Nach der Achterbahnfahrt in Augsburg – »Dieser Punkt fühlt sich heute wie ein Sieg an«

Es war einiges los beim Spiel der Borussen in Augsburg. Foto: Dirk Päffgen

Borussia Mönchengladbach beendete ein spektakuläres erstes Bundesliga-Spiel der neuen Saison mit einem Remis beim FC Augsburg. Gefühlt war der Punkt, gemessen an der turbulenten Schlussphase, wie ein Sieg. Offensiv zeigten sich die Fohlen sehr gut aufgelegt, die Defensive offenbarte allerdings noch einige Schwächen. Unser Nachbericht, präsentiert von der Schotes Firmengruppe. 

Zwei Tore lag Borussia am Samstagnachmittag in Augsburg zwischenzeitlich vorne. Alles sah danach aus, dass die Elf vom Niederrhein direkt im ersten Versuch der neuen Saison 2023/24 einen Auswärtssieg feiern darf. Dass es eben nicht so kam, ist bekannt. Vielmehr zeichnete sich nach dem 4:3 für den FCA ab, als das die Mannschaft wieder in alte Muster verfällt. Doch die Borussen zeigten eine bärenstarke Moral und nahmen dank dem bestens aufgelegten Tomas Cvancara per Foulelfmeter noch einen Punkt mit. 

Borussen beweisen Moral 

»Ich glaube, dieser Punkt fühlt sich heute wie ein Sieg an. Wir mussten viele Rückschläge wegstecken. In der letzten Minute einen Elfmeter zu bekommen und diesen auch zu verwandeln, können wir definitiv als Erfolg für uns werten«, fasste es Jonas Omlin nach Schlusspfiff zusammen. Dass diese Partie solch ein Wechselbad der Gefühle wurde, dafür sorgte Borussia höchstpersönlich. Schließlich verspielten die Gladbacher eine Zwei-Tore-Führung und lagen zwischenzeitlich mit 3:1 vorne. 

»Wenn man 3:1 führt, muss man mit einem besseren Ergebnis als einem 3:3 in die Pause gehen. Die Augsburger sind gut aus der Halbzeit gekommen und haben uns viel abverlangt. Wir sind froh, dass wir nach dem Rückstand Moral bewiesen haben und zumindest noch einen Punkt mit nach Hause nehmen können. Wir hätten gerne einen Sieg gelandet, aber dass wir zum Schluss nochmal alles reingeworfen haben und als Team zusammengewachsen sind, gibt uns Kraft für die kommenden Wochen«, resümierte Julian Weigl. 

Defensiv noch längst nicht eingespielt 

Auch bei Gerardo Seoane, der die Bundesliga-Premiere für seinen neuen Arbeitgeber feierte, überwog das Positive. »Am Schluss überwiegt das positive Gefühl, mit der Schlusssekunde noch einen Punkt mitgenommen zu haben. Kompliment an die Mannschaft für diese Moral. Sie hat bis zum Schluss versucht, wieder zurückzukommen. Auch die Spieler, die eingewechselt wurden, haben für Chaos gesorgt und nochmal Akzente gesetzt«, sagte der Schweizer. Der 44-Jährige weiß allerdings auch: Angesichts von vier Gegentoren wartet noch viel Arbeit auf ihn und sein Trainerteam. 

Allerdings gehört eben auch zur Wahrheit, dass die Innenverteidigung mit Ko Itakuro und Maximilian Wöber in dieser Form noch nicht zusammenspielte. »Einerseits haben wir phasenweise gut verteidigt, andererseits waren wir zu fehlerhaft und haben zu wenig Druck auf den Ball in unserem eigenen Drittel gebracht. Wenn du vier Auswärtstore kassierst, kannst du als Trainer nicht zufrieden sein. Dieses Spiel wird sicherlich eine lange Aufarbeitung brauchen«, kündigte Seoane an. 

Deutlich zufriedener dürfte er mit dem Auftritt seiner Offensive sein: Tomas Cvancara erzielte seine ersten beiden Liga-Tore und stellte bereits jetzt unter Beweis, welche Rolle er noch für Borussia spielen könnte. Mit Nathan Ngoumou haben die Fohlen gefühlt einen weiteren Neuzugang auf der Außenbahn. Auch in Sachen Effizienz legte Seoane mit seinem Team ordentlich zu, schließlich landeten die ersten drei Torschüsse alle im Netz. 

Wieder Ärger mit dem VAR

Apropos Netz: Luca Netz sorgte eher unfreiwillig für den ersten strittigen Elfmeter des Spiels. Auch das Foul an Yavandro Borges Sanches in der Nachspielzeit war eher eine ‚kann‘ und keine ‚muss‘ Entscheidung. Die Szene rund um Netz war allerdings fast schon Grotesk, schließlich spielte der U21-Nationalspieler zuerst den Ball und traf dann minimal seinen Gegenspieler.  »Für mich war es sehr unglücklich, dass ich den Elfmeter verursacht habe«, schilderte Netz. 

Roland Virkus fand es »müßig, darüber zu sprechen. Wir tun besser daran, uns auf die Dinge zu konzentrieren, die wir beeinflussen können. Das ist nunmal der Sport und nicht die Schiedsrichter-Leistung.« Und mit dem Geschehen auf dem Platz, zumindest mit der Einstellung und der Moral, konnte Borussias Sportdirektor gut leben: »Die Jungs haben alles gegeben und bis zum Schluss daran geglaubt, hier noch einen Punkt zu holen. Dafür sind sie am Ende belohnt worden. Es war ein sehr ordentlicher Saisonbeginn, aber es gibt noch viel Potenzial, was wir verbessern können.« Schon am nächsten Samstag haben die Fohlen eben genau diese Möglichkeit, es vor allem in der Defensive besser zu machen. Mit Bayer Leverkusen wartet ein echter Gradmesser. 

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