Isac Lidberg zeigte gegen Hoffenheim eine starke Leistung und trag doppelt. Foto: Dirk Päffgen
Borussia Mönchengladbach hat am Freitag das zweite Testspiel im Rahmen des Trainingslagers am Tegernsee gewonnen. Gegen die TSG 1899 Hoffenheim stand in Schwaz nach insgesamt 120 Minuten ein unter dem Strich verdienter 4:1-Sieg. Robin Hack, Isac Lidberg per Doppelpack und Florian Neuhaus trafen für die Fohlenelf, die sich vor allem in den letzten 60 Minuten deutlich steigerte.
Nach dem 15:0-Sieg gegen Kreisligist FC Rottach-Egern gab es am Freitag den ersten richtigen Härtest der Sommer-Vorbereitung. Im österreichischen Schwaz bekamen es die Borussen mit der TSG 1899 Hoffenheim zu tun. Beide Klubs hatten sich auf Spielzeit in Höhe von 120 Minuten verständigt, die vier Vierteln zu je 30 Minuten unterteilt waren. Gegen den Ligakonkurrenten musste Borussias Trainer Eugen Polanski im Vergleich zu Test gegen den FC Rottach auf Jens Castrop (Schulterverletzung) verzichten. Dazu fehlte Zento Uno. Ebenso nicht mit dabei waren Jan Olschowsky und Tobias Sippel.
Im bis dahin fünften Test der Vorbereitung bot der 40-Jährige im 4-2-3-1-System zunächst folgende Fohlenelf auf: Vor Torhüter Moritz Nicolas bildeten Joe Scally (rechts), Nico Elvedi, Kevin Diks und Lukas Ullrich (links) die Abwehrkette, während Philipp Sander und Enzo Leopold als Doppel-6 aufliefen. Auf den Außen spielten Wael Mohya und Franck Honorat, auf der Zehn postierte sich Hugo Bolin. Als Sturmspitze agierte Kapitän Tim Kleindienst.
Hitzige Anfangsphase
Von einem Testspiel hatten die Anfangsminute jedoch eher wenig. Auch wenn die Torchancen zunächst ausblieben hatten sich beide Mannschaften sichtbar etwas vorgenommen. So beispielsweise nach fünf Minuten, als Burger und Kleindienst nach einem Foul des Borussen aneinander gerieten. Sportlich trat die TSG als erstes in Erscheinung – wieder war es Burger, der diesmal Nicolas mit einem Distanzschuss prüfte (9.).
Die erste gute Chance hatte Gladbach durch Bolin, der nach einer halbhohen Flanke von Scally links am Tor vorbeizog (15.). Davon abgesehen taten sich die Borussen offensiv aber schwer. Auf der anderen Seite lag Ulrich nach einem härteren Einsteigen von Coufal am Boden, konnte aber weitermachen. Kurz darauf musste Nicolas doppelt entschärfen (19./20.), ehe die Partie weiter gallig blieb. Auch Hoffenheim fehlte es an guten Abschlüssen. Zum Ende des ersten Viertels sorgten Sander und Honorat für eine sehenswerte Kombination, doch auch Baumann hatte keine Probleme, die Null festzuhalten.
Hoffenheim mit Führung
Das zweite Viertel begann mit einem Rückschlag für die Borussen – nach einem Einwurf und einer Kopfballverlängerung kam Conte an den Ball, den der Hoffenheimer frei vor Nicolas in die linke Ecke setzen konnte (32.). Das schien die Borussen wachzurütteln, die in der Folge über Honorat und Scally vergebens Abnehmer im gegnerischen Strafraum suchten. Dafür hatte Hoffenheim die nächste Chance nach einem Gladbacher Ballverlust.
Am umtriebigsten im Borussen-Trikot zeigte sich inzwischen Mohya, der sich an der Hoffenheimer Defensive die Zähne ausbiss. Dafür hatte Scally die bis dahin beste Chance für Gladbach, im Sechzehner zog er allerdings links am Tor vorbei (47.). Wenig später kam Bolin nach einer Flanke zum Kopfball, den Baumann aber problemlos festhielt. Jetzt häuften sich Borussias Chancen: Diks setzte ebenfalls einen Kopfball neben das Tor der TSG (54.). Kurz vor Ende der ersten Halbzeit holte sich Kabak die gelbe Karte ab, nachdem er zum wiederholten Male zu hart gegen Mohya einstieg.
Gladbach: Grunderneuert in die zweite Hälfte
Nach einer viertelstündigen Pause schickte Eugen Polanski eine rundum erneuerte Elf auf das Feld, lediglich Sander blieb auf der Sechs. Und kurz nach Wiederanpfiff durfte sich Daniel Batz das erste mal auszeichnen, als er einen Flachschuss neben das Tor lenkte (63.). Die Platzverhältnisse veränderten sich indes durch den aufkommenden Regen – zunehmend kamen die Spieler ins Rutschen. In dieser Phase parierte Batz erneut stark, lenkte einen Distanzschuss zur Ecke (71.)
Auf der Gegenseite gelang Borussia schließlich der Ausgleich. Isac Lidberg legte im Strafraum quer zu Robin Hack, der den Ball unten links versenkte (75.). Jetzt sorgten auch die Fans von den Rängen für Stimmung – und sie sahen, wie Meiser doppelt per Grätsche und Batz schließlich mit der Hand das zweite Gegentor verhinderten (83.). Beinahe wäre den Borussen der zweite Treffer gelungen, doch nach einem Pfostenschuss wurde auch Stögers Schuss geblockt.
Lidberg sorgt für Führung
Wenig später sollte aber auch das anders sein: Lidberg nutzte einen Hoffenheimer Defensivfehler, blieb im Eins-gegen-Eins gegen Philipp nervenstark und netzte zum 2:1 aus Borussen-Sicht ein (87.). Kurz darauf war auch das dritte Viertel beendet, in dem sich Gladbach deutlich steigerte und das Spiel drehte.
Das letzte Viertel begann ohne Wechsel auf beiden Seiten. Weiter regnete es in Strömen in Österreich, was der vor dem TV-Gerät schauende Fan in Deutschland womöglich neidisch betrachtet hat. Regnet es in Deutschland doch schon seit Wochen nicht mehr, was zunehmend gerade bei den Lieferketten für Probleme sorgt.
Unterdessen hatte Tohumcu den ersten Abschluss des letzten Viertels, setzte seinen Schuss aber über das Gehäuse (100.). Nahezu im Gegenzug hatte Danfa die Gelegenheit, die Führung auszubauen, doch ein Hoffenheimer hatte im Strafraum noch den Fuß dazwischen (101.). Beide Teams suchten in dieser Phase weiterhin den Abschluss. Machino setzte dann Lidberg auf dem rechten Flügel in Szene, doch der Pass in die Mitte kam zu unplatziert (106.).
Lidberg schnürt den Doppelpack, Neuhaus setzt den Schlusspunkt
Vier Minuten später sorgte Lidberg dann für die Entscheidung. Der Stürmer stand nach einer zunächst guten Baumann-Abwehr in Fünfmeterraum goldrichtig und staubte zum 3:1 ab. Zuvor hatte der TSG-Keeper einen Schuss von Danfa nach vorne abgewehrt (112.). In der Schlussphase gab es nochmal einen Dreifach-Wechsel bei den Fohlen.
Hoffenheim versuchte, noch einmal ranzukommen, musste dann aber noch einen Gegentreffer schlucken. Herold traf erst die Kugel nicht richtig, die dann vor die Füße von Lidberg fiel. Dessen Abschluss konnte Philipp zwar noch klären, doch dann staubte Neuhaus aus kurzer Distanz zum 4:1 ab (118.). Kurze Zeit später landete die Kugel erneut in den Maschen der TSG, doch der vermeintliche Treffer von Fleck fand aufgrund von Handspiel keine Anerkennung (120.).
So blieb es am Ende beim 4:1-Sieg für die Fohlenelf. Ein deutlicher und unter dem Strich verdienter Sieg, nach dem es zunächst vor allem nach den ersten 60 Minuten nicht ausgehen hatte. Doch dann steigerte sich die Fohlenelf trotz des tiefen Bodens deutlich und nutzte ihre Möglichkeiten. Positiv in Erscheinung trat vor allem auch Lidberg, der an allen Toren beteiligt war und gezeigt hat, warum man ihn verpflichtet hat.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
TSG Hoffenheim, 1. Halbzeit: Baumann – Coufal, Ozan Kabak, Hajdari, M. Rots – Lenz, Burger – De Cat, Prass – Conté – Lemperle
TSG Hoffenheim, 2. Halbzeit: Philipp – Gendrey (107. Dulic), Arthur Chaves (107. Spranger), Hranáč, Bernardo – Avdullahu, Tohumcu – Wimmer (107. Engelns), Daghim – Hložek (107. Vogt), Moerstedt
Borussia Mönchengladbach: Nicolas (61. Batz) – Scally (51. Hashioka, 111. Berko), Elvedi (51. Meiser), Diks (61. Leszczyński), Ullrich (61. Herold) – Sander (73. Nguefack), Leopold (61. Stöger) – Honorat (61. Machino), Bolin (61. Danfa, 111. Neuhaus), Mohya (61. Hack, 111. Fleck) – Kleindienst (61. Lidberg)
Tore: 1:0 Conte (32.), 1:1 Hack (76.), 1:2 Lidberg (87.), 1:3 Lidberg (110.), 1:4 Neuhaus (118.)
Gelbe Karten: Kabak, Chaves, Philipp / Nguefack
Bes. Vorkommnisse: Keine
Zuschauer: 1.580 (Silberstadtarena Schwaz, Österreich)

