Dreier- oder Viererkette: Welches System wählt Alexander Blessin? Foto: Dirk Päffgen
Welche Änderungen an der Startelf wird Alexander Blessin als neuer Trainer von Borussia Mönchengladbach vornehmen? Es gibt eine klare Tendenz – und ein paar offene Fragen. Unser Prüfstand, präsentiert vom Autohaus Waldhausen + Bürkel aus Mönchengladbach.
Es war eine Entscheidung des Sommers, dass Borussia Mönchengladbach zurück zur Viererkette kehrte, nachdem die Mannschaft in der vergangenen Saison unter Eugen Polanski fast ausschließlich mit einer Dreier- beziehungsweise Fünferkette agierte. Die Umstellung ging in den ersten Partien nicht auf, auch die Rückkehr zur Fünferkette unter Interimstrainer Jan-Moritz Lichte brachte keine defensive Stabilität.
Allein deshalb steht die Frage im Raum, wie Borussias neuer Trainer Alexander Blessin nun für mehr Konstanz beim Verteidigen sorgen will. Bleibt er bei der Viererkette? Greift er Lichtes Veränderung auf? Einen ersten Einblick wird das kommende Testspiel gegen Blessins Exklub FC St. Pauli geben – ebenso wie der Blick auf das System, mit dem er in seiner Wirkungszeit auf dem Kiez agierte.
Blessin tendiert klar zur Dreierkette
Denn dort ließ Blessin in zwei Jahren ausschließlich mit Dreier- beziehungsweise Fünferkette agieren. So hielt St. Pauli im ersten Jahr mit gerade einmal 41 Gegentoren in der Liga die Klasse, im Folgejahr waren es allerdings schon 60, der Gang in die zweite Liga folgte. Dementsprechend könnte bei Blessin, gemäß der in Gladbach angestoßenen Veränderung auf Viererkette, ein Umdenken stattgefunden haben. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass er es zunächst mit seiner präferierten Dreierkette probieren wird.
Wie viel Blessin bereits beim 3:0-Testspielsieg bei den Sportfreunden Siegen am vergangenen Donnerstag in Borussia steckte, ist aktuell zwar unklar, doch die Grundformation, das 3-4-3, scheint zurückzukehren. Ebenso wie Neuzugang Yukhym Konoplya, der nach zwei Monaten erstmals wieder auf dem Platz stand. Der Ukrainer bekleidete die rechte Position im Vierer-Mittelfeld, links startete David Herold. Das Zentrum hielten Daiki Hashioka, Philipp Sander und Joe Scally dicht.
Ullrich bewirbt sich bei U21 – Wer spielt neben Sander?
Wird sich in der Innenverteidigung nach der Länderspiel-Rückkehr von Kevin Diks und Ko Itakura etwas ändern, könnte die Außenverteidigung mit Konoplya und Herold so auch im Derby gegen den FC Köln beginnen – vorausgesetzt, es bleibt beim 3-4-3, wovon aktuell auszugehen ist. Wahrscheinlich wird aber Lukas Ullrich die linke Seite bekleiden, schließlich hat er sich mit einer Vorlage und einem sehenswerten Tackling beim Sieg der deutschen U21 in Lettland für einen Stammplatz beworben.
Auf der Sechs ist Sander gesetzt, daneben lässt das derzeit vorhandene Personal aber viel Raum für Spekulationen. Entscheidet sich Blessin in Kevin Stöger für den Erfahrensten, oder gibt er Mathieu Nguefack das Vertrauen? Neuerdings scheint sogar Florian Neuhaus wieder im Rennen um einen Platz auf der Sechs zu sein – wie gegen Siegen, wo er gemeinsam mit Nguefack begann.
Und auch Zento Uno, der bei Blessin einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat – im positiven Sinne – scheint gute Karten zu haben, wenn er vollends „im Saft“ steht. Auf den offensiven Außenpositionen steht Blessin dann vor einer kniffligeren Frage. Denn sowohl Franck Honorat als auch Hugo Bolin sind Kandidaten für die rechte Seite, wobei Bolin auch links starten könnte.
Gladbach: Startet Kleindienst oder Lidberg?
Der Schwede war beim schwachen Saisonstart einer der wenigen Lichtblicke und dürfte seine Ansprüche auf einen Startplatz nicht verloren haben. Links vorne konkurriert er mit dem formschwachen Robin Hack und Wael Mohya, der sich bei der U21 aber eine leichte Verletzung zugezogen zu haben scheint. In der Spitze könnte es bis zuletzt offen bleiben, ob nun Tim Kleindienst oder Isac Lidberg im Derby beginnen darf. Für Kleindienst spricht seine Rolle als Kapitän, für Lidberg jedoch, dass er Kleindienst bereits einen Saisontreffer voraus hat und dass auch Kleindienst in der noch jungen Saison enttäuschte.
Gespannt werden die Fans deshalb auf den Test auf St. Pauli blicken. Dann wird Blessin die Verantwortung für die Aufstellung tragen und einen ersten Hinweis auf seine Derby-Elf geben. Dass die Borussen dort den Fokus auf das Verteidigen legen, darf aber vorausgesetzt werden.


