Polanski fordert gegen Elversberg mehr »Präsenz«

Fährt Borussia am Samstag den ersten Sieg der Saison ein? Foto: Dirk Päffgen

Gegensätzlicher könnten die Vorzeichen zwischen der Partie von Borussia und Elversberg nicht sein. Die Fohlen sind im ersten Heimspiel der Saison fast schon unter Zugzwang, der Aufsteiger hingegen schwimmt auf einer Welle der Euphorie und hat nichts zu verlieren. Neben der Niederlage in Leipzig müssen die Borussen auch viele Ausfälle wegstecken. 

Hektisches Treiben am Borussia-Park

Die letzten Tage von Borussia Mönchengladbach waren sehr ereignisreich. Allen voran Rouven Schröder hatte alle Hände voll zu tun. Borussias Sportchef wurde mit der Verpflichtung von Nicolas Kühn nochmal auf dem Transfermarkt aktiv. Am Mittwoch machte dann die Meldung die Runde, dass sich Enzo Leopold eine Verletzung am Knie zugezogen hatte. Einen Tag später folgte die ernüchternde Bestätigung von Borussia. Diagnose: Kreuzbandriss.

»Für uns alle ist die Verletzung ein Schock. Hier sieht man mal wieder: Man kann im Fußball noch so gut planen, es gibt immer Dinge, die man nicht voraussehen kann. Und Verletzungen gehören zum Fußball einfach auch dazu. Wir müssen dennoch positiv bleiben und nach vorne schauen. Wir haben einen großen Kader und sind überzeugt, dass wir die Verletzung auffangen können. Und vielleicht ist es am Ende die Chance für jemand anderen, sich zu beweisen«, äußerte sich Schröder zum bitteren Ausfall. 

Damit war aber längst nicht Feierabend, denn Tomáš Čvančara wurde noch an den tschechischen Klub FC Hradec Králové bis zum Ende der Saison verliehen. »Wir haben frühzeitig mit Tomáš gesprochen, dass wir anders planen. Er hat sich dann gewünscht, diese Chance in seiner Heimat bei FC Hradec Kralove zu erhalten. Wir wünschen ihm dort eine sorgenfreie Saison, in der er sein Potenzial zeigen kann«, erklärte Schröder den Deal. 

Fohlen müssen liefern 

Nun sind also personell vorerst alle Punkte abgearbeitet und die Fohlen können sich wieder auf das Sportliche konzentrieren. In Leipzig bleib Borussia zum vierten Mal in Folge zum Saisonauftakt sieglos (zwei Remis, zwei Niederlagen). »Wir können ein paar Dinge aus der ersten Halbzeit in Leipzig für uns mitnehmen, die gut waren. Leider waren sie nicht sehr gut, daran müssen wir arbeiten. Zudem dürfen wir die Fehler aus der schlechten zweiten Halbzeit nicht mehr wiederholen«, blickte Eugen Polanski zurück. 

Für ihn spielt Selbstvertrauen dabei eine große Rolle, dass sich die Fohlen nun gegen den Aufsteiger holen wollen. Polanski: »Jede Mannschaft, jeder Spieler benötigt erst einmal grundlegende Sicherheit. Wir müssen präsent sein, in die Zweikämpfe kommen. Das ist uns in den Situationen der Gegentore nicht gelungen. Da müssen wir wieder hin.«

Volle Euphorie im Saarland 

Zumindest an das letzte Aufeinandertreffen mit den Saarländern hat Gladbach gute Erinnerungen. In der Pokalsaison 2021/ 22 setzten sie sich mit 5:0 durch, in der Bundesliga oder zweiten Liga gab es bislang kein Duell. Am ersten Spieltag nahmen die Elversberger die komplette Euphorie des Aufstieges mit und setzten sich – etwas überraschend – gegen Bayer Leverkusen durch. 

Polanski weiß also, was am Samstagnachmittag auf seine Mannschaft zukommt. »Unabhängig vom Ergebnis hat das erste Spiel gezeigt, was Elversberg ausmacht: Mutigen Fußball spielen, sich auf das eigene Spiel fokussieren und die eigenen Stärken umsetzen. Dazu ein ruhiges Umfeld und eine klare Vorstellung, wie man Fußball spielen will. Die Entwicklung der vergangenen Jahre mit drei Aufstiegen in fünf Jahren ist Ergebnis guter, kontinuierlicher Arbeit. Wir wissen, was auf uns zukommt, wollen aber unser eigenes Spiel in den Vordergrund stellen und das erste Heimspiel der neuen Saison erfolgreich gestalten.«

Viele Ausfälle 

Bei diesem Unterfangen steht eine Vielzahl an Spielern nicht zur Verfügung, denn die Verletztenliste ist lang. Nach seiner Auswechslung in Leipzig und der zumindest vorsichtigen Entwarnung hinsichtlich einer schweren Kopfverletzung kommt die Partie am Samstag für Daiki Hashioka dennoch zu früh. »Er ist zum Glück von einer schwerwiegenden Verletzung verschont geblieben. Aber bei Kopfverletzungen muss man stark aufpassen, er ist noch nicht trainings- und spielfähig für das Wochenende. In absehbarer Zeit wird er uns aber wieder zur Verfügung stehen«, gab Polanski ein Update. 

Zumindest geht es punktuell wieder bergauf und einige Akteure standen schon wieder auf dem Trainingsplatz. »Yukhym Konoplia konnte zuletzt wieder viel im individuellen Bereich arbeiten, bei Jens Castrop wird das noch ein bisschen dauern. Zento Uno und Fabio Chiarodia haben in dieser Woche wieder mittrainiert. Bei Zento müssen wir wegen seiner muskulären Verletzung noch etwas vorsichtig sein.«