Tim Kleindienst gibt den Ton an und hat im übertragenen Sinne de Hut auf. Foto: Dirk Päffgen
Tim Kleindienst geht bei Borussia Mönchengladbach als Kapitän voran. Nach seiner langen Verletzung will der Stürmer in der Saison 2026/27 wieder angreifen und hinterlässt im Trainingslager am Tegernsee einen äußerst engagierten Eindruck.
Wenn man die bisherigen Trainingseinheiten am Tegernsee genau beobachtet, dann erkennt man einen äußerst engagierten und agilen Tim Kleindienst. Der Angreifer steigt nach seiner langen Verletzung in Rottach-Egern so richtig ins Mannschaftstraining ein und will sich in Form bringen. »Meinem Knie geht es gut. Man merkt, dass man eine Zeit lang diese Intensität oder dieses Volumen nicht hatte«, sagte Kleindienst nach der Einheit am Montag. »Aber ich habe bisher keine Probleme. Ich glaube, ich stehe jetzt nirgendwo nach. Von daher kann ich sagen, dass ich mich so fühle, wie man sich in der Vorbereitung fühlt.«
Und auch vor Zweikämpfen hat Kleindienst keine Angst. »Nein, eigentlich nicht. Ich werde überall reingehen und dann wird man sehen, ob es hält. Das ist meine Herangehensweise«, versichert der 30-Jährige. »Am Ende bringt es mir nichts, mal wegzuziehen oder darüber nachzudenken. Wenn ich das mache, dann brauche ich nicht auf den Platz gehen.«
Tim Kleindienst: Teambuilding-Maßnahmen? »Die Mannschaft funktioniert da sehr gut selbstständig«
Generell ist ein Trainingslager dazu da, um intensiv zu arbeiten. Am Ankunftstag und am Montag hat es Eugen Polanski noch mehr oder weniger ruhig angehen lassen – zumindest gemessen an dem, was in den kommenden Tagen folgen wird. »Natürlich ist die Intensität hoch, wir sind in Vorbereitung. Heute hätte es gut und gerne nochmal ein bisschen höher sein können«, befand der Stürmer. »Aber es ist der zweite Tag nach dem Spiel in Rostock. Der ist normalerweise frei. Ab Morgen wird dann schon wieder ein anders Feuer herrschen. Wir wollen hier ja noch ein bisschen was erarbeiten.«
Zudem bietet so eine Woche dann auch die Gelegenheit, als Gruppe ganz eng zusammenzurücken und sich besser kennenzulernen. Spezielle, für gewöhnlich durchgeführte, Teambuilding-Maßnahmen, wird es aber nicht geben. »Wir werden sicherlich auch mal einen Mannschaftsabend machen, aber vordergründig sind wir hier, um zu trainieren«, stellt Kleindienst klar und gibt Einblicke in die Zeit neben der Arbeit auf dem Platz: »Wir sitzen die ganze Zeit zusammen im Hotel, spielen Karten, haben eine Dartscheibe dabei und finden uns automatisch zusammen. Ich bin kein Fan davon, Teambuilding zu erzwingen. Die Mannschaft funktioniert da sehr gut selbstständig.«
Tim Kleindienst: »Wir müssen deutlich intensiver spielen, unangenehm und eklig sein«
Funktionieren soll es generell in der kommenden Spielzeit auch auf dem Platz. »Wir brauchen eine sehr gute defensive Grundstruktur. Die Defensive gewinnt Spiele. Dazu brauchen wir ein gutes Umschaltspiel, mehr Effektivität vor dem Tor und gute offensive Abläufe. Dafür sind die Testspiele wichtig«, sagt der Kapitän. »Wir müssen deutlich intensiver spielen, eine andere Zweikampfhärte an den Tag legen und unangenehm, eklig sein.«
Und wie kommt man da zum Ziel, dass genau das eintrifft? »Gerade in kleinen Spielformen, da muss es rascheln. Da darfst du nicht wegziehen, da muss einer auf den Fuß treten, da muss einer mal hinten eine reinkriegen, da musst du da mal einen Ellenbogen merken. Durch diese Provokation knistert es im Training. Danach gibt man sich die Hand und sagt: War geil.«
Tim Kleindienst: »Ich bin kein Freund davon, die ganze Zeit sinnlos rumzubrüllen«
Spätestens zum DFB-Pokalspiel gegen Schott Mainz müssen, dass weiß auch Kleindienst, die Borussen bei 100 Prozent sein. Noch sind ein paar Wochen Zeit, um alles einzustudieren und um an den Stellschrauben zu drehen. Ob sich denn schon etwas geändert hat in den bisherigen Wochen?
»Ja, weil es sich verändern muss, sagt Kleindienst. Wir haben neue Spieler und andere Spielertypen. Natürlich sieht das noch nicht nach Speedfußball aus, weil viele Trainingseinheiten in den Beinen stecken. »Trotzdem ist der Anspruch der Mannschaft, in jedem Testspiel Vollgas zu geben und es so gut wie möglich zu machen.«
Unterdessen darf man wohl davon ausgehen, dass Kleindienst auch in der neuen Spielzeit die Kapitänsbinde tragen wird. »Ich bin kein Freund davon, die ganze Zeit sinnlos rumzubrüllen«, stellt der 30-Jährige klar. »Aber wenn etwas klar angesprochen werden muss, dann muss es auch klar angesprochen werden. Kommunikation ist ein grundlegendes Thema. Da muss jeder auf dem Platz reden.«
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