Am Ende hatte Borussia in Leipzig das Nachsehen. Foto: picture alliance / HMB Media | Yannis Dreimann
Borussia landete nach einer guten Vorbereitung in der Bundesliga auf dem harten Boden der Tatsachen. Mit 0:3 verloren die Fohlen in Leipzig deutlich und hatten sich die Niederlage letztlich selber zuzuschreiben. ‚Nicht konsequent genug‘ lautete das Fazit, bei dem Tim Kleindienst noch viel deutlichere Worte fand. Derweil könnten die Gladbacher nochmal auf dem Transfermarkt aktiv werden.
Den Start in die neue Saison hatte sich Borussia Mönchengladbach sicherlich ganz anders vorgestellt. Dabei kamen die Borussen beim Konstrukt aus Leipzig sogar recht gut ins Spiel und waren sehr aktiv. Aber das reichte bekanntlich nicht. »Grundsätzlich war die erste Halbzeit sehr vernünftig. Aber es ist eben Bundesliga und kein Vorbereitungsspiel«, resümierte Tim Kleindienst. Auch Kevin Diks fand, dass er uns seine Kollegen »vor allem in der ersten Halbzeit gut gearbeitet haben. Es ging hin und her, beide Mannschaften hatten ihre Chancen.«
Fehler eiskalt bestraft
Letztlich nutzten die Leipziger aber bei allen drei Treffern die Unaufmerksamkeit der Borussen. Dass individuelle Fehler gegen einen Top-Fünf-Klub direkt bestraft werden, musste die Mannschaft von Eugen Polanski schmerzhaft erfahren. »Am Ende des Tages haben uns dann einfach die entscheidenden Prozentpunkte in den Duellen gefehlt. Vorne waren wir nicht konsequent genug, hinten auch nicht. Und dann verlierst du am Ende so ein Spiel«, lautete das Fazit von Moritz Nicolas.
Noch deutlicher wurde Kleindienst am Mikrofon von ‚DAZN‘, der sich seine Rückkehr in die Bundesliga-Startelf nach seiner langen Verletzungspause hätte schöner ausmalen können. »Es ist jetzt nicht so, dass wir heute hätten nicht auch gewinnen können. Wenn du halt jedes Mal solchen Kindergartenfußball an den Tag kommen lässt, und zeigst, dass wir nicht griffig genug sind. Leipzig ist teilweise einfach so durchgelaufen. Da muss man auch mal anfangen Männerfußball zu spielen und die nicht so laufen lassen.« Recht musste man Borussias Kapitän geben, da die Gegentreffer nach dem gleichen Muster passierten.
Gemischte Gefühle bei Polanski
Den Fohlen brachte es am Samstagnachmittag daher auch wenig, dass sie mit 53 Prozent etwas mehr Ballbesitz und die bessere Laufleistung hatten. Basics, die zwar stimmen, aber letztlich fehlte es vorne an der Durchschlagskraft. »Wir haben in der Vorbereitung viel harte Arbeit investiert und das hat man auch in der ersten Halbzeit gesehen, in der wir den Ball häufig kontrolliert haben. Uns hat aber die nötige Konsequenz vor dem Tor gefehlt. Wenn wir Chancen haben, müssen wir aggressiver sein und diese Möglichkeiten konsequenter nutzen«, forderte Diks.
Polanski sah, trotz der Niederlage, auch viel Positives bei seiner Mannschaft. »Es war ein verdienter Sieg für Leipzig. Wir haben in der ersten Halbzeit – mit und gegen den Ball – viel von dem gesehen, was wir uns für diese Saison vorgenommen haben. Dass man gegen RB nicht alle Situationen lösen kann, ist auch klar.« Dennoch sah der 40-Jährige natürlich mehr als genug Dinge, an denen er bis zum Heimspiel gegen Elversberg arbeiten muss. Polanski: »Was uns gefehlt hat, war der Punch im letzten Drittel. In der Entstehung hätten wir einige Situationen deutlich besser ausspielen müssen. Dadurch haben wir es verpasst, nicht nur spielerisch gut auszusehen, sondern auch etwas Zählbares auf die Anzeigetafel zu bringen.«
Vor allem die zweite Halbzeit dürfte ihm gar nicht geschmeckt haben, da die Borussen »in den ersten 25 Minuten überhaupt nicht auf dem Platz waren und sehr wenig Energie hatten. Dazu kamen zwei Fehlpässe von uns, nach denen Leipzig sehr gut umgeschaltet und seine Klasse ausgespielt hat. Danach war das Spiel durch.«
Wird Borussia nochmal auf dem Transfermarkt aktiv?
Den größten Schockmoment gab es jedoch rund um Daiki Hashioka. Bei einem Zweikampf prallte der Japaner mit seinem Gegenspieler zusammen und knickte dabei mit dem Kopf nach hinten. Im Anschluss wurde er minutenlang behandelt und in eine Klinik gebracht. Sportchef Rouven Schröder gab nach Schlusspfiff ein Update. »Daiki ist schon ein harter Brocken. Wenn da etwas ist, wäre es aber natürlich eine andere Nummer und wir müssen vorsichtig sein. Er wurde direkt ruhig gestellt, weil er sich bei größeren Bewegungen noch schlimmer verletzten könnte. Jetzt hoffen wir, dass alles glimpflich ausgeht.«
So langsam aber sicher geht Borussia auf der rechten Abwehrseite auf dem Zahnfleisch, denn auch Neuzugang Yukhym Konoplia fehlt derzeit verletzt. In Leipzig wurde dafür Joe Scally eingewechselt, bei dem eigentlich nach wie vor ein Wechsel im Raum steht. Schröder gab deshalb zu, je nach schwere der Verletzung bei Hashioka »nochmal auf dem Transfermarkt aktiv werden zu müssen.« Die nächsten Tagen am Borussia-Park werden daher alles andere als langweilig.

