1:4! Peinliche Klatsche für Borussia in Berlin

Nico Elvedi erzielte das einzige Tor in Berlin. Foto: picture alliance / contrastphoto | O.Behrendt

Mit 1:4 unterlag Borussia Mönchengladbach am Sonntagabend bei Hertha BSXC Berlin und hat es verpasst, sich bis auf einen Punkt an Platz sieben ranzurobben. Im Berliner Olympiastadion brachte Nico Elvedi die Fohlenelf zunächst in Führung, nach der einfach gar nichts mehr ging. 

Borussia Mönchengladbach musste im Auswärtsspiel bei Hertha BSC im Vergleich zum Spiel gegen den FC Schalke 04 auf Ramy Bensebaini verzichten. Der Algerier war krank, für ihn kehrte Luca Netz an alter Wirkungsstätte in die Startelf zurück. Außerdem stand der gelbgesperrte Julian Weigl ebenfalls nicht im Aufgebot. Für ihn rückte Hannes Wolf in die Startelf. Dies bedeutete, dass Christoph Kramer die Parte neben Manu Koné auf der Sechs begann, Lars Stindl rückte auf seine gewohnte Position hinter Marcu Thuram auf die Zehn. 

In den Anfangsminuten versuchten beide Mannschaften in die Partie zu kommen und dieser ihren Stempel aufzudrücken. Borussia hatte, das war so zu erwarten, wieder mehr Ballbesitz in der Anfangsphase und kreierte sich lediglich Halbchancen. Aber eben genau dies führte nach rund sieben Minuten zur ersten Ecke des Spiels. Nach einer Hereingabe von Jonas Hofmann hatte Marcus Thuram nach einem Kopfball die erste klare Chance des Spiels (8.). 

Die Fohlen setzten sich in dieser Phase ein wenig in der Hälfte der Berliner fest, allerdings blieb die nächste Ecke von Hofmann erfolglos (10.). Auch der zweite Ecke in Folge brachte nicht den gewünschten Abschluss (11.). Borussia glänzte zwar mit rund 70% Ballbsitz, fand aber zunächst keinen Weg durch den Defensivverbund der Berliner. Auf der anderen Seite standen die Gäste vom linken Niederrhein aber auch geordnet, sodass sich die Hausherren keine Chancen kreierten. 

Elvedi sorgt für die Führung 

Das machten die Gäste vom linken Niederrhein hingegen deutlich besser. Luca Netz brachte eine Ecke perfekt in den Fünfmeterraum und fand einen völlig freistehenden Nico Elvedi. Der Schweizer hatte keine große Mühe und köpfte aus kurzer Distanz zur Führung für die Fohlenelf (17.). Nur wenige später hatte Jonas Hofmann völlig freistehend und vor leeren Tor sogar den zweiten Treffer auf dem Fuß, scheiterte aber an letztlich am herangeeilten Kempf (18.). Allerdings hätte das Tor nicht gezählt, denn Hofmann stand beim Zuspiel im Abseits. 

Borussia spürte, dass den Herthanern der Gegentreffer zu schaffen machte und riss sofort wieder die Kontrolle über das Spiel an sich. Die Hausherren waren in dieser Phase in der Offensive zu zaghaft, denn der Torschuss von Niederlechner landete deutlich über dem Tor (25.). Auch eine verunglückte Flanke von den Berlinern landete direkt in den Armen von Jonas Omlin (26.). 

Hertha beißt sich in Partie und kommt zum Ausgleich 

Jedoch kamen Hertha im Anschluss immer besser ins Spiel und stellte die Fohlen hier und da vor Herausforderungen. Eine, die nicht entsprechend überwunden werden konnte, gab es in der 30. Minute: Cigerci spielte auf der linken Seite auf Richter, der eine scharfe und flache Hereingebe in den Sechzehner brachte. Im Zentrum stand Ngankam völlig frei, der zu leicht zum Abschluss kommt und für den Ausgleich sorgte. Die Fohlen besetzten in dieser Situation das Zentrum ziemlich schlecht und wurden direkt dafür bestraft. 

Logisch, dass der Ausgleich den Hausherren durchaus etwas mehr Selbstvertrauen brachte und diese besser ins Spiel fanden. Nach einer Ecke von Plattenhardt segelte der Ball durch den kompletten Strafraum, Richters Schussversuch war nicht von Erfolg gekrönt und ging klar drüber (37.). Borussia konzentrierte sich nur noch aufs verteidigen. Eine weitere Ecke von Plattenhardt konnte Omlin zunächst klären (39.), anschließend verpasste Niederlechner am kurzen Pfosten eine Hereingebe nur knapp (40.). 

Kurz vor der Halbzeit zeigten sich die Berliner nochmals gefährlich im Strafraum der Borussen: Plattenhardt brachte einen Standard auf den zweiten Pfosten zu Richter, Ko Itakura konnte noch kurz vor der Linie klären.  (44.). Und so ging es mit einem Unentschieden in die Halbzeitpause. Nach einer frühen Führung lief für die Fohlen vorerst alles nach Plan, die dann aber doch den Ausgleich kassierten und erstmal keine Antwort auf das 1:1 fanden.

Hertha bestraft Borussia

Ohne Änderungen ging es dann in den zweiten Durchgang. Und die Hertha machte da weiter, wo sie kurz vor der Pause aufgehört hat. Sie machte Dampf und tat viel mehr für die Offensive als die Borussen, die kaum etwas taten und quasi um das Tor bettelten. Und das fiel dann auch. Nach einem Querpass von Ex-Borusse Cigerci nahm Dardai Maß und versenkte die Kugel mit einem tollen Schuss unhaltbar im rechten oberen Eck (52.).

Wie schon erwähnt, war es eine verdiente Führung für die ‚Alte Dame‘, die einfach mehr machte. Der Gegentreffer war für die Fohlenelf dann weiteres Gift. Tempo, offensive Ideen und Durchschlagskraft waren in der Folgezeit Fehlanzeige. Farke reagierte und brachte Neuhaus und Plea.

Fohlenelf weiter einfallslos, Hertha macht den Deckel drauf

Fruchten sollten diese Maßnahmen auch nicht. Es war weiterhin ganz schlimm, was die Borussen boten. Nach vorne war das dermaßen harmlos, dass die Hertha keine Mühe hatte, den knappen Vorsprung zu verteidigen. Vier Minuten vor Schluss hatte Scally die Möglichkeit, setzte die Kugel aber knapp am Tor vorbei (86.). Eine Minute später muss Thuram das 2:2 machen, doch der Franzose scheiterte an Hertha-Keeper Christensen (87.).

Auf der Gegenseite sorgten Scherhant und Lukébakio durch einen Foulelfmeter mit ihren Treffern in der Nachspielzeit den Hertha-Sieg perfekt. Am Ende hieß es 4:1 für die ‚Alte Dame‘, die die Borussen alt aussehen ließ. Die beiden letzten Treffer waren vielleicht zwei zu viel, aber verdient war diese Niederlage allemal. Die Fohlenelf blamierte sich gegen den Tabellenvorletzten bis auf die Knochen. Da ist eine Menge Redebedarf…

Die Kurzstatistik zum Spiel: 

Hertha BSC: Christensen – Uremovic, Kempf, M. Dardai (83. Mittelstädt) – Cigerci (83. Sunjic), M. Richter, Tousart, Se. Serdar (65. Boetius), Plattenhardt – Ngangkam (65. Lukébakio), Niederlechner (72. Scherhant)

Weiter im Kader: Ernst (ETW), Kenny, Klemens, Boateng

Borussia Mönchengladbach: Omlin – Netz (90.+1 Lainer), Elvedi, Itakura, Scally (90. Herrmann) – Koné, Kramer (78. Ngoumou) – Wolf (66. Neuhaus), Stindl (66. Plea), Hofmann – Thuram

Weiter im Kader: Olschowsky (ETW), Friedrich, Jantschke, Fraulo

Tore: 0:1 Elvedi (17.), 1:1 Ngankam (30.), 2:1 Dardai (52.), 3:1 Scherhant (90.+1), 4:1 Lukébakio (90.+7, Foulelfmeter)Gelbe Karten: – / Koné

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Christian Dingert (Gries)

Zuschauer: (Olympiastadion Berlin)

24,95 

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