Eugen Polanski blickt auf die neue Spielzeit. Foto: Dirk Päffgen
Nach dem souveränen Sieg im DFB-Pokal wird das Spiel in Leipzig der erste richtige Gradmesser für Borussia. Die Mission für die Fohlen in der Liga ist klar: besser abschneiden als in der Vorsaison. Dafür krempelten die Verantwortlichen den Kader ordentlich um. Tim Kleindienst feiert seine Rückkehr ins Team.
Ein anderes Gesicht zeigen
Es geht wieder los: Über drei Monate hat die Bundesliga pausiert und ,im Falle von Borussia Mönchengladbach, am Samstagnachmittag rollt wieder der Ball. In den vergangenen Wochen bastelte vor allem Sportdirektor Rouven Schröder ordentlich am Kader, um der Fohlenelf neues Leben einzuhauchen. Dass es schon ansatzweise funktioniert hat, zeigte sich in der erfolgreichen Vorbereitung und beim erstem Pflichtspiel im DFB-Pokal. Schröder weiß aber auch, dass die Fohlen sich »dafür nichts kaufen können. Aber natürlich macht das etwas mit der Mannschaft und es baut ein gewisses Selbstvertrauen auf.« Dass soll man nun direkt vom ersten Spieltag an sehen.
»Wir haben für uns selbst festgelegt, dass wir ein anderes Bild zeigen und mehr Höhen als Tiefen haben möchten. Es geht dabei vor allem um die Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen. Das an Tabellenplätzen festzumachen, ist oftmals schwierig«, gestand Schröder am Donnerstag. Dabei möchte er, dass Borussia »hungrig, ambitioniert und besser wird«. Auf dieser Reise bittet der 50-Jährige aber auch um Geduld, schließlich muss sich der Kader erstmal finden. »Es geht um Etappenziele. Diese Etappenziele kann sich jeder ausmalen.«
Kleindienst als ‚Neuzugang‘
Neben vielen neuen Gesichtern ist Tim Kleindienst aber auch eine Art Neuzugang. Schließlich durchlebte der 30-Jährige mit seiner schweren Verletzung ein schwieriges Jahr und möchte nun wieder richtig durchstarten. »Der Kader ist im Kollektiv stärker geworden. Wir haben nicht nur elf Spieler, sondern einen Kader, in dem jeder jeden ein Stück weit ersetzen kann. Tim ist ein Leistungsträger und jemand, der die geforderten Dinge vorlebt. Das ist für uns vor dem Rausgehen aus der Kabine wichtig, gerade vor so einem Spiel wie in Leipzig«, sagte Schröder.
Auch Eugen Polanski kennt die tragende Rolle seines Kapitäns: »Jeder weiß, was für ein Typ Tim ist. Neben seiner fußballerischen Qualität in der Box geht es auch um seine Art zu führen. Er zieht Leute auf sich, pusht sie und ist jemand, der gerne Widerstände überwindet und das auch seinen Mitspielern vermittelt. Entsprechend froh sind wir alle, dass Tim wieder dabei ist.«
Wieder zurück am linken Niederrhein ist auch Ko Itakura. Nach seinem eher unglücklichen Gastspiel in Amsterdam füllt der Japaner die Lücke von Nico Elvedi. Dabei ist es sicherlich ein großer Vorteil, dass er die Gegebenheiten schon kennt und keine große Eingewöhungszeit haben sollte. »Deshalb war es auch wichtig, dass er im Pokal wieder Spielminuten bekommt, um das Gefühl für die Mannschaft und für den Verein zurückzubekommen. Man hat auch an der Reaktion der Fans gehört, wie froh sie sind, dass Ko zurück ist. Ich hätte gar keine Bedenken, ihn am Wochenende von Anfang an spielen zu lassen«, erklärte Polanski.
Qual der Wahl in der Abwehr
Itakura ist längst nicht der einzige Neuzugang, der sich für die Abwehr empfehlen möchte. Das Ziel der Verantwortlichen war im Sommer klar: den Konkurrenzkampf neu beleben – das ist gelungen. Polanski: »Neben Ko haben wir zwei Innenverteidiger, die es in der Vorbereitung sehr gut gemacht haben. Mit Kevin Diks war das als klarer Führungsspieler erwartbar. Jan Leszczyński ist ein junger Spieler, bei dem wir zunächst nicht genau wussten, wo er steht. Er ist ein sehr großes Talent und hat in den vergangenen Wochen bereits beeindruckende Spuren hinterlassen. Bei allen dreien habe ich ein gutes Gefühl. Jetzt müssen wir entscheiden, welche Variante wir wählen.«
Durststrecke in Leipzig
Eine stabile Defensive wäre beim ersten Spiel der neuen Saison schonmal ein gutes Grundgerüst für Borussia. Gegen die Leipziger haben die Fohlen ihre schwächste Bundesliga-Bilanz. In 20 Spielen gab es lediglich vier Siege bei allerdings elf Niederlagen (insgesamt nur 17 Punkte). Diese Statistik wollen die Borussen selbstverständlich aufpolieren.
Polanski fordert daher von seinen Spielern »hungrig« zu sein. »Wir haben uns in der Vorbereitung ein sehr gutes Gefühl erarbeitet. Das ist positiv, aber Pflichtspiele sind natürlich etwas anderes als Testspiele. Jetzt gilt es, die Abläufe, die wir uns erarbeitet haben, auch in der Bundesliga auf dem Platz abzurufen. Wir wissen, dass uns am Samstag eine komplett andere Partie erwartet als zuletzt beim Pokalspiel in Mainz. Die Leipziger spielen einen intensiven Fußball und sind sehr offensiv ausgerichtet. Für uns gilt es dort, die Widerstände, die auf jeden Fall auf uns zukommen werden, zu überwinden«, so Borussias Trainer.
Gute Nachrichten für alle Fans: RTL überträgt die Partie live im Free-TV.

