Auf dem Prüfstand: Gladbachs Optionen in der Defensive

Ko Itakura ist noch nicht richtig angekommen bei Borussia. Foto: Dirk Päffgen

Gegen die SV Elversberg geriet die Defensive von Borussia Mönchengladbach unter die Räder. Wer beim kommenden Spiel in Freiburg beginnen könnte und wieso Mathieu Nguefack gegen Elversberg durchspielen musste: Unser Prüfstand, präsentiert vom Autohaus Waldhausen + Bürkel aus Mönchengladbach.

Seit Anfang des Monats trainiert Borussia Mönchengladbachs Neuzugang Yukhym Konoplia wieder mit dem Ball. Nachdem sich der Ukrainer im Test bei Rot-Weiss-Essen am 25. Juli einen Innenbandriss im Knie zugezogen hatte, waren die Befürchtungen groß, dass er noch länger ausfallen könnte – doch bis zur Länderspielpause in zwei Wochen wird sich Eugen Polanski wohl noch gedulden müssen, bis er Konoplia erstmals in der Liga einsetzen kann.

Dabei wäre das dringend nötig. Denn auch, wenn Joe Scally gegen die SV Elversberg mit seinem Treffer wieder positiv auf sich aufmerksam machte, fällt der US-Amerikaner in der Gesamtbewertung ebenso ab wie der Großteil der Mannschaft. Besonders die Defensive stand nach der 3:4-Niederlage gegen den Aufsteiger in der Kritik. Doch auch der eigentliche Konoplia-Vertreter, Daiki Hashioka, steht nach seinem Zusammenprall mit Antonia Nusa von RB Leipzig noch nicht zur Verfügung. Der Japaner trainiert zwar wieder individuell, beim SC Freiburg am kommenden Samstag wird er aber nicht zum Kader gehören.

Darf Leszczyński in Freiburg ran?

Es wird also auf Scally hinauslaufen auf der rechten Außenverteidiger-Position. So klar scheint die Situation in der Innenverteidigung indes nicht, denn Rückkehrer Ko Itakura offenbarte gegen Elversberg Schwächen, die seinen nächsten Startelfeinsatz zumindest infrage stellen. Schließlich hat Itakura in Jan Leszczynski einen Konkurrenten, der wohl als der Mann der Vorbereitung bezeichnet werden darf. Ob Leszczynski aber angesichts der Brisanz des verkorksten Saisonstarts beim Angstgegner Freiburg starten darf, ist eine Frage der Risikobereitschaft Polanskis, die er bereits mehrfach unter Beweis stellte.

Das führt zwangsläufig zu einem Exkurs ins defensive Mittelfeld, genauer auf das Talent Mathieu Nguefack, der nach starkem Beginn am Samstag mit seinem Fehler das dritte Gegentor einleitete. In den sozialen Medien hagelte es Kritik für Polanski, den Youngster nicht eher vom Feld genommen zu haben, da er offensichtlich schon nach 70 Minuten ans Ende seiner Kräfte gelangt war. Doch nach eigener Aussage hatte der Trainer keiner Wahl.

Gladbach: Polanski hatte bei Nguefack keine Wahl

»Wir haben während des Spiels überlegt, ihn runterzunehmen. Letztlich wurde uns die Entscheidung abgenommen, weil mehrere Spieler muskuläre Probleme hatten und ausgewechselt werden mussten«, sagte Polanski auf der heutigen Pressekonferenz. Auch Nguefack ist aber müde in die aktuelle Trainingswoche gestartet – verständlich angesichts der auf ihn einprasselnden Eindrücke im Borussia-Park. Ob er gegen Freiburg starten wird, darf also bezweifelt werden, der erfahrene Kevin Stöger wird vermutlich den Vorzug erhalten. 

Wieder zurück in der Innenverteidigung ist Kevin Diks gesetzt, doch die Position auf der linken Seite scheint wieder offen. Denn nachdem Lukas Ullrich am Samstag ebenfalls mit muskulären Problemen ausgewechselt werden musste und bis dahin ebenso Schwächen offenbarte wie der Rest der Defensive, könnte die Chance für David Herold gekommen sein, seinen ersten Startelfeinsatz zu erhalten. Etwas zu verlieren hätte Polanski bei diesem Personalwechsel also nicht.