Jetzt wird’s ernst! Verlieren verboten in Mainz

Jetzt wird es ernst für Borussia Mönchengladbach. Die Fohlen sind beim Oberligisten Schott Mainz klarer Favorit, alles andere als ein Weiterkommen im DFB-Pokal wäre eine große Blamage. Dementsprechend seriös gehen Eugen Polanski und die Borussen an die Aufgabe heran. Auf der Pressekonferenz am Freitag sprach Borussias Cheftrainer unter anderem über Ko Itakura und Lukas Ullrich.

Die Vorbereitung von Borussia Mönchengladbach ist abgeschlossen. Eugen Polanski hat mit seiner Mannschaft intensiv gearbeitet. Dazu gab es ausschließlich Testspiel-Siege. Sicherlich gute Voraussetzungen für den Start in die neue Spielzeit. Doch alles, was war, ist Makulatur. Jetzt zählt es. »Mit allem, was wir uns vorgenommen haben und was auch durch die Spieler entstanden ist, sind wir extrem zufrieden«, zog Eugen Polanski auf der Pressekonferenz am Freitag ein positives Resümee. »Damit meine ich gar nicht die Ergebnisse, sondern die Art und Weise, wie die Jungs zusammengewachsen sind und wie sie mitgezogen haben. Wir haben viele Dinge, die wir uns vorher vorgenommen haben, umgesetzt. Es gab keinen einzigen Moment, in dem jemand die Hand gehoben und gesagt hat, dass es zu intensiv sei.«

»Wir wollen zeigen, warum wir Favorit sind«

Nun wird es also beim TSV Schott Mainz zum ersten Mal ernst. Zwar hat der DFB-Pokal bekanntlich seine eigenen Gesetze und der Regionalliga-Absteiger ist mit zehn Punkten aus bisher vier Ligaspielen gut gestartet, doch alles andere als ein Sieg der Fohlenelf beim krassen Außenseiter wäre eine große Überraschung und zugleich ein herber Rückschlag.

Dementsprechend gab Polanski die Marschroute vor. »Als Mannschaft wollen wir uns vor einer großen Kulisse und vor sehr vielen Borussen so präsentieren, wie wir uns das grundsätzlich fußballerisch vorstellen: Mit viel Energie auf dem Platz, mit einem klaren Stil und dem Bewusstsein, dass wir der Favorit sind«, fordert der 40-Jährige. »Wir wollen zeigen, warum wir Favorit sind, das Spiel sehr professionell und mit Demut angehen und trotzdem mit einer gewissen Freude.«

Und natürlich hat Borussias Trainer den kommenden Gegner genau studiert. So, wie er das vor einem Bundesliga-Spiel macht. »Wir wissen alles, was wir über Schott Mainz wissen müssen. Es ist eine Mannschaft, die aktuell in der Oberliga spielt, aber eigentlich dauerhaft in der Regionalliga vertreten ist. Wir haben bei der Videoanalyse einen spielerischen Ansatz gesehen, den die Mannschaft durchzieht«, so Polanski. »Nach vier Spieltagen stehen die Mainzer mit zehn Punkten an der Tabellenspitze. Schott war auch schon öfter im DFB-Pokal vertreten. Sie haben einige Spieler in ihren Reihen, die das bereits erlebt haben.Dementsprechend bereiten wir uns auf diesen Gegner genauso akribisch wie auf ein Bundesligaspiel vor.«

Bekommt Itakura Einsatzzeit in Mainz? Lob für Ullrich

Personell hat Polanski, wie er selbst sagte, die Qual der Wahl. Yukhym Konoplia, Jens Castrop und Zento Uno stehen nicht zur Verfügung. Fabio Chiarodia hingegen könnte eine Option sein, nach dem er in dieser Woche große Teile der Trainingseinheiten mitmachen konnte.

Geklärt wurden in dieser Woche auch andere Personalfragen. Nico Elvedi hat den Klub nach elf Jahren in Richtung Leeds United verlassen, Ko Itakura ist nach einem Jahr von Ajax Amsterdam zu den Borussen zurückgekehrt. Wie fit ist der Japaner denn schon? »Da haben wir erstmal gar keine keine Sorge. Ko hat einfach einen Top-Charakter, neben der Qualität, die er fußballerisch hat. Dass er vielleicht nicht den Rhythmus hat, wie er sich ihn am liebsten wünschen würde oder wie wir uns ihn wünschen würden – Schwamm drüber«, so Polanski. »Ich glaube, in seinem Alter und mit der Erfahrung ist das definitiv anders zu bewerten. Und trotzdem versuchen wir ihn so schnell wie möglich in gewisse Abläufe reinzubringen. Das haben wir in schon den ersten zwei Tagen gemacht und haben im Abschlusstraining nochmal Zeit dafür. Dann wollen ihm tatsächlich so schnell wie möglich Spielminuten geben, was die Einsatzzeiten angeht.«

Ob er solche bereits in Mainz erhält, bleibt abzuwarten. Apropos. Klar dürfte sein, dass Moritz Nicolas als Nummer eins zwischen den Pfosten steht und Kapitän Tim Kleindienst im Sturm beginnt. Und auch Lukas Ullrich, einer der Gewinner der Vorbereitung, hat sich seinen Platz in der Startelf erarbeitet und erhält gleich Lob von seinem Coach.

»Ulle tut die Rückkehr zur Top-Leistung gut. Dabei spielt es keine Rolle ob Dreier- oder Viererkette. Der Junge kann zur Zeit und immer alles. Die letzte Saison verlief nicht so, wie er sich das vorstellt hat und wie wir uns das in Teilen vorgestellt haben«, sagte Polanski. »Damit als junger Spieler klarzukommen, ist dann auch nicht immer einfach. Er hat sechs Wochen und wahrscheinlich auch davor Top-Arbeit geleistet wie viele andere auch.«

Dementsprechend könnte die Startelf in der Mainzer MEWA Arena so aussehen: 

Nicolas – Hashioka, Diks, Leszczyński, Ullrich – Sander, Stöger – Honorat, Bolin, Hack – Kleindienst

Zwar sind die wichtigsten Fragen geklärt, dennoch wird es spannend zu sehen sein, wie und vor allem wen Polanski im ersten Pflichtspiel der neuen Saison auflaufen lässt und wie sich die Mannschaft präsentiert. Vorfreude ist bei allen Beteiligten jedenfalls zu spüren. Zumal der Pokal auch nicht zwingend einkalkuliert Zusatzeinnahmen bietet.

»Der Pokal ist ein spannender Wettbewerb, weil man mit weniger Spielen sehr viel erreichen kann. Wir freuen uns auch extrem darauf, dass wir am Wochenende in einer Bundesliga-Arena antreten. Wir haben viele Borussia-Fans vor Ort, die uns unterstützen werden. Das motiviert uns noch mehr«, sagte Rouven Schröder. »Der Trainer tut einiges dafür, dass die Jungs alle im Konkurrenzkampf stehen und die Karten offen sind. Von daher sind wir heiß auf den Start.«

Verfolgen dürfen das neben den Zuschauern vor den TV-Geräten rund 7.500 mitgereiste Fans der Fohlenelf. Auf dass sie nicht enttäuscht werden…