Nach zahlreichen Zugängen: Wer könnte Gladbach jetzt verlassen?

Wie geht es mit Kevin Stöger weiter? Steine würde man dem Österreicher wohl nicht in den Weg legen.  Foto: Dirk Päffgen

Es ist kein Geheimnis, dass der Kader von Borussia Mönchengladbach sich noch weiter verändern soll. Doch nach zahlreichen Zugängen, die Sportchef Rouven Schröder schon über die Bühne gebracht hat, wird sich vor allem auf der Abgangsseite etwas tun müssen.

Die Frage taucht schon seit Jahren immer wieder in Verbindung mit Borussia Mönchengladbach auf, wenn es um Abgänge geht. Undzwar die, ob Nico Elvedi in diesem Sommer den Wechsel in Richtung Premier League antritt. Denn der Vertrag des Schweizers läuft im kommenden Sommer aus, eine Ablöse kann nur noch jetzt generiert werden – doch seine Ausstiegsklausel ist inzwischen abgelaufen, eine Ablöse müsste frei verhandelt werden. Leeds United soll bereit sein, 8,5 Millionen Euro für Elvedi hinzulegen, das scheint für Gladbach jedoch noch zu wenig. 

Elvedi-Abgang wahrscheinlich

Dass Elvedi seinen Vertrag verlängert, gilt laut denselben Medienberichten als unwahrscheinlich. Dennoch dürften Sportchef Rouven Schröder und Trainer Eugen Polanski daran gelegen sein, schließlich ist Elvedi „Mister Zuverlässig“ in Gladbachs Abwehr. Ihn zu ersetzen wird schwierig, Kevin Diks rückt in der Hierarchie wohl als Abwehr-Chef auf. Ein ablösefreier Abgang Elvedis soll es aber in jedem Fall nicht werden, das dürfte die Vergangenheit gelehrt haben.

Anders sieht das jedoch bei Florian Neuhaus aus. Mit seinen Leistungen war Polanski nicht mehr zufrieden, sein (bekanntermaßen) hohes Gehalt steht einer Zukunft in Gladbach ebenfalls im Wege. Doch gilt auch Neuhaus’ Vertrag noch bis 2027 – weswegen Schröder und Co. wohl sogar bereit sein sollen, ihn trotzdem schon in diesem Sommer ablösefrei gehen zu lassen und sogar einen Teil des Gehaltes weiter zu übernehmen. Bleibt abzuwarten, ob sich Neuhaus selbst darauf einlassen würde. Denn auch für ihn müsste es einen passenden Abnehmer geben.

Ngoumou vor Schicksalsjahr

Bei Kevin Stöger würden sich die Borussen auf so einen Deal vermutlich nicht (zusätzlich) einlassen, doch auch er könnte, trotz besserer Leistungen zuletzt, auf der Streichliste stehen. Schließlich ist auch Stöger mit rund zwei Millionen Euro Jahresgehalt einer der Top-Verdiener, einen Status als Stammkraft wird er in der neuen Saison wahrscheinlich trotzdem nicht bekommen. Gut möglich also, dass auch er sich mit einem Wechsel beschäftigt, auch wenn, wie schon bei Neuhaus, von Spielerseite wenig Drang bestehen dürfte. 

Über Nathan Ngoumou hängt ein noch größeres Fragezeichen: Der Franzose, der regelmäßig durch Verletzungen zurückgeworfen wird, bräuchte schon ein Break-Out-Jahr, um einen neuen Vertrag zu erhalten. Grundsätzlich täte er dem Gladbacher Offensivspiel gut, doch werden es sich die Verantwortlichen gut überlegen, ob sie auf eine dauerhafte Genesung Ngoumous setzen, oder bei ihm den ablösefreien Wechsel in Kauf nehmen. Es wäre ihm zu wünschen, dass er sich in der neuen Saison noch einmal beweisen dürfte.

Gladbach könnte Scally-Einnahmen gebrauchen

Dass Joe Scally dann noch als Spieler in Gladbach weilt, darf zumindest bezweifelt werden. Schließlich könnte für den US-Amerikaner nach der WM der perfekte Zeitpunkt gekommen sein, um den nächsten Karriereschritt zu gehen. Zudem ist das Erlöspotential bei Scally wohl am höchsten im gesamten Kader. Wie auch Elvedi dürfte Scally die Premier League reizen – einen konkreten Abnehmer gibt es aktuell aber nicht. Das Geld könnten Schröder und Co. aber gut gebrauchen, um weiterhin flexibel auf dem Markt zu sein. Auf dem Markt sein dürften auch Tomáš Čvančara und Grant-Leon Ranos.