Stimmen nach Wuppertal: Polanski und das »Fahrkarten-Schießen«

Eugen Polanski sah noch Verbesserungspotenzial beim Testspielsieg in Wuppertal. Foto: Dirk Päffgen

Trotz des 6:0-Erfolgs gegen den Wuppertaler SV sah Eugen Polanski noch einiges an Verbesserungspotential bei Borussia Mönchengladbach. Wie der Trainer die Partie einordnet und was Doppelpacker Hugo Bolin über seine Freundschaft mit Wael Mohya verrät.

»Im Großen und Ganzen war es gut. Wir haben sehr viele Dinge umgesetzt, die wir auch sehen wollten, es war viel Tempo drin«, befand Gladbachs Trainer Eugen Polanski nach dem 6:0-Testspielsieg gegen den Wuppertaler SV. In der ersten Halbzeit habe das Rhythmusgefühl noch ein wenig gefehlt, im zweiten Durchgang sei die Mannschaft wieder gut ins Spiel gekommen. »Das Ergebnis war zwar 6:0, aber in meiner Zählung war es so, dass wir sechs Tore machen und sechs nicht machen. In der ersten Halbzeit schießen wir vier Fahrkarten, in der zweiten Halbzeit zwei – da haben wir sicherlich noch Luft nach oben«, kritisierte der Trainer. 

Polanski: Entwarnung bei Ullrich

Es sei dennoch eine ansprechende Leistung gewesen, wie Polanski hervorhob. Weniger erfreulich war jedoch die verletzungsbedingte Auswechslung Lukas Ullrichs, wobei es sich aber um eine Vorsichtsmaßnahme handelte, wie er erklärte. »Am Ende war es auch wirklich so, dass er getaumelt ist«, sagte Polanski und fügte an, dass es Ullrich nach der Partie jedoch wieder besser gegangen sei. »Wir hoffen, dass es dann auch bis morgen so bleibt.«

Wieder zum Einsatz kam dafür Nathan Ngoumou, der viel probierte. »Es ist so, dass wir nicht immer alles vorgeben wollen und können, gerade bei vielen Kreativspielern im letzten Drittel. Man muss nur schauen, dass nicht nur noch Kreativität drin ist und dann auch nur auf einer Seite«, mahnte Polanski, der sich an eine Szene erinnerte, in der nur noch Linksverteidiger Edin Biber zur Absicherung bereitgestanden habe. »Das ist die Quintessenz: Entweder, wir spielen auf der Seite, oder wir positionieren uns besser und haben ein bisschen bessere Positionsdisziplin«, sagte er. 

Bolin und Mohya das neue Flügel-Duo bei Gladbach?

Unter dem Strich war der Trainer dennoch zufrieden, besonders Doppelpacker Hugo Bolin dürfte zu diesem Urteil beigetragen haben. Angesprochen auf das neue System sagte Bolin: »Es war ein guter Start. Wir hatten gute Bewegungen«, und sprach dabei auch über seine Verbindung mit Wael Mohya, mit dem er sich auch abseits des Platzes gut versteht. »Wael und ich sind enge Freunde, ich denke, das sieht man im Spiel«, erklärte Bolin. Ebenfalls auf einer Wellenlänge scheinen Bolin und Neuzugang Isac Lidberg zu sein, wie der Mittelfeldspieler verriet. 

»Isac und ich haben uns in der ersten Woche gut kennengelernt. Es ist gut, einen weiteren Schweden im Team zu haben. Er ist ein guter Stürmer«, berichtete er. Dabei war es für beide das erste Aufeinandertreffen in ihrer Karriere. »Ich kannte ihn nicht so gut vorher. Als ich in der Nationalelf war, war er nicht da, und als er da war, war ich nicht da. Es ist das erste Mal, dass ich mit ihm spiele und ich bin glücklich«, freute sich Bolin. Im nächsten Test am kommenden Samstag, wenn die Fohlen zu Gast sind bei Rot-Weiss-Essen, können er und Lidberg ihre Verbindung auf dem Platz weiter stärken.