Wael Mohya im Trainingslager am Tegernsee. Foto: Dirk Päffgen
Offensivtalent Wael Mohya stellte sich im Trainingslager von Borussia Mönchengladbach am Tegernsee den Fragen der Journalisten. Der 17-Jährige sprach über seine zweite Bundesliga-Saison, die Erwartungen an seine Person, seine Entwicklung, die Nationalmannschaft sowie seine Ziele mit Borussia Mönchengladbach.
Wael Mohya über:
… seine zweite Bundesliga-Saison:
Letztes Jahr war ich als junger Spieler schon früh bei den Profis dabei und konnte viele Erfahrungen sammeln. Leider habe ich mich im Spiel gegen Valencia verletzt, konnte aber über die U19 und U23 schnell zurückkommen und zeitnah mein Debüt feiern. Natürlich waren wir damals in einer Phase, in der wir gegen den Abstieg gespielt haben. Das hatten wir uns alle anders vorgestellt. Dementsprechend musste man auch schauen, wie es mit den Spielzeiten aussieht. Mein Ziel für diese Saison ist es deshalb, hoffentlich mehr auf dem Platz zu stehen und dem Team damit zu helfen.
… die hohen Erwartungen an seine Person:
Natürlich bekommt man das auch von den Fans mit. Aber mein Ziel ist es, genauso wie letzte Saison, so wie es mir auch von den Mitspielern und teilweise vom Trainer gesagt wurde, unbekümmert zu spielen und mir keine großen Gedanken zu machen. Ich denke, dass mich genau das auszeichnet: Nicht zu viel nachzudenken, sondern einfach mein Spiel zu spielen und frei aufzuspielen.
… seine und die Vielseitigkeit von Hugo Bolin:
Ich denke, dass es von uns beiden eine große Stärke ist, dass wir sehr variabel sind. Egal ob auf der Zehn, rechts oder links – wir können beide auf allen drei Positionen spielen. Wer am Ende wo spielt, entscheidet der Trainer.
… seine größten Fortschritte:
Grundsätzlich war der größte Schritt natürlich das Spieltempo und die Intensität. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen. Ich denke, das habe ich inzwischen gut hinbekommen. Wo ich noch zulegen kann, ist die Fitness. Das wird aber alles noch kommen.
… seine Ausdauer:
Ich denke, meine Ausdauer war schon immer eine Stärke. Auch in den Jugendmannschaften war ich bei den Ausdauertests eigentlich immer vorne dabei.
… die Vorbereitung auf die Gegenspieler:
Mir ist schon bewusst, dass sich die Gegenspieler jetzt besser auf mich vorbereiten werden. Trotzdem ist mein Ziel, weiterhin mutig und unbekümmert zu spielen und auch überraschende Dinge zu machen. Ich möchte instinktiv spielen und die Räume nutzen, die sich ergeben. Natürlich muss man Situationen auch analysieren und manchmal eine andere Entscheidung treffen. Aber grundsätzlich möchte ich weiter mutig sein und auch das Dribbling suchen, selbst wenn ich weiß, dass sich der Gegner auf mich vorbereitet hat.
… die Nationalmannschaft und die Spekulationen um eine mögliche Entscheidung für Marokko:
Es ist noch alles offen und wir lassen uns damit Zeit. Mein Ziel ist es jetzt erst einmal, gesund durch die Vorbereitung zu kommen und gut in die Saison zu starten. Das ist im Moment das Wichtigste. Alles andere wird dann kommen.
… bzw. auf die Frage, ob es einen Verein, dessen Trikot er irgendwann einmal tragen möchte:
Gladbach.
… seinen Karriereplan:
Ich bin froh, wenn ich in meiner zweiten Bundesliga-Saison möglichst viel Spielzeit bekomme, mich weiter verbessere, möglichst viele Scorer-Punkte sammle und meinem Team helfe. Dann schauen wir, was kommt.
… Transfergerüchte und seinen Marktwert:
Das bekommt man natürlich mit. Ich habe auch gesehen, was bei Transfermarkt über mich geschrieben wurde. Freunde schicken mir solche Dinge auch und fragen mich danach. Aber ehrlich gesagt halte ich davon nicht viel. Das sind alles Nebensachen. Mein Ziel ist es immer, mich auf den Verein zu konzentrieren und auf dem Platz Leistung zu bringen. Alles andere wird man dann sehen.
… die Hilfe seiner Eltern:
Sie haben mir schon früh beigebracht, niemals abzuheben und immer bodenständig zu bleiben. Sie helfen mir dabei sehr. Ich denke aber auch, dass das einfach ein Teil meines Charakters ist.
… eventuelle Tipps an junge Spieler:
Auf jeden Fall. Wir jungen Spieler sitzen beim Essen alle an einem Tisch. Da wird viel geredet und wenn die Jungs Fragen haben, gebe ich ihnen gerne Tipps.
… zusätzliches Training:
Zusätzlich zum Training im Verein mache ich privat noch etwas, um körperlich weiter aufzubauen. Aber vieles wird noch kommen. Ich bin ja erst 17 Jahre alt.
… seinen Körper und seine Entwicklung:
Wenn man mich nur vom Aussehen betrachtet, bin ich natürlich etwas schmaler. Aber auf dem Platz bekomme ich das eigentlich ganz gut geregelt und kann trotzdem stabil bleiben. Das war schon früher so. In der Jugend war ich meistens der Jüngste und musste mich gegen ältere Spieler durchsetzen. Deshalb war mir immer bewusst, dass 100 Prozent nicht reichen. Ich musste immer 110 Prozent geben, um mich durchzusetzen.

