Platzverweis der große Knackpunkt – »Mit elf Spielern hätten wir was geholt«

Ko Itakura sorgte dafür, dass die Fohlen lange in Unterzahl spielten. Foto: Dirk Päffgen

Borussia brachte sich in Hamburg durch einen Platzverweis selbst um den möglichen Lohn eines über weite Strecken ordentlichen Auswärtsspiels. Nach der Ampelkarte für Ko Itakura mussten die Fohlen eine Halbzeit in Unterzahl bestreiten und standen am Ende trotz großen Einsatzes mit leeren Händen da. Trainer Alexander Blessin war überzeugt, dass mit elf Spielern etwas Zählbares möglich gewesen wäre. Abseits des sportlichen Rückschlags richtete Rouven Schröder den Blick bereits nach vorne und stellte mögliche Verstärkungen in der Winterpause in Aussicht.

Der Grund für die Niederlage von Borussia Mönchengladbach beim Hamburger SV war schnell ausgemacht und lag in der 49. Minute. Ko Itakura riss bei einem Konter des HSV am Trikot von Grönbaek, der Däne kam zu Fall und der Rest ist Geschichte. Borussias Japaner verabschiedete sich mit einer Gelb-Roten-Karte in den vorzeitigen Feierabend und ließ seine Teamkollegen eine Halbzeit mit einem Spieler weniger zurück. 

Platzverweise brachte Borussia aus dem Konzept 

Es war der Knackpunkt für die Fohlenelf, die bis dato voll im Spiel drin war und einen guten Auftritt hinlegte. »Ich glaube, Ko weiß selber, dass es schlecht war. Das Spiel war schon in der ersten Halbzeit sehr intensiv und dann muss man es auch mit elf Akteuren beenden. Es ist bitter, unmittelbar nach der Pause die Gelb-Rote-Karte zu bekommen«, sprach Rouven Schröder nicht lange um den heißen Brei herum. 

Borussias Sportchef nahm Itakura in die Pflicht und wehrte sich dagegen, dass Blessin ihn hätte zur Halbzeit auswechseln müssen. »Ko hat eine gewisse Erfahrung und ist auch Kapitän der japanischen Nationalmannschaft. Er weiß eigentlich ganz genau, wie er da hingehen muss.« Besonders wurmte den 51-Jährigen, dass die Mannschaft anschließend zeigte, dass etwas Zählbares drin gewesen wäre. »Trotz Unterzahl haben die Jungs alles reingeworfen und auch mit zehn Mann an sich geglaubt. Hätte Joe Scally die Riesenchance zum 2:2 genutzt, wäre das Spiel noch einmal komplett offen gewesen. Umso ärgerlicher ist es, dass wir am Ende ohne Punkte dastehen.«

Kein Ertrag nach gutem Auftritt 

Blessin pflichtete Schröder bei und haderte auch mit dem unnötigen Platzverweis. »Der Knackpunkt war sicher die Gelb-Rote Karte. Ich bin überzeugt, dass wir mit elf Mann hier etwas geholt hätten. Trotzdem haben die Jungs alles reingeworfen, auch in Unterzahl noch Chancen kreiert und eine hohe Intensität gezeigt, aber wir müssen daraus lernen, solche Spiele mit elf Mann zu beenden«, nahm er die Fohlen in die Pflicht. Borussias Trainer ließ sich von dem Rückschlag aber nicht beeindrucken und glaubt weiterhin daran, dass die Gladbacher noch die Wende schaffen können. »Wenn wir mit dieser Leidenschaft und Intensität auftreten, werden die Punkte kommen. Das ist keine Durchhalteparole, sondern meine Überzeugung.«

Dass in dem Aufeinandertreffen der beiden Traditionsmannschaften überhaupt zwei Treffer fielen, war angesichts der beiden Nullnummern in der letzten Saison schon äußerst erfreulich. Leider waren es zwei Tore für den HSV, die laut Blessin durch »Wahnsinns-Sonntagsschüsse« fielen. In Halbzeit Einshabe sich die Fohlenelf aber auch durch »individuelle Fehler selbst in Schwierigkeiten gebracht«. In der Offensive wurde aber auch deutlich, dass es an einem Vollstrecker mangelt, denn Chancen hatten die Gäste vom Niederrhein auch in Unterzahl zur Genüge. 

Betz überzeugte erneut 

Als Vertreter des verletzten Moritz Nicolas sorgte Daniel Batz mit einem starken Auftritt allerdings auch dafür, dass es bei ‚nur‘ drei Gegentoren blieb. Der 35-Jährige sprach aber auch die fahrlässige Chancenverwertung an. »Wenn wir da das 2:2 erzielt hätten, wäre es noch einmal unruhig geworden und das Momentum hätte auf unsere Seite kippen können. Das ist uns leider nicht gelungen. Trotzdem können wir uns nicht viel vorwerfen. Wir haben alles auf dem Platz gelassen und auch in Unterzahl alles versucht, das Spiel auf unsere Seite zu ziehen«.

Transfers in der Winterpause?

Nun haben die Verantwortlichen in der Länderspielpause viel Zeit, die richtigen Schlüsse aus der Niederlage zu ziehen und weiter daran zu arbeiten, den Fehlstart zu korrigieren. In der Vereinsgeschichte verbuchten die Borussen nach neun Bundesliga-Spielen noch nie vier Punkte – neuer Negativrekord. Zudem ging am Freitagabend das elfte Auswärtsspiel im Jahr 2026 verloren; das ist ebenfalls der höchste Wert der Liga. 

Schröder stellte bereits in Aussicht, dass sich im Winter auf dem Transfermarkt etwas tun könnte und er die Mannschaft verstärken möchte. »Wir werden die nächsten Wochen dazu nutzen, um die Köpfe zusammenzustecken und zu bewerten, was im Winter passiert. Eines ist aber klar: Wenn wir was machen und uns verstärken können, dann werden wir das machen.« Zwar hofft er auch auf die Rückkehr der vielen Verletzten, doch selbst dann ist Geduld gefragt. »Man sieht deutlich, dass die Jungs wieder zwei, drei Spiele brauchen, um wieder reinzukommen«, meinte Schröder. Die Hoffnung rund um den Borussia-Park lebt weiterhin!