Trägt ab sofort wieder das Borussen-Trikot: Ko Itakura. Foto: Dirk Päffgen
Borussia Mönchengladbach hat einen Nachfolger für den zu Leeds United gewechselten Nico Elvedi gefunden und holt Ko Itakura zurück an den linken Niederrhein geholt. Der Japaner kommt von Ajax Amsterdam und erhält einen bis Sommer 2030 gültigen Vierjahresvertrag. Die Details.
Der eine geht, der andere kommt zurück. Nach dem Nico Elvedi die Borussen nach elf in Richtung Leeds United verlässt, kehrt Ko Itakura bereits nach einem Jahr zurück an den linken Niederrhein. Erst im vergangenen Sommer war der Japaner für 10,5 Millionen Euro ins Nachbarland Niederlande zu Ajax Amsterdam gewechselt. Beim niederländischen Rekordmeister besaß der 29-Jährige noch einen Vertrag bis 2029. Aus diesem kauften die Borussen den Nationalspieler nun heraus.
Wie Sky berichtet, überweisen die Borussen eine fixe Ablöse von 3,5 Millionen Euro. Durch Bonuszahlungen kann das Gesamtpaket auf bis zu vier Millionen Euro anwachsen. Zudem wurde eine Weiterverkaufsbeteiligung vereinbart. Der niederländische Telegraaf spricht von einer Ablösesumme, die durch Bonuszahlungen auf bis zu fünf Millionen Euro steigen kann plus ebenso einer Weiterverkaufsbeteiligung.
Bereits im Januar wollte Schröder Itakura
Ein starker Deal von Rouven Schröder – weniger bezahlt als bekommen. Bereits im Januar hatte Borussias Sportchef den 29-Jährigen auf dem Zettel hatte, doch seiner Zeit hatte eine Rückholaktion aus unterschiedlichen Gründen nicht funktioniert. Fehlende finanzielle Mittel dürften dabei sicherlich auch eine Rolle gespielt haben. Durch den Wechsel von Elvedi hatte Schröder nun wieder Mittel und fragte ein zweites mal bei Ajax und Itakura an – mit Erfolg. Das wohl auch, weil dem Japaner in den Niederlanden nicht der erhoffte und gewünschte Durchbrich gelungen ist. Zudem dürfte Itakura bei seiner Rückkehr auch auf Gehalt verzichtet haben. Bei Ajax soll der Japaner ein geschätztes Jahresgehalt in Höhe von 3,5 Millionen Euro brutto verdient haben.
»Es gab ja bereits im Winter die Überlegung, Ko Itakura zurück zu Borussia zu holen. Was damals wie ein kühner Plan klang, ist jetzt Wirklichkeit geworden. Wir freuen uns sehr darüber, dass wir mit ihm einen Spieler verpflichten konnten, der in Sachen Qualität und Erfahrung exakt dem Profil entspricht, welches wir nach dem Abgang von Nico Elvedi gesucht haben«, ist Rouven Schröder zufrieden mit dem Transfer. »Dass er noch dazu ein alter Bekannter ist, der kaum Anlaufzeit benötigen wird und unbedingt zu uns zurückwollte, rundet das Ganze perfekt ab.«
Lediglich 18 Einsätze in der Eredivisie (16 davon in der Startelf) konnte Itakura in der vergangen Spielzeit für sich verbuchen. Dazu kommen sechs Einsätze in der Champions League (5 davon in der Startelf). Allerdings hatte der Nationalspieler auch immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. So setzte ihn zum Beispiel eine Rückenverletzung 67 Tage außer Gefecht. Dazu kamen 52 Tage mit weiteren Verletzungen. Bei der WM 2026 kam Itakura in zwei von vier Spielen zum Einsatz (einmal von Beginn an) und führte seine Mannschaft dabei auch als Kapitän an.
Offenbar traut man dem Abwehrmann bei Ajax aber einen nachhaltigen Durchbruch nicht zu und plant nicht mehr mit ihm, so dass man ihn nach einem Jahr und mit Verlust wieder ziehen lässt. In der seit zwei Spieltagen laufenden Spielzeit 2026/27 fehlte Itakura im ersten Spiel verletzungsbedingt, beim 2:2-Remis am 2. Spieltag in Heerenveen schmorte er 90 Minuten auf der Bank. So richtig glücklich wurde Itakura also in den Niederlanden nicht, was ihn dann auch zum Umdenken bewegt haben dürfte.
Win-Win-Situation für beide Seiten – »Ich habe den Verein sehr vermisst«
Rouven Schröder und die Borussen haben dem 29-Jährigen eine Rückkehr nach Gladbach schmackhaft gemacht, Itakura hat das überzeugt. Nach dem Abgang von Elvedi benötigt die Borussen-Abwehr Erfahrung und Qualität. All das und mehr verkörpert Itakura. Als Abwehrchef und auch als Sechser hat der Japaner in den drei Jahren in Gladbach überzeugt und den Laden mit dicht gehalten.
»Ich bin sehr glücklich, wieder bei Borussia zu sein. Ich habe den Verein sehr vermisst und habe mich, als das Angebot kam, direkt für die Rückkehr entschieden«, sagt Itakura, der bei den Fohlen zukünftig mit der Rückennummer Sechs aufläuft. »Für mich fühlt es sich wieder wie zu Hause an. Ich freue mich sehr darauf, nun wieder das Borussia-Trikot zu tragen und vor unseren Fans im Stadion zu spielen.«
Für beide Seiten ist der Deal und Wechsel durchaus eine Win-Win-Situation. Auch Schröder kennt Itakura aus gemeinsamer Schalker Zeit, Borussia weiß, was sie bekommen, und Itakura weiß, wohin er kommt. Er kennt in Gladbach jeden Stein, die Bundesliga aus dem Effeff, benötigt keine Eingewöhnungszeit und ist beliebt bei den Fans. Und Itakura hat richtig Bock auf die Aufgabe, wie einerseits seinem Statement und andererseits der Information der Rheinischen Post zu entnehmen ist, dass er offenbar bereit ist, für die Borussia an einer Teilnahme mit Japan am im Januar 2027 stattfindenden Asien-Cup verzichten zu wollen.
All das dürfte ausschlaggebend dafür gewesen sein, dass Schröder den Japaner anderen Kandidaten vorgezogen hat. Und Itakura wird zweifelsohne die benötigte Verstärkung und ein Qualitäts- und Führungsspieler sein und der Fohlenelf zusätzliche Stabilität geben – wenn er denn verletzungsfrei und gesund bleibt. Gegen Schott Mainz im Pokal dürfte aber zunächst Jan Leszczyński an der Seite von Kevin Diks beginnen. Wann der junge Pole dann erstmal für Itakura Platz machen muss, bleibt abzuwarten…
Nach Shuto Machino, Daiki Hashioka und Zento Uno ist Itakura nun der vierte Japaner im Kader. Auch das dürfte die Rückkehr erleichtert haben. Herzlich Willkommen zurück, Ko!

