Borussia kommt gegen Paderborn nicht über ein 0:0 hinaus

Wael Mohya und die Borussen verpassten einen Sieg gegen Paderborn. Foto: Dirk Päffgen

Mit 0:0-Unentschieden trennte sich Borussia Mönchengladbach zuhause vom SC Paderborn und tritt im Tabellenkeller weiter auf der Stelle. Gerade nach der Pause kam von der Fohlenelf zu wenig, um einen Sieg einfahren zu können. 

Borussias Cheftrainer Alexander Blessin musste gegen die Ostwestfalen weiterhin auf Enzo Leopold (Reha nach Kreuzbandriss), Jan Leszczyński (Kniestauchung), Franck Honorat (Aufbautraining), Tim Kleindienst (Muskelfaserriss), Fritz Fleck (Zerrung), Hugo Bolin (muskuläre Probleme), Kevin Diks (Trainingsrückstand) und Moritz Nicolas (muskuläre Probleme) verzichten. Dafür standen Daiki Hashioka, Isac Lidberg und Nicolas Kühn wieder zur Verfügung.

Im Vergleich zum Pokalspiel gegen Karlsruhe gab es gleich vier Änderungen in der Startelf: Daiki Hashioka, Lukas Ullrich, Florian Neuhaus und Wael Mohya erhielten den Vorzug vor Yukhym Konoplia, David Herold, Kevin Stöger und Hugo Bolin.

Keine Höhepunkte in den ersten 25 Minuten

Die Partie hatte einen ruhigen Beginn. Sowohl die Fohlen als auch die Ostwestfalen wollten zunächst sicher stehen und aus einer kompakten Defensive heraus agieren. Offensivaktion waren somit nicht zu sehen. Dann gab es einen langen Ball von Noll auf Baack, dessen Kopfballverlängerung in den Armen von Batz landetet (5.). Drei Minuten später drang Hack in die Box ein und legte dort zurück auf Ullrich, dessen Flanke die SCP-Abwehr abfangen konnte (8.).

Nach einer Viertelstunde ließ sich festhalten: Beide Mannschaften egalisierten sich weitestgehend und begegneten sich auf Augenhöhe. Einen Torschuss gab es bis dahin noch nicht. Beide Teams beackerten sich zwischen den beiden Strafräumen. Das unterstrichen auch die xGolas-Werte von 0.13 (VfL) zu 0.08 (SCP).

Batz hält die Null fest – Hack verpasst aus 35 Metern knapp

Gerade auch der Fohlen-Express stockte gewaltig. Es fehlte an zündelnden Idee und an Tempo in den Aktionen in der Gefahrenzone, um die gut organisierende SCP-Abwehr zu knacken. Auf der anderen Seite hatte aber auch Batz noch keine Aufgabe gestellt bekommen, weil seine Vorderleute das nicht zuließen. Dass dann eine Standardsituation für die erste gute Möglichkeit des Spiels sorgte, war bezeichnend. Im Anschluss an eine kurze Ecke für Paderborn spielte Obermair in den Strafraum. Dort kam Baack im Rückraum frei zum Schuss und zwang Batz zu einer starken Parade (27.).

VAR kassiert Scally-Tor

Dann hatten auch die Fohlen die erste dicke Möglichkeit. Mohya schnappte sich die Kugel, machte Tempo und spielte in den Lauf zu Hack. Der sah, dass Noll weit vorm Tor stand und probierte es mit einem Weitschuss aus 35 Metern – knapp neben den linken Pfosten (31.). Vier Minuten später jubelten die Fohlen dann zu früh. Scally hatte die Kugel über die Torlinie gedrückt, doch der US-Boy hatte Noll bei seinem Abwehrversuch bedrängt. Schiedsrichter Geruch schaute sich die Szene in der Video-Area nochmal an und entschied auf kein Tor (35.).

Chiarodia, Ullrich und Scally verpassen die Führung

Dieses vermeintliche Tor war der Startschuss für eine Schlussoffensive der Fohlen, den bis zur Pause gab es gleich drei Chancen der Kategorie hochkarätig. Erst scheiterte Chiarodia nach einer Ecke von links per Kopf am langen Pfosten, dann kläre Noll seinen Kopfball mit einer starken Parade, danach ging Ullrich beim Nachschuss aus neun Metern volles Risiko und drosch die Kugel nur knapp über das Gehäuse (45.).

Kurze Zeit später die nächste dicke Möglichkeit. Machino spielte einen überragenden Pass halbrechts in den Lauf von Scally, der plötzlich frei auf Noll zulief. Anstatt aber zum freistehenden Mohya querzulegen, probierte es der Außenverteidiger selbst. Noll machte sich ganz breit und hielt den Schuss glänzend (45.+1).


Dann ging es in die Kabinen. Die Partie begann schleppend. Dann klärte Bartz im Anschluss an eine kurze Ecke stark, ehe die Borussen gleich drei dicke Möglichkeiten zur Führung hatten. Und die wäre auch dann verdient gewesen für die Fohlen.

Weiterhin ausgeglichene Partie

Die Fohlen kamen unverändert und entschlossen aus der Kabine und suchten den Weg nach vorne. Scally flankte das Leder von rechts aus vollem Lauf nach innen, die Hereingabe war jedoch viel zu weit und landete auf der anderen Seite im Seitenaus (51.). Dann ließ Mohya links am Sechzehner gegen drei Mann stehen und zog danach aus 14 Metern ab. Hansen hielt aber noch rechtzeitig den Fuß hin (54.).

Auf der Gegenseite reagiere Batz dann erneut stark, als er sich ging lang machte und den Schuss von Vidović abwehrte (58.). Eine Stunde war gespielt und die Partie war weiterhin offen und ausgeglichen. Beide Teams hatten bis zu diesen Zeitpunkt verzeichnen sieben Torschüsse, das Remis insofern in Ordnung. Dann schraubte sich Hashioka nach einer Ecke von links am langen Pfosten hoch, köpfte aus neun Metern aber klar rechts am Kasten vorbei (64.).

Es liefen die letzten zwanzig Minuten im Borussia-Park und die Borussen versuchten es gepusht von ihrem Publikum nochmal. Mohya nahm von der Mittellinie aus Fahrt auf und drang in den Strafraum ein, ließ mehrere Gegenspieler stehen und wollte es dann alleine machen anstatt in die Mitte zu passen (71.). Die Uhr lief unaufhörlich runter und es stand weiterhin 0:0. Für die Borussen zu wenig, was auch Blessin wusste und deshalb auch dreimal wechselte (77.).

Die Borussen ließen bis zum Schluss zwar die Köpfe nicht hängen und probierten es, am Ende blieb es aber beim torlosen Remis, mit dem die Gäste ohne Zweifel viel besser leben können als die Borussen, von denen aber gerade im zweiten Durchgang viel zu wenig kam. Möchte man etwas positives abgewinnen, dann ist es, dass die Schießbude seit zwei Spielen geschlossen ist. Um entscheidend aus dem Keller zu kommen, ist der eine Punkt zuhause aber natürlich zu wenig.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Batz – Hashioka, Sander, Chiarodia – Scally, Uno, Neuhaus (77. Itakura), Ullrich – Mohya (77. Castrop), Hack (77. Kühn) – Machino (69. Lidberg)

Auswechselbank: Olschowsky (ETW), Herold, Konoplia, Nguefack, Stöger

SC Paderborn: Noll – ter Horst (68. Götze), Scheller, Hansen – Curda, Castaneda, Obermair – Baack (68. Ulrich), Vidović – Pieringer (52. Tigges), Marino (85. Philippe)

Auswechselbank: Schubert (ETW), Lippmann, Müller, Sticker, Zeitler

Tore: Fehlanzeige

Gelbe Karten: Hashioka, Chiarodia / Baack, Scheller, Ulrich

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Timo Gerach (Landau)

Stadion: 51.581 (ista-Borussia-Park)