Auf dem Prüfstand: So beurteilt Schröder Gladbachs Lage

Rouven Schröder war am Sonntag live zu Gast im Sport1-„Doppelpass“. Foto: Dirk Päffgen

Am Sonntag war Rouven Schröder im Sport1-„Doppelpass“ zu Gast. Wie Schröder auf den Saisonstart und die aktuelle Situation blickt und wie Sport1-Experte Stefan Effenberg den Kader einordnet. Unser Prüfstand, präsentiert vom Autohaus Waldhausen + Bürkel aus Mönchengladbach.

Einen besseren Zeitpunkt hätte es zumindest in dieser Saison nicht geben können für Rouven Schröders Besuch im Sport1-Doppelpass. Nach sechs Niederlagen stellte sich Borussia Mönchengladbachs Sportchef – ausgerechnet – nach dem 3:2-Auswärtssieg der Borussen beim VfB der Runde, der auch Ex-Borusse Stefan Effenberg angehört. 

»So musst du die Spiele angehen«, sagte Effenberg bezüglich der zweiten Hälfte der Borussen in Stuttgart. »Das war die erste Halbzeit, bei der ich gesagt habe, das kann man sich wieder angucken. Das war in den ersten sechs Spielen nicht der Fall«, bilanzierte er. Auch glaubt Effenberg an die Kaderqualität, die im Vergleich zur Vorsaison allerdings gesunken ist, was die Tiefe betrifft.

Gladbachs Aderlass war finanziell notwendig

Darauf verwies auch Schröder: »Es ist einiges zusammengekommen: Wir haben eine Achse verloren mit Reitz, Engelhardt, Tabakovic und Elvedi. Wir haben versucht, sie zu ersetzen«, sagte er. Doch der finanzielle Rahmen sei enger geworden, er habe die Gehälter »um über zehn Millionen Euro heruntergebracht. Für mich war vollkommen klar, dass wir einen gehörigen Transferüberschuss erzielen müssen, um investieren zu können.«

Diesbezüglich wird wohl auch Wael Mohya in Zukunft eine Rolle spielen. » Wael fühlt sich wohl. Aber eins ist auch klar: Er wird nicht sein Leben lang nur bei Borussia Mönchengladbach spielen. Das ist schmerzhaft aus Sicht der Fans, doch jetzt freuen wir uns erst mal, dass er da ist und Gas gibt«, lobte Schröder den Youngster, der in Stuttgart zu den Besten gehörte, dessen Stammplatz-Garantie aber auch auf den Verletzungssorgen fußt. 

Verletzten-Misere ist keine Ausrede

»Wir haben nie in den Mund genommen, dass wir neun oder zehn Verletzte haben, denn die Mannschaft ist bundesligatauglich und das muss sich beweisen«, ist Schröder überzeugt. Und das habe er auch in Stuttgart gesehen: »Leidenschaft, auch sich zu quälen, einfach keine Angst zu haben. Da ist Alex Blessin jemand, der das einfordert. Sich dann nicht zurückzuziehen und einfach dranzubleiben«, lautet die Devise des Sportchefs.

Sonst habe man in der Liga keine Chance. Das sei zum Saisonstart zu spüren gewesen, weswegen es mit Eugen Polanski nicht mehr weiter hätte gehen können. Die 3:4-Niederlage gegen die SV Elversberg führte letztlich zu dessen Entlassung. »Danach war eine negative Energie im Stadion und danach gab es den Downfall. Wenn du jeden Tag durch die Geschäftsstelle gehst und fünfmal in Folge verloren hast, wirst du nicht mehr allzu euphorisch begrüßt«, erinnerte sich Schröder. 

Blessin ist »energisch und fordernd«

Zuvor habe er Polanski den Rücken gestärkt, da dieser mit den Borussen noch in der Vorsaison die Klasse hielt. Nicht im Gegensatz dazu, aber mit Blick auf das aktuelle Geschehen, verlor Schröder über Blessin lobende Worte. »Er geht als Leader voran und ist ein Mann, der im Wind steht. Von der Ansprache trifft er die Jungs und der Sieg ist wichtig, damit er glaubwürdig bleibt. Natürlich hat man im Hinterkopf, dass er mit St. Pauli abgestiegen ist«, sagte Schröder. 

Was noch für Blessin spricht: »Alex ist absolut energetisch und fordernd. Er lebt vor, was er vorgibt: hohe Intensität und das Einfordern von den Basics, die stimmen müssen«, betonte er. Das gilt es am Dienstag im Pokalspiel gegen den Karlsruher SC zu beweisen.