Jan Leszczyński: »Ich möchte auf dem Platz eine Führungsrolle übernehmen«

Borussias polnischer Neuzugang Jan Leszczyński überzeugt bisher. Foto: Dirk Päffgen

Jan Leszczyński ist einer der spannendsten Neuzugänge bei Borussia Mönchengladbach. Der junge Pole überzeugt bisher in der Vorbereitung mit Ruhe, Übersicht und Abgeklärtheit. Im Trainingslager am Tegernsee sprach der 19-Jährige über eine ersten Tage in Gladbach.

In Barfuß schlendert Jan Leszczyński nach der Einzeit am Dienstagmorgen zum Gespräch mit den Journalisten. Es ist ein Ritual des Polen. »Nach harten Trainingseinheiten laufe ich gerne barfuß über den Platz. Das hilft mir dabei, mich schneller zu erholen«, erklärt Leszczyński.

Aktuell lässt es der Neuzugang von Legia Warschau etwas ruhiger angehen. Das Trainingsspiel am Dienstag hatte der Pole ausgelassen und sich stattdessen auf den Ergometer gesetzt. »Ich habe mir gestern im Training eine kleine Verletzung zugezogen. Vielleicht kann ich morgen schon wieder ganz normal trainieren«, hofft der 19-Jährige.

Polanski und Szordykowski helfen bei der sprachlichen Eingewöhnung

Aprops trainieren. Zunächst einmal musste sich Leszczyński an ein neues Land, eine andere Kultur, ein anders Niveau und Tempo gewöhnen. Bisher ist dem Abwehrmann das zumindest auf dem Platz mehr als ordentlich gelungen, wenn man die bisherigen Auftritte genau verfolgt hat. Und auch neben dem Platz fühlt sich der Pole schon gut angekommen. »Ich bin sehr glücklich, in diesem Team zu sein. Das Umfeld ist großartig. Der Trainer hilft mir sehr und auch Adam (Szordykowski, Anm. d. Red.) unterstützt mich ebenfalls dabei, meinen Platz in der Mannschaft zu finden. Ich fühle mich im Team sehr wohl. Alles ist bisher sehr, sehr positiv«, strahlt der Pole.

Vor allem, dass Eugen Polanski und Masseur Adam Szordykowski sich auf polnisch mit dem Neuzugang unterhalten können, ist einer schnellen Eingewöhnung und dem Vermitteln der Spielidee natürlich sehr zuträglich. »Das ist natürlich sehr hilfreich. Vor allem auf dem Platz, wenn es um Fußball geht«, bestätigt Leszczyński. »Aber auch außerhalb des Platzes ist es schön, mit jemandem im Verein in meiner Muttersprache sprechen zu können.«

»Ich kann mich in vielen Bereichen weiterentwickeln«

Zumal es nicht so einfach ist, in so jungen Jahren sein Heimatland und die gewohnte Umgebung zu verlassen. Auf der anderen Seite fördert das natürlich auch den Reifeprozess und die Selbstständigkeit. »Das ist etwas völlig Neues für mich. Ich freue mich aber darauf, weil es eine neue Erfahrung für mich und meine Familie«, sagt Leszczyński. »Ich bin dankbar für diese Chance. Ich kann mich in vielen Bereichen weiterentwickeln – mit einer neuen Sprache und neuen Menschen. Ich denke, das ist gut für mich.«

Mittlerweile wohnt der 19-Jährige mit seiner Mutter in den eigenen vier Wänden, nach dem er zuvor in Borussia Hotel genächtigt hatte. In den ersten drei Wochen habe ich im Borussia-Hotel gewohnt. »Einen Tag vor dem Trainingslager bin ich gemeinsam mit meiner Mutter umgezogen«, so der Pole. »Bisher habe ich jede Mahlzeit im Klubrestaurant gegessen. Aber ja, ich kann kochen. Es wäre für mich kein Problem, alleine zu leben.«

Zunächst möchte sich Leszczyński so schnell wie möglich adaptieren und die Spielidee von Eugen Polanski verinnerlichen. Dass der polnische U19-Nationalspieler Qualitäten hat, hat man in den bisherigen Testspielen und Trainingseinheiten gesehen. Der Innenverteidiger überzeugt mit Übersicht, haut sich rein, ist aktiv und hat Ruhe am Ball. Nicht auszuschließen, dass Leszczyński eine Überraschung der Vorbereitung wird. Zu den Gewinnern zählt er jedenfalls jetzt schon.

»Von Nico Elvedi oder Kevin Diks kann ich sehr viel lernen«

Und wie beschreibt er sich selbst? »Ich würde sagen, dass ich sehr gut mit dem Ball bin. Ich kann mich gut an die Situationen auf dem Platz anpassen«, beschreibt sich der 19-Jährige. »Außerdem habe ich keine Angst, mit meinen Mitspielern zu sprechen – auch mit den älteren Spielern nicht. Ich möchte auf dem Platz eine Führungsrolle übernehmen.«

Bei den Borussen soll und will sich der Pole nun stetig weiterentwickeln. »Mein Ziel ist es, mich jeden Tag weiterzuentwickeln und möglichst schnell zu spielen«, hat Leszczyński den Anspruch. »Von Nico Elvedi oder Kevin Diks kann ich sehr viel lernen und Erfahrung mitnehmen. Für die Mannschaft ist es noch zu früh, um Ziele zu nennen.«

Wie bei jedem jungen Fußballer und Profi-Fußballer generell, ist natürlich auch bei Leszczyński die Nationalmannschaft ein Traum. Mit einer stetigen Entwicklung und guten Auftritten in der Bundesliga soll dieser dann auch Wirklichkeit werden…