Auf dem Prüfstand: Worauf es für Gladbach gegen den HSV ankommt

Daniel Batz wird auch in Hamburg zwischen den Pfosten stehen. Foto: Dirk Päffgen

Gladbach und der HSV – zwei Traditionsvereine, die derzeit im unteren Tabellendrittel stecken. Dabei eint die beiden Klubs mehr als nur der Fakt, dass sie in dieser Saison wohl gegen den Abstieg kämpfen: Unser Prüfstand, präsentiert vom Autohaus Waldhausen + Bürkel aus Mönchengladbach. 

Für Borussia Mönchengladbach gibt es in diesen Wochen eigentlich kein Spiel, das nicht mit dem Attribut „richtungsweisend“ versehen werden kann. Gegen den VfB Stuttgart hätte man das schon sagen können, doch da setzte kaum ein Beobachter auf einen Auswärtssieg der Borussen. Als Stimmungsaufheller fungierte der Sieg gegen den Karlsruher SC im DFB-Pokal, ein Wermutstropfen war schließlich die Nullnummer zuhause gegen den SC Paderborn in der Liga. Das war das erste wirklich richtungsweisende Spiel – gegen einen Gegner auf Augenhöhe, zumindest laut Tabellenlage.

Dort stehen die Borussen nach wie vor auf dem letzten Platz. Ihr kommender Gegner, der Hamburger SV, rangiert nur drei Plätze, dafür aber fünf Punkte vor Gladbach auf Rang 15. Verkürzt die Mannschaft von Alexander Blessin diesen Abstand am Freitagabend um drei Punkte, sehen sich die Borussen in einer Ausgangslage, mit der Blessin entspannter arbeiten kann. Danach spielt Gladbach zuhause gegen Borussia Dortmund, in der Folgewoche geht es zu den formstarken Bremern ins Weserstadion, und mit Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt warten zwei weitere Schwergewichte bis zum Jahreswechsel. Angesichts dieses Restprogramms ist ein Sieg in Hamburg fast schon sechs Punkte wert.

Gladbach und der HSV: Beide agieren im 3-4-2-1

Dabei erlebt der HSV in dieser Saison selbst eine Gefühlsachterbahn, verlor zum Auftakt gleich dreimal in Folge, um dann dreimal nacheinander zu gewinnen. In den letzten beiden Spielen gingen die Hamburger dann aber wieder leer aus: Ein 0:1 auswärts in Paderborn und ein 1:3 in Frankfurt dürften das Team von Trainer Merlin Polzin angestachelt haben, im Heimspiel gegen Gladbach den Turnaorund zu schaffen. Doch die Borussen haben ihrerseits etwas entgegenzusetzen, das ihnen vor Wochen noch fehlte: Defensive Stabilität. 

Die Zahl der Gegentore wurde stark reduziert, von 16 auf sechs in vier Spielen, seitdem Blessin das Amt des Cheftrainers in Gladbach angetreten hat. Aus dieser defensiven Kompaktheit nun auch offensiv Profit zu schlagen, daran mangelte es den Borussen vor allem in der zweiten Hälfte gegen Paderborn, als die Gäste die Spielkontrolle zunehmend gewannen, ohne jedoch selbst einen Treffer zu erzielen. Die Änderung auf das 3-4-2-1-System greift also vor allem defensiv. 

Die Defensive wird entscheiden – Nicolas fehlt weiter

Mit eben dieser Grundordnung agiert auch der HSV – ein Spiegelbild sozusagen, bei dem die Gladbacher versuchen müssen, den selbst aus einer defensiven Kompaktheit agierenden HSV aus der Reserve zu locken. Mit zwei Zehnern, einem Stoßstürmer und zwei Schienenspielern lauern die Hamburger auf Umschaltmomente, die es für Blessin zu entschärfen gilt. Das wird, wie auch in den Vorwochen, also nur über eine disziplinierte Abwehrleistung gelingen und über ein entsprechendes Pressing in der Offensive.

Droht also eine Abwehrschlacht? Zum jetzigen Stand ist zumindest kein Offensivfeuerwerk zu erwarten, gilt es für die Borussen vor allem darum, zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor zu bleiben. Wem dafür die Verantwortung im Borussen-Tor zuteil wird, steht bereits fest. Da Moritz Nicolas weiterhin aufgrund von muskulären Problemen nicht zur Verfügung stehen wird, wird Daniel Batz auch in Hamburg das Tor hüten.

Sorgen machen muss man sich da gewiss nicht, denn Nicolas’ Vertreter hat es mehr als nur gut gemacht und hätte sich einen weiteren Einsatz eh verdient gehabt. Spannend wird sein, wen Blessin in der Defensive aufbringt: Bei Kevin Diks scheinen die Chancen gut zu stehen, dass er gegen den HSV wieder dabei ist. Wer auch immer dabei sein wird – Es müssen bei der Rückfahrt Punkte im Gepäck sein…