»Bei vier Gegentoren kann man das Spiel nicht schönreden«

Am Ende standen die Fohlen mal wieder mit leeren Händen da. Foto: Dirk Päffgen

Borussia taumelt nach der vierten Niederlage weiter vor sich hin. Besonders die Defensive zeigte sich beim 3:4 gegen Mainz erneut in einem besorgniserregenden Zustand. Die Baustellen werden immer größer und der neue Trainer – wer auch immer es wird – hat eine Menge Arbeit vor sich. Die Reaktionen der Verantwortlichen. 

Gegen Mainz ging für Borussia Mönchengladbach kein Licht(e) auf. Interimstrainer Jan-Moritz Lichte konnte die Niederlagen-Serie auch nicht stoppen und befand, dass man »bei vier Gegentoren das Spiel nicht schönreden kann«. Und dabei sorgte der 46-Jährige mit dem Startelf-Debüt von Florian Neuhaus wohl für die Überraschung schlechthin. Erstmals stand Neuhaus in dieser Saison für eine Minute auf dem Platz und schoss – ausgerechnet – den Führungstreffer. 

»Von der Herangehensweise her haben wir es zu Beginn grundsätzlich gut gemacht«, fand Lichte. Danach war die Fohlenelf aber »teilweise etwas zu passiv und hat nicht genug Druck auf den Gegner bekommen.« Im Anschluss entwickelte sich eine regelrechte Achterbahnfahrt für die Fohlen, die letztlich aber leider mit einer Vollbremsung endete. 

Defensive ist und bleibt das große Manko 

Vor allem die Defensivabteilung verschenkte zu viele Einladungen an die Mainzer, die allesamt von den Gästen dankend angenommen wurden. Logisch, dass Philipp Sander nach dem vierten Spieltag ordentlich angefressen war. »Wenn du wieder drei Gegentore nach ruhenden Bällen kassierst, kannst du dir nichts davon kaufen. Wir hatten Chancen, um vier oder fünf Tore zu machen, dazu noch einen Elfmeter verschossen. Das muss zu Hause reichen, um Punkte zu holen. Die Gegentore fallen nicht nach Schüssen aus 30 Metern in den Winkel, sondern nach Situationen, in denen wir zu unaufmerksam und nicht konsequent genug sind. Wir müssen in diesen Details einfach besser werden, konsequenter sein – dann werden wir diese Gegentore auch nicht bekommen.«

Nach vier Spieltagen verbucht Borussia nun schon 16 Tore gegen sich. Lediglich Union Berlin, die am Freitagabend mit 0:7 bei den Bayern unter die Räder kamen, können das noch überbieten. Am Samstagnachmittag brachte es auch wenig, dass Isac Lidberg seine Tor-Premiere feiern durfte. »Natürlich bin ich froh, mein erstes Bundesliga-Tor geschossen zu haben. Aber da wir als Team nicht punkten konnten, ändert dieser Treffer nichts daran, dass ich sehr enttäuscht bin. Als Mannschaft haben wir über weite Strecken eigentlich gut gearbeitet. Wenn man dann aber drei Tore nach Standardsituationen kassiert, wird es schwierig, Spiele zu gewinnen«, sagte der Schwede. 

Zwar wollten die Fohlen laut Lichte nach dem Rückstand »die Partie drehen, das war ihnen anzusehen, aber wir haben die Standardsituationen nicht gut verteidigt.« In der Tat stimmte gegen Mainz die Einstellung und die Fohlen ließen sich im Vergleich zu anderen Spielen nicht hängen. Sie schafften es sogar, das Stadion phasenweise wieder lautstark hinter sich zu bringen, aber die mangelhafte Defensive machte es unmöglich, gegen die Rheinhessen etwas Zählbares zu holen. 

Wer wird neuer Trainer? 

Das wird dann die Aufgabe des neuen Trainers werden. Rouven Schröder bestätigte gestern an den Mikrofonen von Sky und DAZN, dass sich der Verein und der neue Übungsleiter mündlich schon einig sind. Wer der neue Mann an der Seitenlinie wird, darf mit höchster Spannung zu verfolgen sein. Fest steht, dass er ein mehr als starkes Nervenkostüm und vor allem endliche spielerische Lösungen mitbringen muss. Die Hoffnung auf die Wende stirbt bekanntlich zuletzt…