Jubiläum in Heidenheim – Seoane fordert: Den Fokus auf die richtige Haltung, Energie und Körpersprache legen

Gerardo Seoane erwartet eine knifflige Aufgabe in Heidenheim. Foto: Dirk Päffgen

Nach dem peinlichen Pokalaus gilt es in der Bundesliga jetzt darum, die Saison bestmöglich abzuschließen. Und vor allem ist eine Reaktion gefordert. Beim 1. FC Heidenheim wartet auf die Fohlen, die das 1900. Spiel ihrer Bundesliga-Geschichte bestreiten, dabei eine Aufgabe, bei der es Lösungen zu finden gilt. Gerardo Seoane erwartet, dass seine Mannschaft den Fokus auf die richtige Haltung, Energie und Körpersprache legt.

Auch einige Tage danach sitzt der Stachel noch tief. Das Ausscheiden im DFB-Pokal in buchstäblich letzter Sekunde in Saarbrücken hat Spuren hinterlassen – bei allen Beteiligten, im Klub und vor allem auch bei den Fans. Wieder einmal haben die Borussen eine große Chance vertan, wenn sie etwas Großes hätten erreichen können.

Vor allem das Wie hat für gleichermaßen große Enttäuschung und Achselzucken gesorgt. Eine Mannschaft mit diesen personellen Möglichkeiten muss in der Lage sein, einen mittelmäßigen Drittligisten auch auf einem solchen Geläuf, wie es sich am vergangenen Dienstrag dargestellt hat, in die Schranken zu weisen.

Virkus und Schmadtke schweigen

»Es war ein herber Rückschlag für uns. Wir sind alle sehr enttäuscht und haben zwei schwere Tage hinter uns. Für unsere Fans, die von Berlin geträumt haben, tut es uns extrem leid«, sagte Gerardo Seoane am Donnerstag vor der Partie in Heidenheim rückblickend. »Wir können das Aus auch nicht wiedergutmachen und gehen hart mit uns Gericht, dass es uns nicht gelungen ist, in die nächste Runde zu kommen.«

Es gab reichlich Redebedarf auf der Pressekonferenz vor Heidenheim nach der Pokal-Blamage und die Journalisten hatten nachvollziehbar einige Fragen zum Pokalaus und der aktuellen Situation. Da wäre vor allem auch die sportliche Führung um Roland Virkus und/oder Nils Schmadtke die richtige Adresse gewesen. Doch keiner der beiden hatte sich auf dem Podium im Presseraum des Borussia-Parks sehen lassen.

»Wir brauchen Zeit, um Prozesse anzuschieben«

So musste sich Seoane erklären. »Wir sind nach wie vor im Prozess und haben viel zu tun – da gehören sehr viele Dinge dazu. Wir haben einen Weg eingeschlagen – und an diesem halten wir auch fest. Wir brauchen Zeit, um Prozesse anzuschieben«, warb Borussias Trainer um Verständnis. Es entstehen im Team neue Hierarchien, die sich erst noch richtig bilden müssen. Das alles hat aber nichts mit dem Pokal-Aus zu tun, denn es muss unabhängig davon unser Anspruch sein, bei einem Drittligisten zu gewinnen.«

Gewiss. Und auch Geduld war und ist bei dem Umbruch gefragt. Die Fans haben das mitgetragen und tun das auch weiterhin. Nur muss irgendwann auch mal ein nachhaltiger Fortschritt zu sehen sein und die Spieler müssen etwas zurückgeben. Mit einem Einzug ins Halbfinale hatte man das tun können. So wurden sie abermals enttäuscht. In Saarbrücken war es vor allem in der zweiten Halbzeit viel zu wenig. Saarbrücken hat mit Leidenschaft verteidigt, die Fohlen hatten dem offensiv nichts entgegenzusetzen.

»Es war am Dienstagabend in meinen Augen auch keine Frage der Haltung. Die Mannschaft hat ein gutes Engagement gezeigt. Ich kann bei keinem Spieler den Einsatz oder die Kampfbereitschaft bemängeln«, so Seoane. »In dieser Hinsicht haben wir uns in dieser Saison gesteigert. Wir müssen weiter daran arbeiten und uns verbessern, aber generell sind die Haltung und die Energie der Mannschaft positiv.«

»Ich rechne damit, dass wir uns am Samstag fußballerisch schwer tun werden«

Die nächste Gelegenheit das zu beweisen, bietet sich in Heidenheim. Und da muss die Niederlage in Saarbrücken, so sehr sie weh getan hat und noch tut, aus den Köpfen sein. »Es ist immer eine Herausforderung, wenige Tage nach einem so herben Rückschlag zurückzukommen, die verfügbare Kraft bereitzustellen und auch verborgene Energie auf den Platz zu bringen«, weiß Seoane. »Nach 48 Stunden Trauer und Frustration müssen wir aber jetzt den Fokus auf die Bundesliga legen.«

Damit die Spielzeit, die eh alles andere als rosig enden wird, zumindest noch bestmöglich beendet werden kann. Der Bundesliga-Neuling steht einen Punkt vor den Borussen und hat seine Sache, gemessen an den Möglichkeiten, bisher erstaunlich gut gemacht. Ein Beweis dafür ist Jan-Niklas Beste.

Der Angreifer (7 Tore, 10 Vorlagen) macht seinem Namen alle Ehre und gehörst sowohl zu den besten seines Teams als auch in der Bundesliga. Nicht von ungefähr kommt es, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann den 25-Jährigen jüngst in die Nationalmannschaft berufen hat.

Seit vier Bundesliga-Partien ist der Aufsteiger allerdings sieglos und hat nur einen Punkt geholt. Die letzten Heimspiele gingen beide verloren. Die Truppe um Trainer Frank Schmidt wird also nicht mit Hurra-Fußball daherkommen. Dessen ist sich auch Seoane bewusst. »Ich rechne damit, dass wir uns am Samstag fußballerisch schwer tun werden. Wir treffen auf einen Gegner, der uns eine ganz schwierige Aufgabe bereiten wird«, prophezeit der Schweizer.

Ohne Plea und Čvančara, Wöber fraglich

Aber genau dagegen muss sich seine Mannschaft aber wehren und Lösungen finden, um den Aufsteiger vor Aufgaben zu stellen. »Es ist normal, dass wir nicht mit der breitesten Brust auf den Platz gehen werden. Unsere primäre Aufgabe ist, den Fokus auf die richtige Haltung, Energie und Körpersprache zu legen.«

Mit welchem Personal sich der VfL-Tross genau auf den Weg in Richtung Baden-Württemberg machen wird, konnte Seoane am Donnerstag noch nicht abschließend sagen. »Der eine oder andere Spieler ist leicht angeschlagen. Da müssen wir abwarten, ob es für das Spiel am Samstag reicht«, gab Seoane zu Protokoll.

Klar ist nur, dass Alassane Plea und Tomáš Čvančara noch keine Option sein werden. Ob das bei Max Wöber der Fall sein kann, bleibt abzuwarten. »Er hat am Donnerstag teilintegriert trainiert. Wir müssen sehen, wie er auf die Belastung reagiert«, sagte Seoane.

Egal, wer am Samstag in Heidenheim auf dem Platz steht – er muss das Trikot mit der Raute verteidigen und zeigen, dass er besser ist als der Aufsteiger. Die Borussen sind seit drei Bundesliga-Spielen ungeschlagen und bestreiten in Heidenheim das 1900. Bundesligaspiel. Es ist von großer Bedeutung, dass das ein erfolgreiches wird und man mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause gehen kann. Ausreden kann und darf es da nicht mehr geben…

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