Hugo Bolin traf zur Führung bei Borussias Auswärtssieg in Essen. Foto: Dirk Päffgen
Auch das zweite Testspiel gewann Borussia Mönchengladbach, diesmal mit 2:1 bei Rot-Weiss-Essen. Hugo Bolin und Wael Mohya sorgten für die Treffer, ein Youngster zeigte sich besonders umtriebig. Ein Fragezeichen bleibt bei Yukhym Konoplia.
Es war ein sonniger Samstagnachmittag im Stadion an der Hafenstraße, als Borussia Mönchengladbach zu seinem zweiten Testspiel zu Gast war bei Rot-Weiss-Essen. Ganz in schwarz starteten die Borussen von links nach rechts, mit einer Aufstellung, die bereits einen Vorgriff auf die Bundesliga-Saison bot. Im Tor stand Moritz Nicolas, vor ihm verteidigten Yukhym Konolpia, Kevin Diks, Fabio Chiarodia und Lukas Ullrich hinter der Doppelsechs Philipp Sander und Enzo Leopold. Offensiv durften Franck Honorat, Robin Hack, Hugo Bolin und Kapitän Tim Kleindienst beginnen.
Konoplia musste früh vom Feld
Allerdings war Eugen Polanski auch dieses Mal gezwungen, einen vorzeitigen Wechsel zu vollziehen: Konoplia musste das Feld bereits nach zehn Minuten nach einem Foul mit einer Knieverletzung verlassen, für ihn kam Youngster Dillon Berko ins Spiel, das innerhalb der ersten 20 Minuten zwar bissig, aber ansonsten ereignisarm verlief. Erst ein Abschluss von Honorat ans Außennetz aus halblinker Position rüttelte die Borussen wach.
Wenige Minuten später hatte Sander eine ähnliche Chance auf der anderen Seite – auch er traf nur das Außennetz. Doch zeigte sich Borussia nun angriffslustiger, verlagerte das Spiel in die Hälfte der Gastgeber. Der Ball landete zwischenzeitlich sogar im Netz, nachdem Kleindienst ihn per Kopf auf Ullrich rüberlegte – doch Kleindienst soll im Abseits gestanden haben, der Treffer wurde aberkannt, und dann war der Arbeitstag für den Kapitän nach einer halben Stunde planmäßig beendet. Stichwort: Belastungssteuerung.
Gladbach durch Bolin in Führung
Für ihn war Neuzugang Isac Lidberg in die Partie gekommen, der sich direkt umtriebig zeigte. Auf der anderen Seite traf Lucas Brumme für RWE, doch auch dieser Treffer zählte nicht, da unmittelbar zuvor auf Foulspiel entschieden wurde. Kurz vor dem Halbzeitpfiff sorgte Ex-Borussia Noah Pesch für die beste Chance der Essener, nachdem er Nicolas mit einem Volley von der Strafraumgrenze zu einer Glanzparade zwang. Jubeln durften dann die Borussen: Bolin wurde von Hack mit der Hacke bedient, aus 15 Metern traf der Schwede per Flachschuss ins rechte Eck zur Führung in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+2). Unmittelbar danach ging es in die Kabine.
Zur zweiten Hälfte wechselte Polanski bis auf Lidberg und Berko einmal durch: Daniel Batz kam für Nicolas aufs Feld, weiterhin brachte er Jan Leszczynski, Tyler Meiser, Edin Biber, Mathieu Nguefack, Florian Neuhaus, Shuto Machino, Wael Mohya und Kevin Stöger. Und dann rettete Leszcynski direkt das 1:0, indem er einen Ball in letzter Instanz auf der Linie klärte – dafür gab es den Jubel von Batz, der den Ball nicht hätte halten können.
Gute Chancen für Borussia, Mohya erhöht
Wenig später probierte es Nguefack aus der Distanz und holte so eine Ecke raus, in deren Anschluss Leszcynski beinahe per Kopf an den Ball gekommen wäre. Eine gute Chance für den Neuzugang, der einen guten Eindruck hinterließ und sich in die Zweikämpfe warf. Im Anschluss hatte Borussia weitere gute Möglichkeiten: Neuhaus traf zunächst die Latte nach einer Ecke, danach traf Machino das Außennetz.
Und das Hin und Her ging weiter, diesmal durfte sich Batz auszeichnen, nachdem er per Distanzschuss geprüft wurde und den Ball mit den Fingerspitzen ins Toraus lenkte. Der zweite Treffer gehörte dann aber wieder Gladbach: Mohya wurde von Neuhaus an der rechten Strafraumkante bedient und zog den Ball mit dem Spann ins linke obere Eck (74.). Im Anschluss wechselte Polanski erneut: Für Machino war die Partie nach einer halben Stunde wieder vorbei, ebenfalls verließ Berko den Platz, für die beiden kamen Iaia Manco Danfa und Fritz Fleck.
Batz zeichnet sich aus, Biber mit Eigentor
Dem Youngster gelang sogar das dritte Abseitstor des Tages unmittelbar nach seiner Einwechslung, knapp vorbei zog auch Kapitän Stöger die Kugel knapp zehn Minuten vor Schluss. Wieder auf der anderen Seite war Batz gleich zweimal zur Stelle, parierte erst einen Flachschuss und war kurze Zeit später mit einer Fußabwehr Borussias Rettungsanker. Dennoch gehörten die Schlussminuten weiter RWE, das den Ehrentreffer erzwingen wollte.
Das gelang den Gastgebern auch, zumindest indirekt: Der eingewechselte Biber sorgte mit einem Eigentor für das 1:2, direkt danach ertönte der Schlusspfiff. Zuvor hatte Lidberg die gelbe Karte gesehen – natürlich ohne weitere Folgen. Für die Borussen geht es jetzt weiter in Richtung Norddeutschland, wo Drittligist Hansa Rostock am nächsten Samstag zum Testspiel bittet.

