Bleibt Eugen Polanski trotz der Klatsche in Freiburg Borussias Trainer?! Foto: Dirk Päffgen
Es scheint fast unausweichlich, dass sich die Wege von Borussia Mönchengladbach und Eugen Polanski nach dem 0:5 in Freiburg trennen. Wie sich der Trainer in der Pressekonferenz selbst dazu äußerte und was man bei Sportchef Rouven Schröder zwischen den Zeilen liest.
Es seien Nuancen, die am Ende über Freud und Leid in der Bundesliga entscheiden. Doch die Nuancen seien bei Borussia Mönchengladbach derzeit zu groß. Das befand Gladbachs Trainer Eugen Polanski in der Pressekonferenz nach der 0:5-Niederlage gegen den SC Freiburg. »Das Spiel ist ein bisschen bezeichnend für unseren Bundesliga-Auftritt in den ersten drei Spielen, wo wir in den ersten 15 Minuten genau das gemacht haben, was wir uns vorgenommen haben. Nicht in den Druck des Gegners spielen, dagegenzuhalten, mindestens ebenbürtig zu sein. Um dann mit dem ersten individuellen Fehler ein Tor zu kassieren«, verlieh er seiner Frustration über die Klatsche Ausdruck.
Bereits mit dem ersten Gegentor fing das Debakel an. Ein individueller Fehler, »den ich in der Häufigkeit, wie wir es in den ersten drei Spieltagen gemacht haben, so noch nicht gesehen habe«, war Polanski ratlos über die teils hanebüchenen Aussetzer seiner Spieler. Auch das zweite Gegentor sei zu einfach gefallen. »Das ist dann bittere Bundesliga-Realität. Wenn wir so verteidigen, dann wird das nichts«, befürchtet Polanski. Die zweite Hälfte sei dann schnell erklärt.
Polanski: »Bin jetzt auch nicht gerade guten Mutes«
Nach der Gelb-Roten-Karte für Tim Kleindienst, die Polanski zwar zu hart fand, jedoch nicht als Ausrede nutzen wollte, sei es nur noch um Vermeidung einer Gegentorflut gegangen. »Die wir dann am Ende doch bekommen haben«, musste er feststellen. »Wir hatten eine Phase in der zweiten Halbzeit, wo wir es ordentlich machen, wo wir gut kompakt stehen. Und dann ist es trotzdem eine Frage der Zeit, weil der Gegner es gut macht«, befand Polanski.
Unzufrieden war er besonders mit den letzten beiden Gegentoren. »Gerade Tor vier und fünf sind dann für uns bezeichnend. Ich glaube nicht, dass die Aktionen unvorhersehbar waren. Sie sind zwar gut, aber sie sind vermeidbar, sie sind zu verteidigen«, bemängelte Polanski die Abwehrleistung seiner Mannschaft. Verständnis hatte er indes für den Unmut der Fans. »Wenn man 5:0 verliert, die Fans was komplett anderes sehen wollen, dann kann ich sie komplett verstehen. Ich bin jetzt auch nicht gerade guten Mutes und habe gute Laune nach dem Spiel«, gab er Einblicke in seine Gefühlswelt.
Gladbach: Aus von Polanski schon klar?
Auch die Frage nach seiner eigenen Zukunft ließ Polanski offen. »Die Diskussion kann ich absolut nachvollziehen, wir haben zu wenige Punkte. Dementsprechend ist es absolut auch gerechtfertigt, ich bin da mit verantwortlich für und stelle mich der ganzen Sache«, sagte er. Wichtig sei jedoch, die Diskussion mit dem internen Kreis zu treffen. »Trotzdem müssen wir das sehr ehrlich miteinander diskutieren, ob das dann noch der richtige Weg ist«, zeigte sich Polanski offen, seinen Posten zu räumen.
Und derjenige, der das letzte Wort hat – nämlich Sportchef Rouven Schröder – vermied ebenfalls ein Bekenntnis zu seinem Trainer. »Ich glaube, es ist wichtig, dass wir heute erstmal wirklich sacken lassen, weil wir jetzt gleich zurückfahren und die richtigen Gedanken auch machen und dann natürlich auch morgen in die Analyse gehen«, erklärte Schröder am Sky-Mikrofon nach der Partie.
Nur, um kurz darauf im ähnlichen Wortlaut wie Polanski zu antworten. »Wir werden uns auch dann auch mit Eugen zusammensetzen, einfach das Gespräch führen, auch mit der Mannschaft, auch mit dem Mannschaftsrat, mit allen, die da beteiligt waren heute, ob wir so weitermachen wollen.« Klingt so, als wäre die Polanski-Zukunft eigentlich schon beschlossen. Auch, wenn man sich die Frage stellen muss, wer denn Gladbach überhaupt nachhaltig erfolgreich trainieren kann…?!

