»Den Aufwärtstrend fortsetzen« – Borussia will den ersten Heimsieg

Zuletzt lief es bei den Borussen um Trainer Alexander Blessin. Jetzt soll ein Heimsieg her. Foto: Ulrich Hufnagel

Borussia Mönchengladbach konnte mit zuletzt zwei Siegen infolge frisches Selbstvertrauen tanken. Diesen Schwung gilt es mitzunehmen. Gegen den SC Paderborn wollen die Borussen jetzt endlich den ersten Heimsieg der Saison. Cheftrainer Alexander Blessin stehen für dieses Vorhaben wieder mehr Optionen zur Verfügung. Fehlen wird allerdings Hugo Bolin.

Keine Frage, der Sieg in Stuttgart und der Sieg gegen den Karlsruher SC, der den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals bedeutete, waren extrem wichtig und tun gut – sowohl für den Kopf als auch für das Selbstvertrauen. 

Über den Berg sind die Borussen damit aber gewiss noch nicht. Dessen sind sich auch alle völlig bewusst. Es war ein Anfang, dem nun weiter solche Auftritte wie gegen den KSC und vor allem Punkte folgen müssen.

Am besten eben schon am Samstag im Heimspiel gegen den SC Paderborn. Zumindest die Statistik lässt da schon mal gut, denn gegen den Aufsteiger haben die Fohlen eine positive Bilanz: Von den letzten sechs Pflichtspielen gegen den SCP verlor Borussia keins. Die letzten fünf Partien wurden sogar alle gewonnen, darunter alle vier Bundesliga-Duelle.

Auch wenn einiges für die Fohlen spricht und die individuelle Kader-Qualität besser ist, ist Vorsicht geboten. Paderborn mit Ex-Borusse Sven Michel hat bisher ordentliche acht Punkte gesammelt, jüngst holten die Ostwestfalen ein 2:2 in Bremen und gewannen zuhause gegen den HSV mit 1:0. Nicht nur punktmäßig liegt der SCP vor den Borussen. Sie haben mit bisher lediglich neun Gegentoren (nur drei Teams weniger) deutlich weniger als die Borussia (22, die meisten aller Bundesligisten).

»Das wird ekelhaft«

»Sie sind ein sehr kompaktes Team, das sehr gut aus ihrem 5-3-2 agiert. Sie haben eine gute Stabilität und sind unbequem in den Zweikämpfen. Sie sind nicklich. Das wird ekelhaft und da müssen wir einfach auch weiterhin dagegenhalten, so wie wir es in den letzten beiden Spielen gemacht haben«, sagte Blessin am Donnerstag.

Ein ‚Spaziergang‘ wird das also nicht – was unabhängig von diesem Spiel sowieso auf alle Bundesliga-Gegner gilt. Damit also auch das fünfte Bundesliga-Duell gewonnen werden kann, weiß Alexander Blessin, was seine Truppe zu tun hat.

»Es wird unsere Aufgabe sein, dagegenzuhalten und unsere Qualität und unsere Basics auf den Platz zu bringen und nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Wir sind gewarnt, weil sie wirklich eingespielt sind und einen sehr guten Eindruck machen«, so Blessin. »Aber wir spielen zuhause und wollen unseren Aufwärtstrend fortsetzen. Dazu gehört dann aber genau gleiche Einstellung und Intensität wie in den vergangenen beiden Spielen.«

Trio kehrt ins Aufgebot zurück – Bolin muss passen

Derweil hat sich die personelle Situation etwas entspannt. Nach dem bereits Ko Itakura und Jens Castrop gegen den KSC im Kader standen, kehren nun auch Isac Lidberg, Nikolas Kühn und Daiki Hashioka zurück. Dagegen kommt ein Einsatz für Franck Honorat und Kevin Diks (Vater geworden) noch zu früh. Das Duo wird dann in der kommenden Woche in Hamburg wieder eingreifen können. Ebenso fehlen wird Hugo Bolin. Den Schweden setzten, wie so viele in dieser Spielzeit, muskuläre Probleme außer Gefecht.

Bei Enzo Leopold und Jan Leszczyński, so gab es Blessin bekannt, »dauert es noch einen Ticken«. Fritz Fleck wird am kommenden Montag ins Mannschaftstraining einsteigen.

Geduld und Vorsicht bei Tim Kleindienst

Schmerzlich vermisst wird auch Tim Kleindienst. Borussias Kapitän laboriert erneut an einem Muskelfaserriss und soll behutsam aufgebaut werden, um weitere Verletzungen zu vermeiden. »Tim ist in der Aufbauarbeit, es wird natürlich ständig mit ihm gearbeitet. Ich weiß nicht, wie viele MRT’s schon gemacht wurden um zu schauen, wie die Wundheilung ist. Da wollen wir natürlich dann auch kein weiteres Risiko eingehen, mahnte Blessin zur Geduld.

»Es ist der zweite Faserriss. Es war ja nicht die gleiche Stelle, sondern etwas oberhalb davon angesiedelt. Und da müssen wir jetzt einfach vorsichtig sein. Aber er gibt Vollgas, er will möglichst schnell zurückkommen. Da muss man ihn dann auch in manchen Situationen bremsen. Aber die Zeit wollen wir ihm jetzt geben.« Eine konkrete Prognose, wann der Kapitän wieder zur Verfügung steht, ließ sich Blessin nicht entlocken. Die letzte Länderspielpause des Jahres gilt aber als möglich. Dazu sei es wichtig, »dass er die nächsten zwei Wochen das Programm durchzieht«

Lob für Machino

Im Pokal gegen Karlsruhe rotierte Blessin auf fünf Postionen. Unter anderem kam Daniel Batz zu seinem Pflichtspieldebüt für die Fohlen. Und der 35-Jährige zeigte bei seinem Einsatz welche Klasse er besitzt und das man sich auf ihn verlassen kann. Gegen Paderborn dürfte aber Moritz Nicolas wieder ins Tor zurückkehren.

Ansonsten ließ sich Blessin wie gewohnt nicht in die Karten schauen, wie denn die Startelf aussehen könnte. Nicht auszuschließen, dass Shuto Machino auch gegen Paderborn beginnt. Zumindest war Blessin von der Leistung des Japaners angetan.

»Shuto hat seine Sache in den vergangenen beiden Spielen richtig gut gemacht. Er hat sich hervorragend an die taktischen Vorgaben gehalten, viel für die Mannschaft gearbeitet«, lobte Borussias Coach. Mittlerweile sei der wieder so fit, dass nichts gegen einen Startelfeinsatz spricht.

Egal, wer gegen Paderborn auf dem Platz steht: Alle müssen wieder an einem Strang ziehen und 90 Minuten plus Nachspielzeit alles reinhauen und alles für einen Sieg tun. Mit einem Sieg gegen den Aufsteiger würden sich die Fohlen weiter Luft verschaffen und hätten mit sechs Punkte auf dem Konto und dann sogar doppelt so viele wie nach acht Spieltagen vor einem Jahr, als man mit nur drei Punkten Tabellenletzter war.