Franck Honorat, Joe Scally und die Borussen enttäuschten im Breisgau maßlos. Foto: picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth
Borussia Mönchengladbach hat auch das dritte Saison-Spiel verloren. Beim Sportclub Freiburg unterlagen die Borussen am Samstagnachmittag verdient mit 0:5. Die Polanski-Truppe war in allen Belangen klar unterlegen und zeigte sich abermals in der Defensive unfassbar anfällig. Tim Kleindienst musste zudem mit Gelb-Rot vom Platz.
Borussias Trainer Eugen Polanski musste im Breisgau weiterhin auf Jens Castrop (Schulter-OP), Daiki Hashioka (Nackenverletzung), Enzo Leopold (Kreuzbandriss) und Yukhym Konoplia verzichten. Zudem steht Nicolas Kühn längere Zeit nicht zur Verfügung. Der Neuzugang aus Como hatte sich gegen Elversberg einen Muskelbündelriss zugezogen.
Im Vergleich zur Niederlage gegen Elversberg gab es drei Änderungen: David Herold rückte erstmals in dieser Saison in die Startelf und verdrängte Lukas Ullrich auf der linken Abwehrseite, Kevin Stöger tat selbiges mit Mathieu Nguefack und erhielt im defensiven Mittelfeld den Vorzug. Zudem begann Robin Hack im linken Mittelfeld für Wael Mohya.
Frühes Pressing bestimmt Anfangsphase
Ein ruhiges Abtasten war es nach dem Startschuss keineswegs – vielmehr drückten sich beide Mannschaften nach Ballverlust zügig. So kam es, dass Kevin Diks beinahe einen folgenschweren Ballverlust produziert hätte, den Freiburgs Igor Matanovic aber nicht ausnutzen konnte.
Der erste ernsthafte Abschluss gehörte aber ebenfalls den Gastgebern: Philipp Treu probierte es mit einem Flachschuss von der rechten Strafraumkante, Moritz Nicolas stellte das aber nicht vor Probleme (10.). Nur eine Minute später legte Ex-Borusse Yannick Engelhardt aus ähnlicher Position nach, diesmal musste Nicolas den Ball zur Ecke abwehren.
Engelhardt trifft nach Nicolas-Patzer
Weiter machten die Gastgeber Druck, dabei holten sich Kapitän Tim Kleindienst wegen Meckern (13.) und Diks wegen eines Fouls unmittelbar vor dem Sechzehner (14.) jeweils die gelbe Karte ab. Im Nachgang hätte der zweite Ex-Borusse Matthias Ginter fast die Führung besorgt, nachdem Herold den Ball im Sechzehner zu lasch abtropfen ließ. Doch der Startelf-Debütant bekam im letzten Moment noch ein Bein dazwischen (16.).
Lange dauerte es aber nicht, bis Gladbach in Rückstand geriet. Bei einer Ecke verschätzte sich Nicolas beim Rauslaufen, der Ball flog über ihn hinweg, Engelhardt stand goldrichtig und nickte ins leere Tor ein. (23.). Einen Jubel verkniff sich er sich dabei. Es ist der erste wirkliche Patzer, den man Nicolas in jüngerer Zeit zurechnen kann, auch abseits dessen war es kein guter Start der Borussen.
Gladbach durch Matanovic 0:2 hinten
Dennoch: Wieder führte ein individueller Fehler zum Gegentor. Nach einer etwas ruhigeren Phase legten die Freiburger dann mehr oder weniger unbedrängt nach. Ginter sah Igor Matanovic an der Strafraumgrenze, der zog direkt ab und versenkt die Kugel unten links (30.) – diesmal unhaltbar für Nicolas. Kurz nach dem Anpfiff hätte Kleindienst beinahe den direkten Anschluss erzielt, Treu reparierte jedoch vor ihm (31.).
Wenig später bringt Joe Scally eine Hereingabe direkt auf Mio Backhaus im Tor der Gastgeber. Auf der anderen Seite spielte Sander einen Rückpass auf Nicolas, den Matanovic beinahe abgefangen hätte (34.). Vier Minuten später rettete Nicolas gegen Yuito Suzuki, der sich einen hohen Ball zu weit vorlegte und nicht am Gladbacher Schlussmann vorbeikam.
Auch bis zur Pause war der SCF die bessere Mannschaft. Borussia hatte keine Ideen in der Offensive, in der Defensive war sie so wackelig wie zuvor in der noch jungen Saison. Einzig der Halbzeitpfiff sorgte für Entlastung bei den Borussen, die mit hängenden Köpfen in die Kabine gingen.
Freiburg auch nach Wiederanpfiff am Drücker, Platzverweis für Kleindienst
Zum zweiten Wechsel nahm Polanski einen Wechsel vor: Machino kam für Bolin in die Partie. Unverändert blieb die Rollenverteilung nach Wiederbeginn. Der Sportclub bestimmte das Geschehen, die Fohlen liefen zumeist nur hinterher und/oder spielten Begleitservice. Erst parierte Nicolas den Schuss von Makengo (47.), ehe Engelhardt die Kugel nach einer Ecke nur knapp neben das Tor köpfte (49.).
Es passte zum Nachmittag, dass dann auch noch Kleindienst vorzeitig unter die Dusche musste. Der bereits verwarnte Kapitän brachte seinen Gegenspieler Lienhart im Kampf um den Ball ungestüm zu Fall. Schiedsrichter Hempel ahndete das mit Gelb – Platzverweis die Konsequenz (52.). Ob man da allerdings Gelb geben musste, darf diskutiert werden. Allerdings war die Aktion auch alles andere als clever vom Angreifer.
Borussia bleibt harmlos
Für die Fohlen war die Mission, zumindest einen Punkt aus Freiburg zu anführen, so natürlich noch unerreichbarer. Freiburg hatte einen Mann mehr und einen Zwei-Tore-Vorsprung im Rücken. Es spielte weiterhin nur eine Mannschaft und das waren die Freiburger. Die Schuster-Truppe ließen Ball und Gegner laufen und suchten vorne geduldig nach den Lücken. Auf der anderen Seite die Borussen, die wenig entgegenzusetzen hatte. Sage und Scheibe drei (!) Torschüsse standen nach 65 Minuten zu Buche.
Polanski zog dann nochmal zwei weitere Joker und brachte Mohya und Lidberg. Doch auch mit dem Duo sollte es weiterhin erschreckend schwach bleiben. Der Fohlenelf war spätestens nach dem Platzverweis ihres Kapitäns endgültig der Stecker gezogen.
Matanović und Engelhardt schnüren den Doppelpack
In den letzten zwanzig Minuten zerfielen die Fohlen dann komplett. Erst traf Matanović per Kopf mühelos zum 3:0 (77.), ehe Engelhardt auch noch den Doppelpack schnüren durfte. Ex-Borusse Ginter bediente den Ex-Borussen am Strafraum, der dann völlig allein gelassen abzog und die zum 4:0 einnetzte (79.). Doch damit war noch nicht genug. Vier Minuten vor Schluss durfte sich auch Eggestein in die Torschützenliste eintragen. Makengo spielte die Kugel von links flach und scharf nach innen, in der Mitte konnte Nicolas die Hereingabe nur nach vorne abtropfen lassen. Eggestein stand genau richtig und schob zentral aus fünf Metern flach mittig zum 5:0 ein (86).
Dabei bleib es dann. Am Ende war es ein gleichermaßen lockerer und hochverdienter 5:0-Sieg gegen eine Fohlenelf, die in allen Belangen unterlegen war, sich buchstäblich ihrem Schicksal ergab und abermals maßlos enttäuschte. So kann und darf es nicht weitergehen…
Die Kurzstatistik zum Spiel:
SC Freiburg: Backhaus – Treu (82. Kübler), Ginter, Lienhart, Makengo – Eggestein, Engelhardt – Beste (82. Irié), Suzuki, Scherhant (57. Grifo) – Matanović (78. Höler)
Weiter im Kader: F. Müller (ETW), Günter, Rosenfelder, Yilmaz, Goto
Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Scally, Diks, Itakura, Herold – Sander, Stöger (83. Nguefack) – Honorat (67. Lidberg), Bolin (46. Machino), Hack (67. Mohya) – Kleindienst
Weiter im Kader: Batz (ETW), Chiarodia, Leszczyński, Ullrich, Neuhaus
Tore: 1:0 Engelhardt (23.), 2:0 Matanović (30.), 3:0 Matanović (77.), 4:0 Engelhardt (79.), 5:0 Eggestein (86.).
Gelbe Karten: Irié / Kleindienst, Diks, Scally
Gelb-Rote Karte: Kleindienst (52., wiederholtes Foulspiel)
Bes. Vorkommnisse: Keine
Schiedsrichter: Richard Hempel (Dresden)
Stadion: 34.700 (Europa-Park-Stadion)

