VollGAS-Analyse: Daran muss Mister X in Gladbach arbeiten

Niedergeschlagene Borussen nach der Pleite gegen Mainz. Foto: Dirk Päffgen

Die 3:4-Niederlage gegen Mainz 05 hat einmal mehr die Probleme bei Borussia Mönchengladbach aufgedeckt. Woran der neue Trainer, der wahrscheinlich Alexander Blessin heißt, in der Länderspielpause arbeiten muss: Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von unserem Partner, der Kessels GmbH – Schweißen & Gase aus Mönchengladbach. 

Im Sommer haben sich Eugen Polanski und sein Trainerteam um den neu verpflichteten Jan-Moritz Lichte darauf festgelegt, bei Borussia Mönchengladbach defensiv mit einer Viererkette zu agieren. Polanski ist inzwischen weg, Lichte aber noch da, und so ist auch die Dreierkette, mit der die Borussen in der letzten Saison größtenteils gespielt haben, zurückgekehrt. Gebracht hat die Umstellung dennoch nichts: Gladbach verlor erneut mit 3:4 daheim, wie zwei Wochen zuvor gegen die SV Elversberg. 

Nach der 1:0-Führung durch Startelf-Debütant Florian Neuhaus verfielen die Borussen in die bekannten Muster. Beim ersten Gegentor nach einem Einwurf konnte Mainz’ Sheraldo Becker seinen Sturm-Kollegen Phillip Tietz in Ruhe bedienen, Joe Scally war da schon abgeschüttelt. Beim zweiten Mainzer Treffer machte es Becker selbst, hatte bei seinem Kopfball wieder keinen Gegenspieler um sich und versenkte zum 2:1 aus Sicht der Gäste. 

Drei Gegentore nach Standards 

Es passte ins Gesamtbild, dass der sonst treffsichere Kevin Diks die Möglichkeit zum Ausgleich vom Punkt an den Pfosten setzte, doch ließ Isac Lidberg den Borussia-Park zumindest für ein paar Minuten auf die ersten Punkte der Saison hoffen. Beim dritten Gegentreffer durch Eric Martel, wieder nach einer Ecke, brachte Kaishu Sano den Ball unbedrängt in den Rücken der Abwehr, wo sich Martel gegen Lidberg durchsetzte und die Kugel am kurzen Pfosten neben Nicolas unterbrachte.

Auch der vierte Gegentreffer fiel nach einer Ecke, diesmal zog Danny Da Costa aus spitzem Winkel ab, der Ball wurde von Lukas Ullrich entscheidend abgefälscht. Vier Gegentore, drei nach Standards, so lautete die ernüchternde Bilanz gegen Mainz. Auf Borussias neuen Cheftrainer wartet eine Menge Arbeit in der Defensive – sowohl bei ruhenden Bällen als auch aus dem Spiel heraus. 16 Gegentore in den ersten vier Ligaspielen sind ein neuer Negativrekord in Gladbach. So viele Tore, wie die Borussen kassieren, könnte vermutlich keine Mannschaft vorne selbst erzielen.

Gladbachs Leistungsträger patzen – auf Blessin wartet Arbeit

Zugleich patzen die eigentlichen Leistungsträger regelmäßig. Allen voran Ko Itakura lässt seine Form vermissen, für die er vor seinem Wechsel zu Ajax Amsterdam noch so geschätzt wurde. Schon bei der Niederlage gegen Elversberg ließ sich der Japaner abkochen, gegen Mainz gewährte er Becker bei dessen Kopfball alle Freiheiten. Dazu zeigte Scally einmal mehr, wieso Rouven Schröder in Daiki Hashioka und Yukhym Konoplya im Sommer zwei neue Rechtsverteidiger holte. Ob nun mit Dreier- oder Viererkette: Die Abstände in der Borussen-Defensive müssen geringer werden, die Säulen der Mannschaft wieder als solche funktionieren.

Zusätzlich muss sich der neue Mann, bei dem es sich allem Anschein nach um Alexander Blessin handelt, wohl auch ein paar zwischenmenschliche Konflikte beilegen. Beim zweiten Elfmeter, den Shuto Machino zum 3:4-Endstand versenkte, schob sich der Japaner in der Hierarchie vor Kapitän Diks, der sich darüber noch auf dem Platz offen unzufrieden gab. Und auch, wenn das wohl eines der kleineren Probleme am linken Niederrhein ist, wird sich Blessin dem Thema Kabine annehmen müssen.