Intensiv ging es zur Sache bei der ersten Einheit der Derbywoche. Foto: Dirk Päffgen
Am Dienstag hat Borussia Mönchengladbach sein einziges öffentliches Training in der Vorbereitung auf die Partie gegen den FC Köln abgehalten. Welche Erkenntnisse es gab und was Gladbachs neuer Trainer Alexander Blessin nach dem Training über seine Eindrücke berichtete.
Das öffentliche Training vor dem Derby ließ zumindest von außen den Eindruck erwecken, dass man bei Borussia Mönchengladbach wieder guter Dinge ist. Alle waren mit Spaß und Engagement bei der Sache – das traumhafte Wetter lud dazu ein. Nach einer kurzen Ansprache durch Borussias neuen Coach Alexander Blessin gingen die Spieler in ein Kurzpassspiel über – ein Kontakt, und in der Mitte drei Spieler, die den Ball zu erhalten versuchten.
Generell hat Blessin seine Jungs immer wieder angefeuert, eingegriffen und verbessert, wenn es Anlass dazu gab. Er wirkte zudem zufrieden mit der Arbeit seiner Jungs. Das bekam auch Jan Leszczyński zu spüren, den sich Blessin kurz zur Seite geholt, mit ihm gesprochen und ihm dann einen Klaps auf den Rücken gegeben hat. Vorsichtshalber schickte Blessin Tim Kleindienst in die Kabine, der sich muskulär unwohl fühlte. Er wird gegen den FC Köln aber aller Voraussicht mit dabei sein können.
Uno erhält Lob – Blessin ist aktiv
Derweil drehte der angeschlagene Franck Honorat seine Runden auf dem Platz und fasste sich hinterher kurz an den Unterschenkel – folgenschwer soll das aber nicht gewesen sein, so zumindest der aktuelle Stand. Für die Mannschaft folgte eine 3er-Ketten-Übung mit engen Abständen. Auch hier war Blessin in seinem Element, gab Anweisungen, pushte seine Spieler und verbesserte, wenn es Anlass dazu gab. »Gute Tiefenstaffelung!«, »Sehr gut geschossen, Zento«, waren einige der Kommandos des 53-Jährigen. Auch hier war zu sehen, dass alle mitzogen und sich dem Trainer zeigen wollen.
Weiter ging es mit einer Übung Abwehr gegen Angriff, die 5er-Kette hielt mit Leibchen gegen die Stürmer. »Schieb raus!«, »Immer früh drauf«, »Bleibt dran, Jungs. Pusht euch selber nochmal«, waren hier einige Kommandos von Blessin. Hier sollte vor allem auch zügig über die Außen und hinter die Kette gespielt werden. Zu guter Letzt gab es dann ein Spiel auf vier Tore. Auch hier war Zug drin und es ging zur Sache. »Jungs, ihr könnt sie locken, aber wir können uns auch tot spielen«, wollte Blessin, dass es schneller geht.
Gladbachs Nationalspieler kehren Freitag zurück
Insgesamt war eine hohe Intensität und Tempo in der Einheit zu spüren und alle waren konzentriert. Was Blessin möchte und von den Fohlen fordert, ist klar zu erkennen. Nun müssen sie es „nur“ noch umsetzen. Noch vier Tage hat Blessin Zeit, um seine Jungs auf das wichtige Derby vorzubereiten. Das alles dann hinter verschlossenen Türen, denn die Einheit am Dienstag war die einzige, bei der Zuschauer zugelassen waren. Am Freitag dürften dann auch die Nationalspieler wieder mit dabei sein, sodass Blessin dann auch mit seiner gewünschten Formation üben kann.
Der Trainer stand den Journalisten nach dem Training Rede und Antwort. »Es ist immer schwierig am Anfang. Wenn man eine Vorbereitung hat, die sechs Wochen dauert, dann hat man Zeit, hat Themenbereiche, die man nacheinander abhaken kann und jetzt müssen wir alles ein bisschen verkuddeln. Deswegen war es heute etwas intensiver, eigentlich starte ich sonst immer etwas ruhiger in eine Woche«, sagte Blessin nach dem öffentlichen Training vor dem rheinischen Derby am Sonntag.
Blessin: »Richtung Ball aktiv sein«
»Wir müssen also ein bisschen adaptieren und schauen, was wir an wichtigen Themen in diese Woche noch reinpacken. Und das hat eigentlich ganz gut geklappt, weil ich das Gefühl hatte jetzt nach dem Tag frei, ist jeder gleich wieder da«, gab sich der Coach zufrieden. Es müsse analysiert werden, was die Borussen nach dem 1:1-Unentschieden im Test gegen St. Pauli besser machen sollen, auch mit Blick auf die weiteren Spiele. »Es ist nicht nur das Spiel gegen Köln, sondern danach auch Hoffenheim und der VfB, die agieren alle in einer ähnlichen Weise, was die Sechser anbelangt, was die Variabilität anbelangt, da sind wir ein bisschen drauf eingegangen«, gab Blessin Einblicke in die Trainingsinhalte.
Er sei darüber hinaus zufrieden, wie die Mannschaft sich gezeigt habe, freue sich aber wieder darauf, wenn alle Spieler von ihren Länderspiel-Reisen zurück seien. Es gehe dann für alle darum »Richtung Ball aktiv zu sein, dahinter den Raum zu schließen, nicht auf einer Höhe zu stehen, dass ich einen Lochpass dann mehr oder weniger sehr leicht zulassen kann, wenn ich eine Tiefenstaffelung habe, Druck auf dem Ball habe, meinen Deckungsschatten vergrößere – dann kann ich wieder ranschieben, aber davor muss ich halt in der Struktur gut arbeiten. Es ist wichtig, eine gewisse Sensibilität in den Köpfen hervorzurufen«, sagte Blessin.

