Jetzt offiziell: Alexander Blessin wird neuer Cheftrainer bei Borussia

Alexander Blessin übernimmt die Fohlen ab sofort. Foto: picture alliance / Foto Huebner | Foto Huebner

Borussia Mönchengladbach hat einen Nachfolger für Eugen Polanski gefunden. Ab sofort übernimmt Alexander Blessin die Geschicke am Borussia-Park. Der 53-Jährige arbeitete zuletzt beim FC St. Pauli und erhält bei den Fohlen einen Vertrag bis Sommer 2028.

Es waren unendlich viele Namen, die in den letzten Tagen nach der Freistellung von Eugen Polanski in der Gerüchteküche brodelten und die als potenzielle Nachfolger für den Cheftrainer-Posten mit Borussia in Verbindung gebracht wurden. Einige davon erledigten sich von selbst, einige verneinte Rouven Schröder selbst.

Offizielle Vorstellung am Mittwoch

Nach der 3:4-Niederlage gegen Mainz hatte Rouven Schröder bei ‚Sky‘ von einer mündlichen Einigung gesprochen. Nun stehen auch die Unterschriften unter dem Arbeitspapier. Eine Woche nach der Niederlage beim SC Freiburg haben die Borussen einen neuen Cheftrainer gefunden. Alexander Blessin übernimmt ab sofort in Mönchengladbach. Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, wird keine Ablösesumme fällig. Diese, so das Blatt, hätte St. Pauli lediglich in der Sommerpause aufrufen können. So musste sich der 53-Jährige leidlich mit dem Kiez-Klub einigen und seinen Vertrags auslösen.

Blessing wird am morgigen Mittwoch, 23. September, um 13:30 Uhr in einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt. Mit auf dem Podium sitzen wird natürlich Sportchef Rouven Schröder. Die Pressekonferenz wird kostenfrei live in der FohlenApp und auf Fohlen.TV übertragen. 

Gladbach: Blessin muss die Defensive stabilisieren

Der 53-Jährige stand zuletzt beim FC St. Pauli unter Vertrag. Nach dem Abstieg in die 2. Liga war für den gebürtigen Stuttgarter im Sommer Schluss auf dem Kiez. In der Spielzeit 2024/2025 hatte er St. Pauli als Aufsteiger auf einen ordentlichen 14. Tabellenplatz geführt. Dabei hatte Blessin vor allem die Abwehr der Hamburger stabilisiert: Lediglich 41 Gegentore kassierte St. Pauli, nur der FC Bayern hatte weniger. Und auch in Genua zeigten die ersten neun Liga-Spiele, was den Stuttgarter auszeichnet: Defensiv nach dem Rechten sehen: Fünf Serie A-Spiele endeten 0:0, insgesamt gelangen dabei gerade einmal drei eigene Tore. Dafür ging nur eine Partie verloren.

Dieses Defensiv-Bollwerk soll Blessin nun auch in Gladbach etablieren. Mit 16 Gegentoren in den ersten vier Partien haben die Borussen einen vereinseigenen Negativ-Rekord aufgestellt. Blessin übernimmt eine verunsicherte Mannschaft, die in der Defensive teilweise ihre Bundesligatauglichkeit vermissen ließ, und der es in der Offensive oft an der letzten Konsequenz fehlte. Kann der 53-Jährige die Herausforderung meistern?

Zwei Abstiege und ein Pokalsieg stehen zu Buche 

Seine Bilanz im Profifußball ist durchaus durchwachsen. Beim KV Oostende in der ersten belgischen Liga erreichte Blessin in seiner Debütsaison Platz fünf, nachdem der Verein im Vorjahr nur knapp dem Abstieg entronnen war. Mit dem FC Genua, wohin er im Januar 2022 wechselte, misslang Blessin das Projekt Klassenerhalt hingegen. Besser lief es für ihn in der Saison 2023/24, als er bei Union Saint-Gilloise mit einem Punkteschnitt von 2,07 in 58 Pflichtspielen den belgischen Pokal gewann und sogar die Vizemeisterschaft holte. 

Das qualifizierte ihn für die Aufgabe beim FC St. Pauli, wo er den Abstieg jedoch nur im ersten Jahr verhindern konnte. Die Frage, die sich die Borussia-Fans stellen, lautet deshalb: Kann Blessin mit einem größeren Budget und einer mutmaßlich besser besetzten Mannschaft dauerhaft erfolgreich sein?

Am kommenden Donnerstag (18.30 Uhr) wartet bereits das erste Testspiel bei den Sportfreunden Siegen, eine Woche später, am Tag der deutschen Einheit, testet Borussia erneut – ausgerechnet bei Blessins Ex-Klub St. Pauli (15.30 Uhr). Im ersten Pflichtspiel als neuer Gladbach-Trainer wartet dann Erzrivale 1. FC Köln. Mit einem Auswärtssieg würde Blessin wohl den bestmöglichen Start hinlegen und der teils vorhandenen Skepsis unter den Anhängern direkt entgegenwirken.