Mathieu Nguefack gab gegen Elversberg sein Startelfdebüt. Foto: Dirk Päffgen
Dass Borussia Mönchengladbach auch das zweite Bundesliga-Spiel vergeigt hat, ist eigentlich kaum zu glauben. Trotz 2-Tore-Führung unterlagen die Borussen der SV Elversberg am Ende 3:4. Vor allem die Defensiv-„Leistung“ gibt dabei zu denken. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von unserem Partner, der Kessels GmbH – Schweißen & Gase aus Mönchengladbach.
Nach Schlusspfiff ließen die VfL-Fans ihrem Unmut freien Lauf. Ein lautes Pfeifkonzert empfing die Borussen beim Gang in die Kurve. Wieder einmal wurden die treuen Anhänger enttäuscht. In Leipzig kann man verlieren, aber gegen einen Bundesliga-Aufsteiger nach einer 3:1-Führung vor über 50.000 im ista-Borussia-Park darf das in keinem Fall passieren. Aber der Reihe nach.
Polanskis VollGAS-Mut
Beim Blick auf die Aufstellung hatte Eugen Polanski für mehr oder weniger „staunende“ Blicke gesorgt – im positiven Sinne. Denn er hatte mit dem 17-jährigen Wael Mohya und dem 18-jährigen Mathieu Nguefack gleich zwei Youngster aus dem Fohlenstall aufgeboten. Damit war die Startelf im Schnitt 25,8 Jahre. Jünger war sie in 2026 noch nicht.
Polanski hat Mut bewiesen und Nguefack nach seinem starken Auftritt in Leipzig erstmals von Beginn an auflaufen lassen und den schwachen Kevin Stöger aus der ersten Elf genommen. Nguefack in der Startelf: Eine Maßnahme, die man sich zwar gewünscht, aber an die man nicht so richtig dran geglaubt hatte. Das war, um bei dieser Analyse zu bleiben, VollGAS-Mut.
Dass das Startelfdebüt eher unglücklich lief für den 18-Jährigen, muss man ihm zugestehen. Den 3:3-Ausgleich hatte der Youngster mit einem Foulspiel an Joker Krattenmacher verursacht, in der Anfangsphase unterlief ihm ein Ballverlust, der auch bald gekostet hätte. Auf der anderen Seite bereitete Nguefack das 1:0 durch Hugo Bolin mit vor und lief mit 12 Kilometern so viel wie kein anderer Profi. Erstaunlich: Polanski ließ ihn in seinem ersten Spiel die volle Distanz absolvieren. Sinniger wäre es da wohl gewesen, ihn nach beispielsweise 70 Minuten herauszunehmen, als sich ingesamt die Fehler häuften und die Konzentration bei allen nachließ.
Einen großen Vorwurf kann und darf man Nguefack auch sowieso nicht machen. Wenn man aufstrebende Talente, die sich ihren Einsatz verdient Hagen, sehen und den ostzitierten „Borussia-Weg“ gehen will, dann gehört das alles dazu. Und dann gehören auch solche Spiele zum Lernprozess dazu.
VollGAS-Duo Bolin und Honorat
Viel schlimmer sind da die Kurzschlüsse, die in Borussias Defensive passiert sind und es der SVE ermöglicht haben, ein 1:3 noch in ein 4:3-Sieg umzuwandeln. Positiv an diesem enttäuschenden Nachmittag war das Duo Hugo Bolin und Franck Honorat. Der Franzose war der schnellste Spieler auf dem Feld und gab zwei Torvorlagen. Bolin unterdessen bestätigt die Leistung aus der Vorbereitung und dem Spiel in Mainz und erzielte einen Doppelpack. Auch sonst war der Schwede nahezu überall zu sehen und gab sieben Torschüsse ab.
VollGAS-Interview von Kleindienst
Am Ende brachte das alles nichts, die Borussen standen trotz 3:1-Führung mit leeren Händen da. Weil man defensiv eben völlig enttäuschte. Kapitän Tim Kleindienst war nach Schlusspfiff nachvollziehbar bedient und zeigte sich in den Interviews deutlich. Dass der Kapitän das Wort ergreifen muss und darf, steht außer Frage. Und in der Sache liegt der Stürmer auch nicht verkehrt, weil es eben wenig bis gar nichts schönzureden gibt.
Sich allerdings öffentlich so in Rage zu reden und seine Mitspieler im einzelnen derart zu kritisieren, darf zumindest diskutiert werden. Gerade für die angesprochenen jungen Spieler ist so etwas sicherlich nicht zuträglich. Besser wäre es da gewesen, sich die Spieler/Mannschaft intern in der Kabine zur Brust zu nehmen.
Wie dem auch sei: Kleindienst hat in der Sache und der Deutlichkeit nicht Unrecht. Die Borussen müssen – und da gehört auch der Trainer zu – mit VollGAS die Sinne schärfen und schnellstmöglich zu einer ausgewogenen Balance zwischen offensiven „Hurra-Fußball“ und einer kompakten Defensive finden. Denn so geht es definitiv nicht weiter.

