borussen gingen engagiert in die Partie und hatten bereits nach wenigen Sekunden die erste Möglichkeit. Kleindienst setzte nach einer Sander-Hereingabe zum Kopfball an, dieser flog aber weit über das Tor (1.). Kurze Zeit später dann erstmals die SVE. Campbell steckte durch für Gyamerah, dessen Hereingabe von Diks zur Ecke geklärt wurde, die im Anschluss nichts einbrachte (4.).

Acht Minuten später stand der ista-Borussia-Park dann Kopf. Nach einer Ecke schoss Startelf-Debütant Nguefack aus dem Rückraum aufs Tor. Keeper Kristof konnte zunächst klären, ehe Bolin vom zweiten Pfosten aus per Kopf zum 1:0 traf (12.). Eine Minute später fast die direkte Antwort. Nguefack vertändelte den Ball nach einem allerdings auch unsauberen Zuspiel am eigenen Strafraum. Onyeka schnappte sich die Kugel und zog direkt ab, traf aber zum Glück lediglich den linken Pfosten (13.).

Zwei Minuten später lag die Kugel nach einem tollen Spielzug erneut in den Maschen, Mohya hatte eingeschoben. Allerdings fand der Treffer auch nach VAR-Überprüfung aufgrund von Abseits keinerlei Anerkennung (15.). Bis dato war es eine ausgeglichene Partie, in der eine Standardsituation bislang den Unterschied machte.

Elversberg gleicht aus, Bolin schnürt den Doppelpack

Es ging hin und her, was eben auch am mutigen Aufsteiger lag. Und der kam dann plötzlich auch zum Ausgleich. Mokwa setzte sich gegen Itakura auf Höhe der Mittellinie durch, lief dann alleine auf Nicolas zu, schaute sich den Keeper aus und traf ins linke untere Eck zum 1:1-Ausgleich (29.). Dann hatten die Borussen gleich zwei Möglichkeiten zur erneuten Führung, aber erst köpfte Kleindienst zu hoch (31.), ehe Bolins Schüsse gleich zweimal geblockt wurden konnten (32.). Drei Minuten später verhindere Nicolas dann mit einer starken Fußabwehr gegen Onyeka eine mögliche Führung der Gäste (35.).

Und just in dem Moment, als man mit einem 1:1 zur Pause gerechnet hatte, schnürte Bolin seinen Doppelpack. Kleindienst schaltete bei einem Einwurf ganz schnell und warf lang auf Honorat, der im perfekten Moment am Strafraum auf Bolin querlegte. Der Schwede schob überlegt vor Kristof unten rechts zum 2:1 ein (44.). SVE-Trainer Wagner hatte sich über den Gegentreffer derart echauffiert und beim Unparteiischen beschwert, dass dieser die Gelb-Rote Karte zog. Wagner musste den zweiten Durchgang also von der Tribüne aus verfolgen. Allerdings hatte der SVE-Coach nicht ganz Unrecht, denn Kleindienst hatte nämlich den Ball im Zweikampf mit Keidel zuletzt berührt, ehe er den Einwurf schnell ausgeführt hatet. Insofern hätte es Einwurf für Elversberg geben müssen.

So ging es mit einer knappen Führung für die Borussen in die Kabinen. Bolin hatte in diesen kurzweiligen 45 Minuten gegen mutige Elversberger den Unterscheid gemacht. In der Defensive war das bei den Fohlen allerdings auch alles andere als sattelfest.

Scally trifft, Joker Krattenmacher antwortet

Beide Mannschaften kamen unverändert auf den Platz. Die erste Duftmarke nach Wiederanpfiff setzten die Gäste. Gyamerah zog mit rechts im Strafraum ab, traf aber nur das Außennetz (46.). Auf der anderen Seite die Fohlenelf, die es immer wieder versuchten, dann aber im und am Strafraum der Elversberger geblockt wurden. In der 56. Minute klingelte es dann aber. Nach Ballgewinn von Sander war es Honorat, der am rechten Strafraumrand perfekt auf Scally ablegt. Der US-Boy blieb cool und schob die Kugel mit links rechts unten zum 3:1 ein.

So richtig durch war die Partie aber noch, weil der Aufsteiger weiter munter mitmachte. Zunächst scheiterte Petkov an Nicolas (60.), sechs Minuten später war Borussias Nummer eins dann aber geschlagen. Joker Krattenmacher war es, der die Kugel in den Maschen versenkte (66.). Kurze Zeit später müssen die Borussen dann aber eigentlich treffen. Sander eroberte das Leder im Zentrum stark und hatte dann das Auge für Mohya. Der Youngster drang links in den Strafraum ein und hat nur noch Kristof vor sich. Doch anstatt den Ball in die Ecke zu schieben, schoss Mohya relativ zentral und traf den SVE-Torwart damit an der Brust (68.)

Elversberg dreht das Spiel

Kurze Zeit später hatte Honorat dann Feierabend, Kühn kam zu seinem Bundesliga-Debüt (69.). Dabei hätte er sich wohl einen anderen Start gewünscht. Denn nach einem Ballverlust von Nguefack in der eigenen Hälfte zückte der Youngster das Foul, das zu einem Freistoß für Elversberg aus guter Position resultierte. Und diesen verwandelte Keidel aus 18 Metern oben links (80.). 

Im Anschluss machte Elversberg Dampf, Gladbach hatte ein paar Ecken vorzuweisen, doch der Führungstreffer blieb aus. Im Gegenteil: Kurz vor Schluss hätte Krattenmacher fast das dritte Elversberger Tor in Folge geschossen, frei vor Nicolas hielt dieser seinen Volley in letzter Instanz (90.). Zwei Minuten später brachte aber auch das nichts mehr: Nach einem hohen Ball ließ sich Itakura von Futkeu abkochen, der auf Krattenmacher rüberlegte. Dieser fackelte nicht lange und zog die Kugel unten rechts in den Kasten (90.+2). 

Weitere Bemühungen der Borussen, die Blamage abzuwenden, blieben wirkungslos. Elversberg holt seinen zweiten Sieg in Folge, Gladbach die zweite Niederlage. Das ist besonders bitter angesichts der 3:1-Führung, die die Borussen hergegeben haben gegen das vermeintlich schwächste Team der Liga. Abermals waren defensive Fehlleistungen der Grund für die verdiente Niederlage.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Scally (77. Leszczyński), Diks, Itakura, Ullrich – Sander, Nguefack – Honorat (69. Kühn), Bolin, Mohya (69. Hack) – Kleindienst (77. Lidberg)

Weiter im Kader: Batz (ETW), Chiarodia, Stöger, Herold, Machino

SV Elversberg: Kristof – Gyamerath (87. Sirch), Pinckert, Rohr, Günther (75. Mickelson) – Keidel, Poręba- Petkov, Onyeka (75. Futkeu), Campbell (64. Krattenmacher,) – Mokwa (87. Condé)

Weiter im Kader: Boss (ETW), Le Joncour, Darvich, Schnellbacher

Tore: 1:0 Bolin (12.), 1:1 Mokwa (29.), 2:1 Bolin (44.), 3:1 Scally (56.), 3:2 Krattenmacher (66.), 3:3 Keidel (80.), 3:4 Krattenmacher (90.+2)

Gelbe Karten: Bolin, Nguefack, Diks / Condé

Bes. Vorkommnisse: SVE-Trainer Wagner erhält Gelb-Rote Karte (45. wiederholtes Meckern)

Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart)

Stadion: 51.042 (ista-Borussia-Park)