Derby glich einer Achterbahnfahrt – »Es war ein wilder Ritt mit vielen Emotionen«

Auf und ab: Die Freude über das 3:2 währte nicht lange. Foto: Dirk Päffgen

Borussia lieferte sich im Derby einen offenen Schlagabtausch. Letztlich ging das 3:3-Unentschieden sportlich in Ordnung, wenngleich die Fohlen das Momentum nach der Führung hätten nutzen müssen. Der mutmaßliche Derby-Held Robin Hack wusste das Ergebnis im Anschluss ebenso wie die anderen Borussen nicht richtig einzuordnen. Unser Nachbericht, präsentiert von der Schotes Firmengruppe. 

Mit stabiler Defensive wäre mehr drin gewesen 

Das war ein ganz wilder Ritt zwischen Borussia Mönchengladbach und Köln. Zu Beginn das Spiels erinnerte allerdings vieles an den Auftritt in Mainz vor über einer Woche, denn die Fohlenelf lag schon früh in Rückstand und fand zunächst überhaupt nicht ins Spiel. Doch mit dem Ausgleich meldeten sie sich in einem packenden und hochspannenden Derby endgültig zurück. »In bestimmten Situationen haben wir nicht konsequent genug verteidigt. Wir haben in gewissen Phasen die Kompaktheit etwas verloren, weil wir selbst aufs Gaspedal gedrückt haben«, monierte Borussias Trainer Gerardo Seoane. 

Auch Roland Virkus, Geschäftsführer Sport bei den Fohlen, haderte mit den Gegentreffern. »Negativ ist, dass wir individuelle Fehler gemacht haben, die zu den Gegentoren geführt haben.« Es ist sinnbildlich für die anfällige Defensive, dass die Domstädter in den beiden Duellen mit Borussia sechs ihrer 19 Saisontore erzielten. Zudem lag deren xGoals-Wert, also die erwarteten Tore, lediglich bei 0,54. Ein Indiz dafür, dass die Hintermannschaft eben zu viele individuelle Fehler machte. 

Vermeintlicher Held mit Doppelpack 

Loben muss man die Borussen aber für ihre Moral und den Willen, das Derby unbedingt zu gewinnen. Schließlich egalisierten sie zweimal einen Rückstand und drehten mit dem zwischenzeitlichen 3:2 die Partie. Grund dafür waren die goldrichtigen Einwechslungen von Rocco Reitz und Robin Hack, die viel Schwung ins Spiel brachten. Vor allem Hack blühte auf und erzielte mit zwei Ballkontakten zwei Tore. »Es ist unfassbar bitter, dass wir das Spiel gedreht und doch noch den Ausgleich bekommen haben. Bei meinem Tor zum 3:2 habe ich mich unnormal gefreut. Ich weiß nicht, ob ich schon mal so emotional beim Jubeln war«, gestand der doppelte Torschütze. Anschließend bebte der komplette Borussia-Park regelrecht und es zeigte sich einmal mehr, welche Wucht das Stadion, aber auch der komplette Verein entwickeln kann. 

Dass die Führung nicht reichte, war bekannt. Dafür gab es laut Hack Gründe: »Ich habe gehofft, dass wir das Ding danach ziehen, habe aber auch gemerkt, dass wir danach etwas zu viel wollten. Wir hatten dann den einen oder anderen Ballverlust, womit wir die Kölner wieder ins Spiel haben kommen lassen. Das Tor zum 3:3 hat der Spieler gut gemacht, aber das hätten wir eigentlich nicht bekommen dürfen.« Zwar wollten er und seine Mitspieler »das Derby unbedingt gewinnen, aber nach dem Spielverlauf ist der Punkt in Ordnung.« So mussten sich die Gladbacher leider selber zuschreiben, dass Hack nicht zum Matchwinner wurde. 

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle 

Julian Weigl sprach anschließend von »einem wilden Ritt mit vielen Emotionen«. Der Kapitän fand aber auch, dass er und seine Mannschaft die Führung hätte länger halten müssen. »Nach diesem 3:2 haben wir am Sieg geschnuppert und waren drauf und dran, das Spiel auf unsere Seite zu ziehen. Jedoch hätten wir die Führung einfach konsequent bis zum Ende verteidigen müssen. Wir wollten den Sieg unbedingt holen. Das hat leider nicht geklappt. Deshalb sind wir enttäuscht, dass es am Ende nur zum Unentschieden gereicht hat«, äußerte sich Weigl. Virkus sagte, dass die Fohlen nach dem 3:2 »zu unruhig waren. Wir haben es nicht geschafft, die Spielkontrolle zu erlangen.«

Seoane sah positive Aspekte, war über das Ergebnis aber letztlich auch enttäuscht. Borussias Trainer muss weiterhin auf seinen ersten Derbysieg warten. »Es war ein packendes und unterhaltsames Derby mit vielen Emotionen. Wir haben viele Situationen kreiert und herausgespielt, waren aber nicht sauber genug im Abschluss. Einer der positiven Aspekte der Partie ist, dass die Mannschaft immer wieder zurück ins Spiel gekommen ist, zweimal einen Rückstand aufgeholt und bis zum Schluss nach vorne gespielt hat. Trotzdem sind wir am Ende enttäuscht, weil es uns nicht gelungen ist, unseren Fans einen Derbysieg zu schenken.«

Nächste Aufgabe wartet schon 

Mit dem Derbysieg hat es zwar nicht geklappt, aber mit dem Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals könnte Borussia den Fans ebenfalls ein Geschenk machen. Anders als in den letzten beiden Spielen müssen die Fohlen aber beim Drittligisten Saarbrücken am Dienstagabend ab der ersten Minute voll da sein. Vor allem aber müssen die Fehler in der Defensive dringend abgestellt werden, ansonsten wird es auch beim Pokalschreck aus dem Saarland schwer zu bestehen. 

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