Baustelle Borussia: Veränderungen im Präsidium, Umbruch und Liga-Endspurt

Roland Virkus will im Sommer den Umbruch weiter voranbringen. Foto: Dirk Päffgen

Noch acht Spiele sind zu absolvieren, dann ist auch die 61. Bundesliga-Saison Geschichte. Bei Borussia Mönchengladbach wird die Saison 2023/24 in der Chronik die Überschrift Umbruch bekommen. Auch zur neuen Spielzeit wird dieser personell wohl fortgesetzt. Ehe es aber soweit ist gilt es, in der Endabrechnung so gut wie möglich da zu stehen. Zudem gilt es Danke zu sagen an Rolf Königs und Hans Meyer. Unsere aktuelle Baustelle Borussia, präsentiert von der Schotes Firmengruppe.

Borussia Mönchengladbach Ende März 2024: Aus dem DFB-Pokal unrühmlich ausgeschieden und in der Liga unteres Mittelmaß. Besonders die Niederlage in Saarbrücken tut nach wie vor weh und ist nur schwer zu verdauen. Wie tief dieser Stachel sitzt, zeigten die Fans beim Auswärtsspiel in Heidenheim. Sie waren zu Recht alles andere als einverstanden mit dem Auftreten der Borussen im Saarland.

Das Remis beim Bundesliga-Neuling aus Baden-Württemberg war dann auch nicht so richtig  das, was man sich vorgestellt hat. Vor allem, weil man abermals zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten gespielt und eine Führung verspielt hat. Apropos. Während die Fohlen in der Ligatabelle eher im unteren Mittelfeld angesiedelt sind, so liegen sie in einer Statistik ganz oben: Nämlich in der Tabelle der verspielten Führungen. Elfmal verspielte die Seoane-Truppe in dieser Bundesliga-Saison bereits eine Führung (sechs Remis, fünf Niederlagen) – so viele wie kein anderer Klub.

Es muss das Ziel sein, in der Tabelle zu klettern

Konstanz ist da ein großes Stichwort. Dafür sind auch der Trainer, aber eben vor allem die Spieler auf dem Platz verantwortlich. Sie müssen sich hinterfragen, warum man immer wieder mal den Schlendrian einkehren lässt und Führungen verspielt. Acht Spiele sind es noch bis zum Saisonende. Aktuell belegen die Borussen Platz 12 der Tabelle. Neun Punkte Abstand sind es bis zum Relegationsplatz. Auch der kann noch verspielt werden und der Blick in den Rückspiegel sollte nicht vergessen werden. Doch eher sollte und muss es das Ziel sein, sich nach oben zu verbessern.

»Natürlich wollen wir uns schnellstmöglich nach unten absichern, aber wir möchten auch nach vorne schauen und noch den einen oder anderen Platz gut machen. In der vergangenen Saison sind wir Zehnter geworden – diesen Platz wollen wir auch in dieser Saison anvisieren, und vielleicht geht ja sogar ein bisschen mehr«, gab Roland Virkus im Standpunkt auf der Homepage des Klubs die Marschrichtung vor. »Wir sind aber nicht in der Position, Parolen rauszuhauen – wir müssen die Dinge erst einmal auf dem Platz regeln.«

Damit genau das zunächst im Heimspiel gegen den SC Freiburg und in den folgenden Partien passiert, wird Gerardo Seoane mit seinem Trainerteam an gewissen Stellschrauben drehen. Und dann müssen es die Spieler auf dem Platz umsetzen, damit das Bestmögliche erreicht werden kann.

In 2024/25 soll dann der Umbruch weiter voranschreiten. Dass im Kader Veränderungen nötig sind, ist bekannt. Vor allem in der Breite und für die Spielweise von Seoane müssen die passenden Spieler her. Das ‚neue Gesicht’, wie es Gerardo Seoane in Bezug auf die Mannschaft bezeichnete, soll weitere „Erkennungsmerkmale“ erhalten. Es wird also zu weiteren Veränderungen kommen. »Genau das ist ja der Umbruch, von dem wir reden und mit dem wir bereits begonnen haben. Daran arbeiten wir alle zusammen«, erklärt Virkus. »Wir haben dem Kader im vergangenen Sommer schon einige neue Attribute hinzufügen können. Genau da müssen wir in diesem Sommer weitermachen und den Kader weiter verändern.«

Einer, der dazu seinen Beitrag leisten soll, ist Philipp Sander. Der 26-Jährige steht aktuell noch in den Diensten von Holstein Kiel und soll ab Sommer das Borussen-Trikot tragen. Möglich gemacht haben soll das eine im noch bis 2027 laufenden Vertrag verankerte Ausstiegsklausel, die Borussia offenbar gezogen hat. Bestätigt ist der Wechsel allerdings noch nicht. Womöglich deshalb noch nicht, damit sich die ‚Störche’ im Aufstiegs-Rennen auf den Sport konzentrieren können. Allerdings wäre Ruhe, wenn der Kapitän und alle dazugehörigen Partien für Klarheit sorgen würden…

Vielen Dank Rolf Königs und Hans Meyer!

Klarheit gibt es indes bei den Borussen im Präsidium. Dort gab es, dann doch überraschend, einen Wechsel an der Spitze. So stellte Präsident Rolf Königs in der Länderspielpause sein Amt zur Verfügung, Rainer Bonhof ist der neue Mann an der Spitze. Zudem hat Hans Meyer nach 13 Jahren sein Amt als Präsidiumsmitglied niedergelegt. ‘Borussia like’ war es, dass die Abschiede geräuschlos vollzogen wurden.

Beiden ist maximaler Dank auszusprechen. Gerade Rolf Königs ist es mit dem nach wie vor für die Zahlen zuständigen Stephan Schippers zu verdanken, dass der Klub so da steht, wie er da steht. „Nicht reich, aber gesund“, wird Schippers nie müde zu betonen.

Und genau das ist es, was die Borussen auszeichnet. Nicht von ungefähr kommt es, dass der Klub Jahr für Jahr die Lizenz ohne Bedingungen und Auflagen erhält. Sportlich hatte der 82-Jährige nicht die Erfahrung, dafür hat er sich in Hans Meyer und Rainer Bonhof die richtigen Leute an seine Seite geholt. Das war gut. Doch hat Königs mit all seiner Expertise und Erfahrung im wirtschaftlichen Bereich den Klub nicht entgleisen, sondern ihn stetig wachsen lassen.

Natürlich muss man sich auch mal trauen. Aber am linken Niederrhein tut man das eben mit Bedacht. Der Klub wird aber auch neue Wege gehen müssen, um in Zukunft mithalten zu können. Übrigens ist es gerade in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich, dass ein (Lokal-) Unternehmen wie REUTER als neuer Hauptsponsor auftritt und dabei einen ordentlichen Millionenbetrag in die Kassen spült. Auch das ist ein gehöriger Verdient der „Macher“ des Klubs.

Generell wird man in diesem Sommer auch wieder auf Transfereinnahmen angewiesen sein, um das Gesicht der Mannschaft weiter verändern zu können. Rainer Bonhof wird ein ‚anderer‘ Präsident sein, wird präsenter und nahbarer sein als sein Vorgänger. Das liegt alleine schon daran, dass er eben auf sportlicher Ebene mitreden kann und genau weiß, worum es geht und worauf es ankommt.

Mit den Veränderungen einhergeht eine Verjüngung und die Hereinnahme von Hannelore Kraft ins Präsidium. Die ehemalige NRW-Ministerpräsidentin war ein Wunsch Bonhofs. Bekennender Borussia-Fan ist sie. Nun gilt es, im Team die kommenden Jahre und Aufgaben für den Klub anzugehen und zu meistern. Eine interessante Zusammenstellung ist das Gremium allemal. Allerdings hätten frische, neue Impulse von außen sicherlich auch mal gutgetan. Man darf gespannt sein und es bleibt abzuwarten, wie sie zusammenarbeiten.

Generell ist aber auch der heutige Geschäftsführer Markus Aretz nicht zu vergessen, der mit Rolf Königs und Stephan Schippers den Klub 1999 aus dem „Sumpf gezogen“ und aufgebaut hat. 

Rolf Königs und auch Hans Meyer, sowieso schon als Trainer, haben Spuren hinterlassen und sich einen Platz in der Vereinschronik absolut verdient. Die Mannschaft hat derweil noch acht Spiele Zeit, um aus dieser Saison das Bestmögliche herauszuholen. Damit die Spielzeit zumindest einigermaßen versöhnlich endet… Auf geht’s!

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