Jawoll: Tim Kleindienst, hier beim Abklatschen mit Kevin Diks (links), erzielte gegen Aston Villa einen Doppelpack und war zufrieden mit seiner Mannschaft. Foto: Dirk Päffgen
Die Saisoneröffnung vor heimischer Kulisse verlief nach Plan, das befand auch Kapitän und Doppeltorschütze Tim Kleindienst nach der Partie. Wovor er dennoch warnte und wie Neuzugang David Herold sein Debüt im Ista-Borussia-Park einordnet.
»Grundsätzlich haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht, besonders in der ersten Hälfte. Vieles ist aufgegangen, was wir machen wollten, gerade auch im Pressing, diese Intensität auf den Platz zu bringen«, lobte der Kapitän seine Mannschaft – und blickte auch auf die zurückliegenden Wochen. »Natürlich merkst du diese Krönung dann noch von der ganzen Vorbereitung, auch gegen den Europa-League-Sieger so ein Spiel zu machen. Natürlich weiß ich jetzt nicht, ob es die ‚Voll-Kapelle‘ war, aber am Ende kann uns das scheiß egal sein. Egal welcher Gegner am Ende da steht: Du müsst ihn irgendwie aus dem Stadion fegen«, führte er aus.
Wichtig sei auch gewesen, dass sich die Neuzugänge im Ista-Borussia-Park akklimatisieren. In der zweiten Halbzeit sei es zwar »etwas träge« geworden, doch sei dies auch auf die zahlreichen Wechsel zurückzuführen, durch die »die Abstimmung so ein bisschen verloren« gegangen sei. »Wir hatten aber auch viel mehr Chancen als Tore, die wir dann gemacht haben, aber am Ende kann man da auch zufrieden sein«, befand Kleindienst und warnte zugleich, dass »zu viel Zufriedenheit« auch nicht angebracht sei – erst ab dem DFB-Pokal Spiel gegen Schott Mainz am kommenden Sonntag zählen schließlich die Siege.
Pokal »so angehen, als würdest du gegen Bayern spielen«
»Du musst es souverän runterspielen. Du darfst nichts anbrennen lassen, nicht Harakiri machen, sondern es so angehen, als würdest du da gegen Leipzig oder Bayern spielen«, weiß er. Die Art und Weise, wie die Borussen gegen Aston Villa agierten, nehme er dennoch gerne mit in die kommende Bundesliga-Saison. »Wenn du pressen kannst und das Gefühl da ist, kannst du jeden Gegner vor Probleme stellen. Wir müssen die Abstimmungen hinkriegen, dürfen aber auch nicht zu viel wollen. Denn gerade, wenn es dann mal gut läuft, denkst du, du könntest pressen, pressen, pressen und läufst dann auf einmal dem Ball hinterher«, gab der Kapitän die Marschroute vor.
Der erste Gradmesser warte indes mit dem Spiel bei RB Leipzig zum Bundesligastart. »Dann geht es wieder um Punkte, und davon wollen wir dieses Jahr so viel wie möglich holen«, sagte Kleindienst. Bei seiner ganz persönlichen Aufgabe – so viel wie möglich auf dem Platz zu stehen und Tore zu schießen – ist er jedoch auf die Flügelspieler angewiesen, die ihn mit Bällen füttern sollen. »Jeder weiß, wie der andere tickt. Beim Franckie weiß ich, wo ich hinlaufen muss, ich weiß, was ich beim Hacki zu tun habe, und Hugo macht es gerade sehr überragend“, lobte er das Zusammenspiel mit Honorat, Hack und Bolin.
Gladbach: Herolds Eindruck bestätigt sich
Es wird jedoch auch neue Abläufe zu erlernen geben, viele Neuzugänge müssen sich einfügen in die Mannschaftsstruktur. »Man merkt, dass jeder das Maximum erreichen möchte. Man merkt, dass die Mannschaft hungrig ist, auf der Bank wurde direkt analysiert: Was haben wir gut gemacht, was können wir besser machen? Das ist schön zu sehen, und das müssen wir beibehalten«, verwies Kleindienst auf Phasen, die auch herausfordernd sein können. Teil der neuen Struktur wird auch Linksverteidiger David Herold sein, der sich auf sein Debüt im Ista-Borussia-Park gefreut hat.
»Alles, was ich schon vorher gesagt habe, hat sich bestätigt. Ich fühle mich super wohl, habe mich sehr gefreut, vor heimischer Kulisse zu spielen und kann es kaum erwarten, wenn es bald losgeht«, sagte Herold, der sich von der Leistung gegen Aston Villa mehr erhofft. »Wir haben es sehr ordentlich gemacht, uns gute Chancen herausgespielt und das hinten sehr vernünftig verteidigt «, stimmte er dem Urteil seines Kapitäns zu. Für den DFB-Pokal forderte er dieselbe Energie – »wir werden da aber niemanden unterschätzen. Im Pokal können viele Überraschungen geschehen, das wollen wir aber nicht zulassen«, versicherte Herold.

