Borussia nach schmerzvoller Derbyniederlage – »Wir werden wiederkommen«

Fünf Spiele, fünf Niederlagen: Borussia ist weiterhin Tabellenletzter. Foto: Foto: Ulrich Hufnagel

Auch unter Alexander Blessin findet Borussia vorerst nicht aus der Krise. Die 1:2-Niederlage im Rheinderby offenbarte erneut die Schwächen der Fohlen, die nach fünf Spieltagen weiterhin ohne Punkt dastehen. Zwar waren erste Ansätze einer neuen Spielidee zu erkennen, doch eine schwache Phase nach der Pause kostete die Borussia erneut den möglichen Ertrag. Während Robin Hack altbekannte Muster bemängelte, stellte sich der neue Coach demonstrativ vor seine Mannschaft.

Ein gebrauchter Auftakt für Blessin 

Der Effekt des Trainerwechsels bei Borussia Mönchengladbach zeigte sich zumindest am Sonntagnachmittag noch nicht. Alexander Blessin ist nach Hans Meyer (1999) der erste Trainer, der sein erstes Spiel mit der Fohlenelf verlor. Nach Schlusspfiff rückte der Coach in den Fokus, als er vor den mitgereisten Gladbacher-Fans seine Schützlinge fast schon in Schutz nahm und sich demonstrativ vor sie stellte. »Wir sind alle nicht happy, dass wir ein Derby verlieren. Es war unser Vorhaben, hier etwas zu holen. Ich kann den Jungs allerdings keinen Vorwurf machen. Genau das war meine Message an die Fans. Wir haben hier 90 Minuten plus Nachspielzeit alles reingeschmissen«, erklärte Blessin am Mikrofon von DAZN. 

Hack sah alte Muster 

Robin Hack sah nach der Niederlage viel tiefere Probleme, sprach sogar von Mustern. Angesichts von fünf Pleiten in den ersten fünf Spielen wird es, so ehrlich muss man sein, aber auch noch ein paar Tage dauern, bis diese abgestellt sind. »Auch wenn wir 0:1 hinten lagen, haben wir in Halbzeit eins ein gutes Spiel gemacht und sind schließlich zurückgekommen. Dann haben wir allerdings in den ersten 15 bis 20 Minuten zu Beginn der zweiten Hälfte das Fußballspielen eingestellt und bekommen so ein dummes Gegentor. Es ist wie fast immer: Der Gegner stellt etwas um und wir kommen damit einfach nicht zurecht und finden nicht zurück in unsere Abläufe.«

Potenzielle Fehlentscheidung?

Das entscheidende 2:1 zugunsten der Domstädter wurmte Blessin ganz besonders. Zwar wurde der Treffer überprüft, doch der VAR sah kein regelwidriges Foulspiel von Krauß an Daiki Hashioka – sehr zum Leidwesen von Borussias Trainer. »Ich war jetzt drei Monate raus, vielleicht gibt es eine Regeländerung«, legte er los. »Er läuft aktiv in ihn rein und das ist für mich ein klares Foul. Wenn Daiki nach innen geht, kann er El Mala begleiten und versuchen, ihn zu blocken. Und dann kommt Krauß aus der Tiefe und geht aktiv rein. Mit dem Schiedsrichter gab es keinen Austausch und den brauche ich auch nicht.«

Positiv und fast schon mit Galgenhumor zu nehmen: Anstelle der durchschnittlich vier Gegentoren gab es jetzt ‚nur‘ zwei Treffer gegen die Fohlen. Dennoch schmerzte die Niederlage im Rheinderby besonders. »Das Derby bedeutet für die Fans und auch für uns alles. Von daher ist es für alle schmerzhaft. Aber da müssen wir nun durch«, gestand Rouven Schröder. 

Schröder sah bereits eine erste Tendenz 

Trotz allem fand Borussias Sportdirektor, dass schon eine erste Handschrift seines neuen Trainers zu erkennen war. »Im Endeffekt hat die erste Halbzeit das gezeigt, was Alex sich vorstellt: Kompakt nach vorne und auch aggressiv verteidigen. Das einzige Manko war die Phase vor dem Gegentor in Halbzeit zwei, da waren wir aus dem Spiel raus. Und trotz allem hat die Mannschaft zum Ende der Partie alles versucht, es nochmal zu drehen. Alex hat bislang sehr, sehr gute Arbeit geleistet. Wir werden wiederkommen.«

Die Zahlen sprechen derzeit alle gegen die Elf vom Niederrhein, und sie ist die einzige Mannschaft in der Bundesliga, die noch keinen Sieg, geschweige denn einen Punkt auf der Habenseite hat. Die berühmte Flinte ins Korn werfen wollte Hack noch nicht, schließlich sei noch genug Zeit, alles zu korrigieren. »Wir haben einen neuen Trainer und versuchen, uns da was zu erarbeiten. Ich glaube, man hat das teilweise auch gesehen. Wir waren teilweise besser in den Zweikämpfen und hatten defensiv mehr Struktur. Lasst uns einfach dranbleiben und versuchen, die Punkte zu holen. Aufgeben ist nicht, es ist noch lange genug und ich bleibe weiterhin positiv. Ich vertraue der Mannschaft und möchte vorangehen«, blickte der 28-Jährige auf die restliche Spielzeit. 

Richtungsweisendes Spiels gegen Hoffenheim 

Am kommenden Sonntag empfängt Borussia mit der TSG Hoffenheim den Tabellenvorletzten. Zwar wären die Fohlen, mit Ausnahme eines extrem hohen Sieges, noch immer Schlusslicht, doch es könnten regelrechte ‚Big-Points‘ werden, um den Anschluss wiederherzustellen. Es wird nun Zeit, dass auf viele Worte endlich Taten folgen.